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Protein mit unbekanner Funktion macht Amöben aggressiv

Der Parasit Entamoeba histolytica kann jahrelang im Darm von Menschen leben, ohne Beschwerden zu bereiten. Aus bisher unbekannten Gründen können die Amöben dann allerdings in die Darmwand und ins Blut eindringen und blutende Darmgeschwüre bzw. Organabszesse verursachen.

2  Vergleich der Gene, die bei aggressiven und  harmlosen Formen von Amöben ( Entamoeba  histolytica ) abgelesen („exprimiert“) wurden. Die  o ff enen grauen Punkte auf der Diagonale zeigen  Gene an, deren Expression sich in den beiden  Formen der Amöben nicht signifikant unterschied.  Demgegenüber markieren rote und blaue Punkte  Gene, für die sich mehr oder weniger starke  Unterschiede fanden. Eingekreist ist das unbekannte  Gen.
Vergleich der Gene, die bei aggressiven und harmlosen Formen von Amöben (Entamoeba histolytica) abgelesen („exprimiert“) wurden. Die offenen grauen Punkte auf der Diagonale zeigen Gene an, deren Expression sich in den beiden Formen der Amöben nicht signifikant unterschied. Demgegenüber markieren rote und blaue Punkte Gene, für die sich mehr oder weniger starke Unterschiede fanden. Eingekreist ist das unbekannte Gen.

Um diesen Vorgang besser zu verstehen, nutzen wir verschiedene Tiermodelle und vergleichen Amöben, die große Abszesse verursachen, mit harmlosen Artgenossen. Wir fanden viele Gene, die bei den aggressiven und harmlosen Amöben in unterschiedlichem Maß von den Chromosomen abgelesen („exprimiert“) werden. Eines der Gene, das bei aggressiven Amöben deutlich verstärkt abgelesen wird, kodiert für ein bisher unbekanntes Protein. Vermutlich trägt es dazu bei, dass die Amöben Abszesse bilden. Damit böte sich ein Angriffspunkt für eine neue Form der Behandlung.


Meyer M. et al., PloS Pathog 2016, 12:e1005853

Martin Meyer, Helena Fehling, Jenny Matthiesen, Stephan Lorenzen, Kathrin Schuldt, Hannah Bernin, Mareen Zaruba, Corinna Lender, Egbert Tannich, Hanna Lotter, Iris Bruchhaus und Kooperationspartner (s. Publikation)