Geschichte

'Forschen, Heilen, Lehren' waren die Aufgaben des Instituts für Schiffs- und Tropenkrankheiten, die sein Gründer, der Hamburger Hafenarzt Bernhard Nocht, im Jahr 1900 formuliert hatte.

In der Entwicklung zum heutigen Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin haben diese Aufgaben ihre Gültigkeit behalten - wenn sich auch die Ziele des Instituts deutlich verändert haben.

  • 1900
    • 1901

    • 1905

    • 1911

    • 1914

    • 1915

    • 1918

    • 1921

    • 1925

    • 1930

    • 1931

    • 1933

    • 1939

    • 1942

    • 1943

    • 1945

    • 1950

    • 1961

    • 1963

    • 1968

    • 1982

    • 1985

    • 1986

    • 1988

    • 1989

    • 1990

    • 1996

    • 1997

    • 2000

    • 2002

    • 2003

    • 2005

    • 2006

    • 2007

    • 2008

    • 2009

    • 2010

    • 2011

    • 2012

    • 2013

    • 2014

    • 2015

    • 2016

    • 2017

    • 2018

  • heute
  • Erste Ausbildungskurse

    Am Institut finden die ersten Ausbildungskurse für Schiffs- und Marineärzte statt.

  • Romanowsky-Färbung

    Gustav Giemsa, einer der ersten Mitarbeiter Bernhard Nochts, verbessert die Romanowsky-Färbung durch eine Stabilisierung der Färbelösungen. Dadurch gelingt es, reproduzierbare Färbeergebnisse von Zellen und Erregern zu erhalten. Die Methode gehört noch heute zum Standardrepertoire vieler Laboratorien.

  • 1911-1926

    Am Institut wird an einer Verbesserung der Chinintherapie der Malaria gearbeitet. Phokion Kopanaris entdeckt, dass Malaria-Medikamente bei Mensch und Kanarienvögeln ähnlich wirken. Experimente mit veränderten Chinin-Rezepturen müssen nicht mehr am Menschen durchgeführt werden.

  • Einweihung des neuen Gebäudes

    Einweihung des neuen Gebäudes für das inzwischen stark gewachsene Institut in der Bernhardstraße (heute Bernhard-Nocht-Straße). Es beherbergt bis heute Laboratorien und Klinik. Nach dem Ausbruch des 1. Weltkriegs werden fast alle Mitarbeiter des Instituts eingezogen. Die Klinische Abteilung wird als Reservelazarett genutzt.

  • 1915/1916

    Der Zoologe Stanislaus von Prowazek verstirbt am Fleckfieber während der Untersuchung einer Epidemie in einem Kriegsgefangenenlager. Der Pathologe Henrique da Rocha-Lima identifiziert den Fleckfiebererreger und schlägt vor, das Bakterium Rickettsia prowazeki zu nennen.

  • Identifikation des Fünftagefieber-Erregers

    Henrique da Rocha-Lima trägt maßgeblich zur Identifikation des Erregers des Fünftagefiebers bei (Rochalimea quintana, später umbenannt in Bartonella quintana).

  • August 1921

    Eine angespannte Finanzlage bedroht die Existenz des Instituts. Hamburger Kaufleute und Prominente gründen die "Vereinigung der Freunde des Hamburger Tropeninstituts" mit dem Ziel, das Institut finanziell und politisch zu unterstützen.

  • 25-jähriges Bestehen

    Zum 25jährigen Bestehen wird dem Institut von der "Vereinigung der Freunde des Tropeninstituts" die Bernhard-Nocht-Medaille gestiftet. Die Existenzbedrohung gilt als überwunden.

  • Neuer Direktor

    Die Ära Bernhard Nocht geht zu Ende. Sein Amt übernimmt Friedrich Fülleborn (1866-1933).

  • Entwicklungszyklus des Katzenleberegels

    Hans Vogel klärt den Entwicklungszyklus des Katzenleberegels (Opisthorchis felineus) über die Zwischenwirte (Schnecken und Fische) bis zum Endwirt (Katze, Mensch) auf. Mit diesen und späteren Arbeiten über Saugwürmer hat er er das Wissen um die Entwicklung und Übertragung des Erregers der Schistosomiasis (Bilharziose) maßgeblich erweitert, einer Krankheit, die vor allem in Asien ein großes Gesundheitsproblem darstellt.

