Forschung

Entgiftung verursacht Medikamentenresistenz von Leishmanien

Antimon-Verbindungen sind seit vielen Jahrzehnten die wichtigsten Medikamente gegen Leishmanien. Antimon ist ein Gift, das dem Arsen verwandt ist.

Verteilung des Entgiftungsproteins ARM58 (magenta) in einer Leishmanien-Zelle (Zellkern in blau). (Fotografie: Carola Schäfer)
Verteilung des Entgiftungsproteins ARM58 (magenta) in einer Leishmanien-Zelle
(Zellkern in blau). (Fotografie: Carola Schäfer)

Resistenzen gegen Antimon-Präparate treten in Nordindien inzwischen bei bis zu 70 Prozent der Erkrankungsfälle auf, oft mit tödlichen Konsequenzen. Die Ursachen für diese Resistenzen sind vielfältig und bislang weitgehend unbekannt.
Wir haben ein Protein identifiziert, das für einen Teil der Antimon-Resistenzen verantwortlich ist (ARM58). Es schleust das schädliche Antimon aus den Parasiten aus und erfüllt offenbar wichtige Entgiftungs- funktionen auch gegenüber anderen Schadstoffen, da der Verlust des Gens für die Parasiten tödlich ist. Das Protein findet sich nur in Leishmanien, sodass die Hoffnung besteht, mit speziellen Hemmstoffen gegen ARM58 künftig die Medikamentenresistenz aufzuheben, ohne den Patienten zu schaden, die ARM58 gar nicht besitzen.

 


Schäfer C. et al., Antimicrob Agents Chemother 2014, 58: doi:10.1128/AAC.01881-13. Epub 2013 Dec 23.

Carola Schäfer, Paloma Tejera Nevado, Dorothea Zander und Joachim Clos