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Die Vergleichsgruppe entscheidet

Klinische Studien liefern manchmal widersprüchliche Ergebnisse auf die gleiche Fragestellung. So zeigten Studien, dass Patienten mit Malaria sowohl häufiger, als auch seltener an einer lebensbedrohlichen generalisierten Salmonelleninfektion erkranken als Patienten ohne Malaria. Zusammen mit internationalen Kollegen haben wir gezeigt, dass solche Widersprüche auf Unterschieden im Studienplan beruhen.

280 Formeln zur statistischen Auswertung  komplexer Studienpläne. Hintergrund:  Kinderstation im Universitätskranken - haus Kumasi, Ghana (Fotografie: Mika Väisänen)
Formeln zur statistischen Auswertung komplexer Studienpläne. Hintergrund: Kinderstation im Universitätskranken - haus Kumasi, Ghana (Fotografie: Mika Väisänen)

Entscheidend sind die Vergleichsgruppen. Vergleicht man die Häufigkeit von Malaria bei Patienten mit generalisierten Salmonelleninfektionen mit der Häufigkeit von Malaria bei Patienten, die aus irgendeinem anderen Grund im Krankenhaus behandelt wurden, entsteht ein verzerrtes Bild. Die geeignete Vergleichsgruppe sind Patienten mit einer ähnlich schweren Erkrankung wie die Salmonellen-Gruppe, wie beispielsweise einer generalisierten Infektion durch andere Bakterien, weil sie – unabhängig von Malaria – mit der gleichen Wahrscheinlichkeit stationär im Krankenhaus behandelt werden wie die Salmonellen-Gruppe. Mit diesem Studienplan fanden wir, dass Patienten mit Malaria in der Tat doppelt so häufig an generalisierten Salmonelleninfektionen erkranken wie Patienten ohne gleichzeitig bestehende Malaria. Mit einer nicht vorselektierten Vergleichsgruppe zeigte sich genau das gegenteilige Ergebnis.


Krumkamp R. et al., Clin Infect Dis 2016, 62 Suppl 1:S83-9

Ralf Krumkamp, Benno Kreuels, Benedikt Hogan, Anna Jaeger, Lisa Reigl, Jürgen May und externe Kooperationspartner (s. Publikation)