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Medikamentenresistenz durch Vervielfältigung eines Gens

Wie bei fast allen Infektionskrankheiten bereiten Medikamentenresistenzen auch in der Behandlung der Leishmaniasen zunehmend Probleme.

Leishmania-infizierte Fresszellen. Leishmanien (L), eingeschlossen in Fresszellen neben den dunkel gefärbten Zellkernen der Fresszellen (FK), haben viel kleinere, runde Zellkerne (LK) und eine strichfo?rmige Struktur (K).
Leishmania-infizierte Fresszellen. Leishmanien (L), eingeschlossen in Fresszellen neben den dunkel gefärbten Zellkernen der Fresszellen (FK), haben viel kleinere, runde Zellkerne (LK) und eine strichfo?rmige Struktur (K).

Die Leishmanien werden durch die übliche Chemotherapie nur verzögert oder nicht vollzählig abgetötet. Vergleiche der Gensequenzen von empfindlichen und resistenten Leishmanien ergaben keine Hinweise auf eine mögliche Ursache.

Wir haben in Leishmanien zusätzlich einzelne Fragmente ihres Genoms eingeschleust und die Leishmanien dann im Reagenzglas nach Zugabe der üblichen Medikamente gezüchtet. Leishmanien, die überlebten, hatten mehrere Kopien eines bestimmten Fragments und eines bestimmten Gens, dessen Funktion bislang unbekannt ist. Tatsächlich fanden wir in medikamentenresistenten Leishmanien von Patienten aus Peru ebenfalls eine Vermehrung dieses Gens. Der Befund soll nun bei resistenten Leishmanien aus Indien und anderen Ländern bestätigt werden. Und dann interessiert uns natürlich die Funktion des Gens.

Choudhury et al., Int J Parasitol 2008, 38:1411
Carola Schäfer, Andrea Nühs, Joachim Clos und externe Kooperationspartner (s. Publikation)