Forschung

Kontakt

Prof. Dr. med. Jonas Schmidt-ChanasitLeiter VirusdiagnostikTel.: +49 40 42818-546
E-Mail: schmidt-chanasit(at)bnitm.de

Antikörper gegen Sindbis-Virus bei deutschen Blutspendern

Sindbis-Viren wurden in den 1950er Jahren in Afrika entdeckt, später auch in Europa, wo sie insbesondere in Schweden und Finnland vorkommen.

Die Mücke Culex pipiens ist als Überträger des Sindbis-Virus bekannt
Die Mücke Culex pipiens ist als Überträger des Sindbis-Virus bekannt, das 2009 zum ersten Mal in Deutschland entdeckt wurde. (Foto: Andreas Krüger)

Sie werden von Stechmücken übertragen und können beim Menschen fieberhafte Erkrankungen auslösen, die häufig mit Entzündungen der Gelenke einhergehen und daher rheumatischen Erkrankungen ähneln. 2009 fanden wir Sindbis-Viren erstmals in Stechmücken in Deutschland. Um zu sehen, ob die Viren bereits auf Menschen übertragen wurden, untersuchten wir 2010 und 2011 355 Blutproben von Patienten mit fieberhaften Erkrankungen mit Gelenkbeteiligung und 3.389 Proben von gesunden Blutspendern. Da wir nicht erwarten konnten, noch Viren im Blut zu finden, suchten wir nach entsprechenden Antikörpern, da Antikörper noch Monate oder Jahre nach einer Infektion im Serum nachweisbar sind. Keiner der akuten Erkrankungsfälle war positiv, aber vier Proben von Blutspendern. Sie stammten alle aus der näheren Umgebung der Stadt Weinheim in Baden-Württemberg, also genau aus der Region, wo wir 2009 erstmals die Viren in Mücken gefunden hatten.

Jöst H. et al., J Clin Virol 2011, 52:278– 279
Hanna Jöst, Stephan Günther, Jonas Schmidt-Chanasit und externe Kooperationspartner (s. Publikation)