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Einwanderung des Usutu-Virus

Wie bei anderen Lebewesen auch sammeln sich im Genom von Viren Mutationen an - nur bei Viren schneller, weil sie sich so rasant vermehren und so kurze Generationszeiten haben. Meist haben die Mutationen keine funktionelle Bedeutung. Man kann sie aber nutzen, um die Viren in Stammbäume zu ordnen: Verwandte Virus-Stämme tragen dieselben Mutationen, in späteren Generationen kommen weitere hinzu.

Rekonstruktion der ersten Einwanderungen  von Usutu-Viren mit Zugvögeln nach Europa.  Inset:  Korridore der Wanderwege von Zugvögeln von  Afrika nach Europa.
Rekonstruktion der ersten Einwanderungen von Usutu-Viren mit Zugvögeln nach Europa. Inset: Korridore der Wanderwege von Zugvögeln von Afrika nach Europa.

Durch Bestimmung ihrer mittleren zeitlichen Abstände kann man sogar den Zeitpunkt der Verästelungen des Stammbaums abschätzen. Mit dieser Methode hatten wir mit unseren Kooperationspartnern bereits die Ausbreitung des Ebola-Virus in Westafrika nachverfolgt (s. Jahresbericht 2014/2015, S. 21). Jetzt haben wir uns den Stammbaum der Usutu-Viren vorgenommen, die in den vergangenen Jahren fast 20% der Amseln in Südwestdeutschland getötet haben und inzwischen sporadisch auch Menschen in Deutschland infiziert haben. Ihr Stammbaum zeigt, dass sie vor mindestens 500 Jahren in Afrika auftauchten und in den letzten Jahrzehnten immer wieder mit Zugvögeln aus Afrika nach Europa eingeschleppt wurden.

 


Engel D. et al., MBio 2016, 7:e01938-15

Cadar D. et al., Euro Surveill 2017, 22:pii=30452

Dimitri Engel, Hanna Jöst, Jessica Börstler, Christina Czajka, Renke Lühken, Daniel Cadar, Egbert Tannich, Jonas Schmidt-Chanasit und externe Kooperationspartner (s. Publikationen)