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West-Nil-Virus kann sich in der „Gemeinen Hausmücke“ vermehren

Anfang dieses Jahrhunderts breitete sich das West-Nil-Virus innerhalb weniger Jahre über ganz Nordamerika aus und hat dort seither geschätzt 100.000 Erkrankungen und 1.500 Todesfälle verursacht. Das Virus wird von Stechmücken übertragen, Vögel sind sein natürlicher Wirt, und man nimmt an, dass Zugvögel es über Länder und Kontinente verschleppen. Auch in Südosteuropa werden Ausbrüche registriert, in den letzten Jahren Einzelfälle auch in Österreich. Deutschland blieb bisher verschont.

Mücken übertragen das West-Nil-Virus auf  Vögel und Säugetiere. Aber nur in Vögeln kann  sich das Virus so stark vermehren, dass es durch  einen Mückenstich weiter übertragen werden kann.  Menschen und insbesondere auch Pferde können  zwar infiziert werden und werden auch krank, für  die Ausbreitung des Virus bilden sie jedoch eine  Sackgasse, weil die Zahl der Viren in ihrem Blut zu  gering ist, um sich nach einem erneuten Stich in der  Mücke ausreichend zu vermehren.
Mücken übertragen das West-Nil-Virus auf Vögel und Säugetiere. Aber nur in Vögeln kann sich das Virus so stark vermehren, dass es durch einen Mückenstich weiter übertragen werden kann. Menschen und insbesondere auch Pferde können zwar infiziert werden und werden auch krank, für die Ausbreitung des Virus bilden sie jedoch eine Sackgasse, weil die Zahl der Viren in ihrem Blut zu gering ist, um sich nach einem erneuten Stich in der Mücke ausreichend zu vermehren.

Durch Untersuchungen im Sicherheits-insektarium haben wir gefunden, dass in Deutschland heimische Stechmücken(wie unsere „gemeine Hausmücke“ Culex pipiens) und ihre Unterarten das Virus aufnehmen und vermehren können. Allerdings wurde bei einer Untersuchung von mehr als 300.000 in Deutschland gefangenen Stechmücken nie das Virus nachgewiesen. Auch in 2.000 untersuchten Hühnereiern aus Südwest Deutschland fanden sich keine Antikörper gegen das Virus, so dass die Hennen offenbar nicht infiziert waren. Bisher wurden zudem nur ganz vereinzelt infizierte Wildvögel gefunden. Offenbar tragen nur wenige unserer Zugvögel das Virus, und daher wurden in Deutschland noch keine Menschen infiziert.


Leggewie M. et al., One Health 2016, 2:88-94

Börstler J. et al., Trop Med Int Health 2016, 21:687-90

Mayke Leggewie, Marlis Badusche, Martin Rudolf, Stephanie Jansen, Jessica Börstler, Ralf Krumkamp, Katrin Huber, Jonas Schmidt-Chanasit, Egbert Tannich, Stefanie Becker und externe Kooperationspartner (s. Publikationen)