Vernachlässigte Tropenkrankheiten

[Einleitung JB 14/15 NTDs; Artikel JB 12/13 Leishmaniasen + 14/15 NTDs]
Leishmania
Leishmania

Vernachlässigte Tropenkrankheiten (Neglected Tropical Diseases, NTDs) gehören zu den armutsassoziierten Infektionskrankheiten. Sie betreffen die ärmsten Teile der Bevölkerung in ohnehin armen Ländern. Oft führen sie zu schweren und lang dauernden Erkrankungen.

NTDs werden durch Würmer, Protozoen, Bakterien oder Viren verursacht. Auch wenn die Krankheiten meist nicht unmittelbar zum Tod führen, können sie eine große Belastung für die Betroffenen, ihre Angehörigen und in der Summe auch für die wirtschaftliche Situation ganzer Länder sein. Bei massivem Auftreten können sie beispielweise landwirtschaftlich nutzbare Gebiete unbewohnbar machen.

Weltweit sind 1,4 Milliarden Menschen in 149 Ländern von NTDs betroffen; weitere zwei Milliarden Menschen sind von ihnen bedroht. Jährlich sterben etwa eine halbe Million Menschen direkt oder indirekt an NTDs. Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden 17 NTDs als besonders bedeutsam hervorgehoben. Ihre Eindämmung scheint in überschaubarer Zeit möglich. Hierzu sind aber intensive Forschungsanstrengungen vor allem zum effektiven Einsatz von Bekämpfungsmaßnahmen, zur Verbesserung der Gesundheitssysteme und zur Entwicklung einfacher diagnostischer Tests erforderlich. Das BNITM führt Forschung zu verschiedenen NTDs wie Wurminfektionen, Leishmaniasen und der Chagas-Krankheit durch.

Sichelzellkrankheit in Hamburg

Die Sichelzellkrankheit ist eine Erbkrankheit, die nur in der Bevölkerung von Malariagebieten vorkommt. Betroffene Kinder können bereits in den ersten Lebensmonaten an lebensbedrohlichen Komplikationen wie z.B. Lungenentzündungen erkranken.

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Wie Mykobakterien nach einer Infektion unsere Körperzellen wieder verlassen

Mykobakterien wie z. B. Tuberkulose-Bakterien nisten sich in unseren Körperzellen ein und vermehren sich dort. Während detailliert untersucht wird, wie sie in die Zellen eindringen, ist weitgehend unbekannt, wie sie die Zellen wieder verlassen. Denn das müssen sie, um die Infektion weiter zu verbreiten.

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Anstandsdame sichert Leishmanien das Überleben

Obwohl es in ihren Heimatländern meist sehr warm ist, müssen Parasiten, die von Insekten übertragen werden, einen Hitzeschock überstehen, wenn sie auf den Menschen oder andere Warmblüter übertragen werden. Mit über 40°C ist es in unserem Körper denn doch deutlich heißer als in Insekten, auch in den Tropen.

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Ins Auge gegangen

Augenärzte haben in entlegenen Gebieten von Zentralafrika eine Häufung von Augeninfektionen durch Parasiten festgestellt. Nach operativer Entfernung auffälliger Fremdkörper im Auge haben wir mit Gen-Tests Parasiten der Gattung Armillifer identifiziert, auch Pentastomiden genannt.

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Tiermodell für Buschtyphus

Tsutsugamushi-Fieber (engl. Scrub Typhus [„Buschtyphus“]) ist in weiten Teilen Asiens und Ozeaniens verbreitet. Es wird von besonders kleinen Bakterien (Orientia tsutsugamushi) hervorgerufen, die durch den Biss einer Milbe übertragen werden.

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Nachhaltige Kurzzeitbehandlung des Myzetoms

Bei einem 30-jährigen Farmer aus der Provinz Savannakhet in Laos hatte sich eine große, bräunlich verfärbte, aber schmerzlose Schwellung am rechten Fuß entwickelt. Aus ihr entleerte sich eine seröse, körnchenhaltige Flüssigkeit, in der Bakterien (Nocardia aobensis) nachgewiesen wurden.

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Verwechslung von Bakteriämien mit schwerer Malaria

In Afrika ist es gängige Praxis, dass alle Kinder mit einer hochfieberhaften Erkrankung zuerst einmal gegen Malaria behandelt werden. Wenn es ihnen dann nach einigen Tagen nicht besser geht, muss man eine andere Ursache suchen, was in armen Ländern oft zu aufwendig ist.

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