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Lymphozyten bei Tuberkulose geschwächt

Immer noch ist unklar, warum nur eine von zehn infizierten Personen an Tuberkulose erkrankt, die anderen aber die Infektion verhindern oder unter Kontrolle behalten.

Auf dem „Microarray“ sind in winzigen Punkten definierte DNA-Stücke aller menschlichen Gene aufgetragen. Je mehr passende DNA-Stränge an einen Punkt binden, wenn aufgelöste Zellen dazu gegeben werden, desto heller gelb leuchtet der Punkt und desto
Auf dem „Microarray“ sind in winzigen Punkten definierte DNA-Stücke aller menschlichen Gene aufgetragen. Je mehr passende DNA-Stränge an einen Punkt binden, wenn aufgelöste Zellen dazu gegeben werden, desto heller gelb leuchtet der Punkt und desto stärker war das entsprechende Gen in den Zellen angeschaltet (Bild: Agilent Technologies, Santa Clara, CA, USA).

Die sogenannten CD4+-T-Lymphozyten gelten als die wichtigsten Abwehrzellen gegen Tuberkulose. Warum können sie bei gewissen Personen den Ausbruch der Erkrankung nicht verhindern? Wir haben alle angeschalteten Gene von T-Lymphozyten im Blut von Tuberkulosepatienten und gesunden Probanden verglichen. Es fiel auf, dass das Gen, das ein Protein namens SOCS3 produziert, bei Tuberkulosekranken eindeutig stärker angeschaltet war als bei Gesunden oder bei solchen Personen, die die Infektion unter Kontrolle behielten. Wenn wir gentechnisch die Menge von SOCS3 in CD4+-T-Lymphozyten erhöhten, konnten sich die Zellen nicht mehr wie zuvor vermehren, und ihre Abwehrfunktionen waren verändert. Möglicherweise spielen diese Schwächung und Funktionsänderung von CD4+-T-Lymphozyten eine wichtige Rolle bei der Empfänglichkeit für Tuberkulose.

Jacobsen M. et al., Clin Microbiol Infect 2011, 17(9):1323-31
Katja Kleinsteuber, Kerrin Heesch, Stefanie Schattling, Claudia Sander-Jülch, Bernhard Fleischer, Marc Jacobsen und externe Kooperationspartner (s. Publikation)