Forschung

Kontakt

Prof. Dr. med. Jonas Schmidt-ChanasitLeiter VirusdiagnostikTel.: +49 40 42818-546
E-Mail: schmidt-chanasit(at)bnitm.de

Antikörper gegen Usutu-Virus bei einem deutschen Blutspender

Usutu-Viren wurden 1959 in Südafrika entdeckt und sind das erste Mal 1996 in Europa aufgetreten. Sie befallen Vögel und Menschen und werden von Stechmücken übertragen.

Beim Menschen können sie fieberhafte Erkrankungen verursachen, im schlimmsten Fall eine Gehirnentzündung. 2011 hat das Usutu-Virus in Südwest-deutschland ein Massensterben von Wildvögeln verursacht, dem Schätzungen zufolge mehr als 250.000 Amseln zum Opfer fielen. Um die medizinische Bedeutung des Usutu-Ausbruchs abschätzen zu können, untersuchten wir 2012 in Südwestdeutschland 4.200 Proben von gesunden Blutspendern. Da wir nicht erwarten konnten, noch Viren im Blut zu finden, suchten wir nach Antiköpern, da Antikörper noch Monate oder Jahre nach einer Infektion im Serum nachweisbar sind. Ein Blutspender war positiv. Seine Antikörperkonstellation zeigte, dass die Usutu-Infektion im Spätsommer 2011 stattgefunden hatte. Der Blutspender stammte aus Groß-Gerau in Hessen, also genau aus der Gegend, in der besonders viele Vögel gestorben waren. Inzwischen untersuchen wir Proben von Patienten mit einer Gehirnentzündung aus der Uniklinik Heidelberg, um festzustellen, ob auch bei Menschen schwere Verläufe der Usutu-Infektion aufgetreten waren.

 


Allering L. et al., Euro Surveill. 2012; 17(50). pii: 20341.

Ludger Allering, Hanna Jöst, Petra Emmerich,
Stephan Günther, Jonas Schmidt-Chanasit und externe Kooperationspartner (s. Publikation)