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Analyse der Medikamentenresistenz von Leishmanien und Wirkstoffsuche

Mit geschätzt 12 Mio. Erkrankten gehören Leishmaniosen zu den wichtigsten Vernachlässigten Tropenkrankheiten. Einige Leishmanien-Arten befallen nur die Haut, andere die Haut-Schleimhaut-Übergänge und bewirken entstellende Defekte im Gesicht. Wieder andere infizieren innere Organe und verursachen lebensbedrohliche Allgemeinerkrankungen.

Massive Infektion von Abwehrzellen  (Makrophagen) mit Leishmanien. Zellen stellen sich  als graue Flächen dar, Zellkerne als große violette  Kreise, Leishmanien als kleine violette Punkte mit  grauem Hof.
Massive Infektion von Abwehrzellen (Makrophagen) mit Leishmanien. Zellen stellen sich als graue Flächen dar, Zellkerne als große violette Kreise, Leishmanien als kleine violette Punkte mit grauem Hof.

Die uralte, aber immer noch weit verbreitete Standardbehandlung mit Antimon, einem Arsen-ähnlichen Gift, wird derzeit durch zunehmende Resistenz der Leishmanien in ihrer Wirksamkeit gefährdet. Auf der Suche nach den Ursachen und nach neuen Medikamenten haben wir zum Fortschritt an beiden Fronten beigetragen. So haben wir eine kleine Gruppe von Leishmanien-Genen gefunden, die eine Familie um ein bekanntes Gen bildet, das zur Antimon-Resistenz beiträgt. Um die Resistenz zu umgehen, entwickeln und untersuchen wir in einem Forschungsverbund neue Substanzen, die gegen die Parasiten wirken könnten. Dabei fanden wir, dass sogenannte Flavonole, die sich von Pflanzenstoffen ableiten, wirksam sind - möglicherweise ein Ansatz für neue Medikamente.


Tejera Nevado P. et al., Antimicrob Agents Chemother 2016, 60:5262-75

Borsari C. et al., J Med Chem 2016, 59:7598-616

Paloma Tejera Nevado, Eugenia Bifeld, Katharina Höhn, Julia Eick, Joachim Clos und externe Kooperationspartner (s. Publikationen)