  • Neuer Direktor

    Mit dem Inkrafttreten des nationalsozialistischen Beamtengesetzes müssen wertvolle Wissenschaftler das Institut verlassen. Der Institutsdirektor Friedrich Fülleborn stirbt im September 1933, bevor über sein Rücktrittsgesuch entschieden werden kann. Sein Nachfolger wird Peter Mühlens (1874-1943).

  • "Kriegsrelevante Forschung"

    Nach Ausbruch des 2. Weltkriegs werden vor allem die Assistenzärzte zum Kriegsdienst eingezogen. Die "kriegsrelevante Forschung", u.a. an Fleckfieber, macht einen Großteil der wissenschaftlichen Forschung dieser Jahre aus.

  • Umbenennung

    Anlässlich des 85. Geburtstags von Bernhard Nocht wird das Institut in "Bernhard-Nocht-Institut für Schiffs- und Tropenkrankheiten" umbenannt.

    In den letzten Kriegsjahren wird das Institut verstärkt als Wehrmachtslazarett genutzt und durch Bomben teilweise stark zerstört.

  • Neuer Direktor

    Die Protozoologen Eduard Reichenow und Lilly Mudrow klären die letzte Lücke im Vermehrungszyklus des Erregers der Vogelmalaria (Plasmodium praecox): die Vermehrung zwischen der Übertragung durch die Mücke und dem Eindringen in die Erythrozyten. Nach dem Tod Peter Mühlens im Juni 1943 übernimmt Ernst-Georg Nauck (1897-1967) das Amt des Direktors.

  • 05.06.1945

    Tod Bernhard Nochts in Wiesbaden.

  • Nachweis Immunisierung

    In zwölfjähriger Arbeit weist der Helminthologe Hans Vogel nach, dass Rhesusaffen mit dem Erreger der fernöstlichen Schistosomiasis, Schistosoma japonicum, immunisiert werden können.

  • Forschungsstandort

    Der Helminthologe Hans Vogel klärt den Vermehrungszyklus des Fuchsbandwurms (Echinococcus multilocularis) auf und kann ihn als eigenständige Art vom Hundebandwurm abgrenzen. E.G. Nauck, H. Vogel und H.-H. Schumacher unternehmen eine Erkundungsreise in den Sudan und nach Kamerun, um einen Standort für eine Forschungsstation zu finden.

  • Neuer Direktor

    Hans Vogel (1900-1980) wird nach der Emeritierung von Ernst Georg Nauck Direktor des Tropeninstituts.

  • Neue Außenstelle

    Im Januar kann die neue Außenstelle des Instituts in Liberia nach mehrjähriger Bau- und Planungszeit ihre Arbeit aufnehmen. In Hamburg wird der Wiederaufbau des Kliniktrakts abgeschlossen.

    Neuer Direktor

    Hans-Harald Schumacher wird neuer Direktor des Tropeninstituts.

  • Komissarische Leitung

    Nach Hans-Harald Schumacher übernimmt ein Direktorium die komissarische Leitung des Instituts.

  • Nachweis in der HIV-Forschung

    Paul Racz und Klara Tenner-Racz zeigen in Zusammenarbeit mit amerikanischen Kollegen, dass bei HIV-infizierten Personen, auch denen, die noch keinerlei Krankheitssymptome aufweisen, bereits eine markante Vermehrung des Virus in den Lymphknoten stattfindet.

  • Wissenschaftsrat

    Die 1986 veröffentlichte Begutachtung des Instituts durch den Wissenschaftsrat macht auf eine Reihe von Versäumnissen in der wissenschaftlichen Ausrichtung des Instituts aufmerksam.

  • Neuer Direktor

    Hans J. Müller-Eberhard (1927-1998) wird zum Direktor berufen, um die Empfehlungen des Wissenschaftsrates umzusetzen. Eingerichtet werden unter anderem immunologisch und molekularbiologisch arbeitende Gruppen.

  • Nachweis in der Amöbenforschung

    Egbert Tannich gelingt erstmals die Unterscheidung von pathogenen und apathogenen Formen von Entamoeba histolytica mit genetischen Methoden.

  • Umbenennung

    Das Institut wird in "Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin" umbenannt. Die Außenstelle in Liberia muß wegen des liberianischen Bürgerkriegs aufgegeben werden.

