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Amöbensubstanz zur Behandlung der Hautleishmaniose

Die häufigste Form der Leishmaniosen ist die Hautleishmaniose, die zunächst eine Schwellung („Aleppo-Beule“) und in der Folge chronische Geschwüre verursacht. Leishmanien lassen sich offenbar von Abwehrzellen, sog. Makrophagen, fressen, bei vielen Menschen aber in den Fresszellen nicht abtöten. Ein logischer Ansatz für eine Behandlung ist es daher, die Zellen so zu aktivieren, dass sie die gefressenen Leishmanien verdauen.

Patient mit charakteristischem trockenem  Hautgeschwür bei Hautleishmaniose. In  Kratzpräparaten vom Rand des Geschwürs können Experten die Parasiten in den Makrophagen mikroskopisch nachweisen.
Patient mit charakteristischem trockenem
Hautgeschwür bei Hautleishmaniose. In
Kratzpräparaten vom Rand des Geschwürs können Experten die Parasiten in den Makrophagen mikroskopisch nachweisen.

Wir haben aus der Zellmembran von Amöben (Entamoeba histolytica) eine Substanz gereinigt, die wie keine andere bekannte Substanz Makrophagen aktiviert. Sowohl mit infizierten Makrophagen im Reagenzglas, als auch in einem Mausmodell für Hautleishmaniose fanden wir, dass die Amöbensubstanz die Zahl der Leishmanien drastisch reduzierte. Die gleiche Wirkung zeigten einige synthetisch hergestellte Fragmente dieser Substanz. Weitere Studien müssen zeigen, ob solche Fragmente auch gegen weitere Leishmanien-Arten und andere Infektionserreger wirken, die sich in Makrophagen einnisten, wie z.B. Tuberkulose-Bakterien.


Choy S.L., Bernin H. et al., Sci Rep 2017, 7:9472

Siew Ling Choy, Hannah Bernin, Eugenia Bifeld, Sarah Corinna Lender, Melina Mühlenpfordt, Jill Noll, Julia Eick, Claudia Marggra ff , Hanno Niss, Joachim Clos, Egbert Tannich, Hanna Lotter und externe Kooperationspartner (s. Publikation)