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Tödliche Fehlregulation

Im Rahmen des Einsatzes der „European Mobile Laboratories“ (EMLabs) während der Ebola-Epidemie 2014-2016 wurden von 157 Ebola-Patienten Blutproben kurz nach der Krankenhausaufnahme entnommen. Unsere Untersuchungen konzentrierten sich auf einen Vergleich der Immunantwort von Patienten, die im Verlauf der Infektion starben, und solchen, die überlebten.

Eine starke, vermutlich außer Kontrolle  geratene Entzündungsreaktion trägt wesentlich zu tödlichen Verläufen von bakteriellen Blutinfektionen und offenbar auch von Ebola-Infektionen bei.  Da sie durch scheinbar ungebremste Ausschüttung  bestimmter Botenstoffe, so genannter Zytokine, vermittelt wird, spricht man von einem „Zytokin- Sturm“ (modifiziert nach  Microbiol Mol Biol Rev  2012, 76:16-32 ).
Eine starke, vermutlich außer Kontrolle geratene Entzündungsreaktion trägt wesentlich zu tödlichen Verläufen von bakteriellen Blutinfektionen und offenbar auch von Ebola-Infektionen bei. Da sie durch scheinbar ungebremste Ausschüttung bestimmter Botenstoffe, so genannter Zytokine, vermittelt wird, spricht man von einem „Zytokin- Sturm“ (modifiziert nach Microbiol Mol Biol Rev 2012, 76:16-32 ).

Während die Zahl der aktivierten Helfer-T-Lymphozyten und zytotoxischen T-Lym-phozyten in beiden Gruppen gleichermaßen erhöht war, fanden sich bei Patienten mit tödlichem Krankheitsverlauf zum einen deutlich höhere Serumkonzentrationen von Molekülen, die Entzündungsreaktionen auslösen (Zytokine), und zum anderen auf den Lymphozyten eine stark erhöhte Zahl von Molekülen, die die Lymphozyten-Aktivierung hemmen (CTLA-4, PD-1). Offenbar geht bei der Ebola-Infektion eine Kombination von starker Entzündungsreaktion und fehlgesteuerter Aktivität von T-Lymphozyten mit schweren und töd-lichen Verlaufsformen einher.


Ruibal P. et al., Nature 2016, 533:100-4

Paula Ruibal, Lisa Oestereich, Anja Lüdtke, Beate Becker-Ziaja, David M. Wozniak, Romy Kerber, Mar Cabeza-Cabrerizo, Sophie Dura ff our, Elisa Pallasch, Tobias Holm, Th omas Jacobs, Benno Kreuels, Martin Gabriel, Stephan Günther, César Muñoz-Fontela und externe Kooperationspartner (s. Publikation)