  • Neuer Direktor

    Bernhard Fleischer (*1950) wird Nachfolger von Hans J. Müller-Eberhard. Die 1996 veröffentlichte Begutachtung des Wissenschaftsrats bewertet Institut und Qualität der wissenschaftlichen Arbeit positiv.

  • Forschungsstation in Ghana

    Die Freie und Hansestadt Hamburg und die Republik Ghana vereinbaren in Form eines Staatsvertrages den Aufbau einer kooperativen Forschungsstation in Ghana mit Unterstützung der VolkswagenStiftung. Partner des Bernhard-Nocht-Instituts vor Ort ist die Universität von Kumasi. Die feierliche Eröffnung des "Kumasi Centre for Collaborative Research in Tropical Medicine" (KCCR) findet am 19. Februar 1998 in Ghana statt.

  • 100jähriges Bestehen

    Im Mai 2000 wird das "Reisemedizinische Zentrum" des Bernhard-Nocht-Instituts eröffnet. Anlässlich des 100jährigen Bestehens erscheint am 14. September das Sonderpostwertzeichen "100 Jahre Bernhard-Nocht-Institut". Bei einem Festakt im Hamburger Rathaus sprechen der Erste Bürgermeister Ortwin Runde und Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer.

  • Nationales Referenzzentrum für Tropische Infektionserreger

    Das Bernhard-Nocht-Insitutut für Tropenmedizin wird vom Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherung zum Nationalen Referenzzentrum für Tropische Infektionserreger ernannt.

    Architektenwettbewern Neubau

    Im März fällt der offizielle Juryentscheid im Architektenwettbewerb für den Neubau des Tropeninstiuts: Aus 65 Bewerbern macht die Gruppe um das Kölner Architektenbüro Kister - Scheitauer - Gross das Rennen.

  • Erster kommerzieller SARS-Test

    Virologen der Forschungsgruppe um Prof. Schmitz gelingt in enger Zusammenarbeit mit der Universität Frankfurt und anderen der Nachweis eines neuartigen Coronavirus als Erreger der Frankfurter Fälle der Lungenkrankheit SARS. Das in der Abteilung für Virologie entwickelte Testprotokoll wurde vom BNI-Kooperationspartner artus GmbH wenige Wochen später als erster kommerziell erhältlicher SARS-Test weltweit auf den Markt eingeführt.

  • Grundsteinlegung Neubau

    Mit dem Abriss des alten Tierhauses im Februar fällt der Startschuss für den den Bau des neuen Erweiterungsgebäudes, dessen Grundstein im Juli unter Anwesenheit der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, dem Hamburger Bürgermeister Ole von Beust und Architektin Prof. Susanne Gross feierlich gelegt wird.

    Kooperationsvertrag mit Bundeswehr

    Bundeswehr und das Bernhard-Nocht-Institut unterzeichnen in Oktober den Vertrag über eine Zusammenarbeit in der ambulanten und klinischen Tropenmedizin.

    Bundesverdienstorden

    Im Dezember verleiht Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt den Pathologen Prof. Dr. Paul Racz und Dr. Klara Tenner-Racz für ihr wissenschaftliches Lebenswerk, sowie den Virologen Dr. Stephan Günther und Dr. Christian Drosten für die Identifizierung des SARS-Coronavirus den Bundesverdienstorden.

  • Bernhard-Nocht-Klinik & -Ambulanz

    Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) übernimmt die Klinische Abteilung des Bernhard-Nocht-Instituts. BNI und UKE unterzeichnen einen Vertrag zur klinisch-wissenschaftlichen Kooperation.

    Unbekanntes Parasitenstadium entdeckt

    Dr. Volker Heussler gelingt die Aufklärung eines "blinden Flecks" im Lebenszyklus des Malaria-Erregers Plasmodium. Es handelt sich um die Erstbeschreibung so genannter "Merosomen", mit deren Hilfe die Erreger aus den Leberzellen in die Blutbahn gelangen. Der Ablauf dieses Übergangs, der den Wechsel von der Leber- zur Blutphase markiert, war zuvor nicht bekannt gewesen.

  • Jubiläum in Ghana

    Das Kumasi Centre for Collaborative Research in Tropical Medicine in Ghana (KCCR) feiert 10jähriges Jubiläum.

