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Einschränkung der Herzleistung bei unkomplizierter Malaria

Patienten mit Malaria sind häufig dehydriert, und man muss ihnen über Infusionen Flüssigkeit zuführen. Die Gründe sind vielfältig.

Malariaparasiten (Plasmodium falciparum) im Blutausstrich
Malariaparasiten (Plasmodium falciparum) im Blutausstrich. Runde gräuliche Gebilde sind einzelne rote Blutkörperchen. In ihnen stellen sich Malariaparasiten als dunkelblaue Ringe dar, deren Zellkerne wie kleine Knöpfe erscheinen – charakteristische „Siegelring“-Form.

Durch starkes Schwitzen und häufig auch Erbrechen und Durchfall verlieren sie Flüssigkeit. Und bei Malaria besteht darüber hinaus die ernste Gefahr, dass Flüssigkeit aus den Blutgefäßen austritt und sich in Organen einlagert – gefährlich vor allem im Gehirn und in den Lungen. Obwohl Infusionen für den Kreislauf notwendig sind, sind sie daher nicht ungefährlich. Eine zusätzliche Schwächung des Herzens birgt dann das Risiko, dass die zugeführte Flüssigkeit nicht vollständig durch den Kreislauf gepumpt wird und die Einlagerung in den
Organen verstärkt. Wir haben bei 28 erwachsenen Reiserückkehrern mit Plasmodium-falciparum-Malaria eingehend die Herzfunktion untersucht. Ein neues, risikofreies Verfahren wurde angewendet, das auf Messungen von Gas in der Atemluft beruht. Wir fanden, dass die Herzleistung auch in unkomplizierten Malariafällen um etwa 20% eingeschränkt ist. Bei Malariapatienten, die mit Infusionen behandelt werden, muss der Kreislauf also besonders sorgfältig überwacht werden.

Herr J. et al., Malar J 2011, 10:160
Jakob Cramer, Johanna Fischer-Herr, Gerd-Dieter Burchard und externe Kooperationspartner (s. Publikation)