  • Das Institut wird Stiftung Öffentlichen Rechts

    Das Institut wird eine eigenständige juristische Einheit, eine Stiftung Öffentlichen Rechts. Gleichzeitig wurde die politische Verantwortung für das Institut von der Behörde für Gesundheit der Stadt Hamburg auf die Behörde für Wissenschaft und Forschung übertragen.

    Das BNI wird jetzt durch einen Vorstand geleitet, der für fünf Jahre vom Kuratorium ernannt wird und sich aus 2 oder 3 Wissenschaftler/innen sowie dem/der Kaufmännischen Geschäftsführer/in zusammen setzt:
    Die ersten Vorstandsmitglieder sind Prof. Dr. Bernhard Fleischer, Prof. Dr. Rolf Horstmann (Vorsitz) und Prof. Dr. Egbert Tannich sowie Udo Gawenda als Kaufmännischer Geschäftsführer.

    Das Kuratorium umfasst jetzt jeweils drei Vertreter/innen der Stadt Hamburg und der Bundesregierung sowie den/die Vorsitzende/n des Wissenschaftlichen Beirats, zwei gewählte Mitglieder/innen des Instituts und zwei externe Fachleute, die Interessengebiete für die Entwicklung des Instituts vertreten. Den Vorsitz übernimmt wie zuvor der/die Senator/in der für das Institut zuständigen Hamburger Behörde oder als Vertreter/in ein Staatsrat/eine Staatsrätin, derzeit Bernd Reinert.

  • Neubau

    Im Juli findet die feierliche Einweihung des Erweiterungsbaus mit Bundesgesundheits-ministerin Ulla Schmidt und Hamburgs Erstem Bürgermeister Ole von Beust statt. Forschungsgruppen der Immunologie und Virologie beziehen die neuen Laboratorien.

  • Erfolgreiche Evaluierung

    Im Juli veröffentlicht der Senat der Leibniz-Gemeinschaft seinen Bericht über die Evaluierung des Instituts durch die Leibniz-Gemeinschaft, die turnusmäßig alle sieben Jahre erfolgt. Sie war Ende 2009 durch 19 externe Gutachterinnen und Gutachter durchgeführt worden. Dem Institut werden "sehr gute bis exzellente wissenschaftliche Leistungen" und ein „überzeugendes Gesamtkonzept für die Entwicklung“ bescheinigt. Bund und Ländern wird empfohlen, es als „national und international weit sichtbares, anerkanntes Kompetenzzentrum für Tropenmedizin“ in vollem Umfang weiter zu fördern.

  • Gründung eines MVZ

    Gründung eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ), um die Patientenversorgung in der speziellen Labordiagnostik langfristig zu sichern und auszubauen. Das Institut ist als Nationales Referenzzentrum hinsichtlich Diagnostik und Beratung weiter für alle tropentypischen Infektionserreger zuständig.

  • Kooperation mit Altona Diagnostic Technologies GmbH

    Die Altona Diagnostic Technologies GmbH und das BNITM gründen ein „Public-Private Partnership“. Aus den zahlreichen diagnostischen Verfahren des Instituts sollen einfach durchzuführende Tests entwickelt und weltweit zum Verkauf angeboten werden. Das Projekt „Tropendiagnostik“ wird für vier Jahre mit über 4,5 Mio. Euro durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und die Stadt Hamburg gefördert.

    Forschungserfolge in Zusammenarbeit mit dem KCCR

    Der Gruppe um Prof. Rolf Horstmann gelingt zusammen mit Kollegen der Universität von Kumasi, Ghana, und der Universitätskliniken Lübeck und Kiel die erste erfolgreiche genomweite Suche nach Mutationen, die vor tödlichen Verläufen der Malaria schützen. Dazu untersuchten sie am KCCR in Ghana Tausende von Kleinkindern – die entscheidende Grundlage für den Studienerfolg.

    Region Hamburg wird DZIF-Standort

    Mit dem Schwerpunkt „Globale und neu auftretende Infektionen“ wird die Region Hamburg im April Standort des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF), das durch das BMBF gefördert wird. Das BNITM koordiniert Partner aus der Universität Hamburg, dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, der Universität zu Lübeck sowie den Leibniz-Instituten Heinrich-Pette-Institut – Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie und Forschungszentrum Borstel.

    Erneute Auszeichnung für die Abteilung Virologie

    Am Ende des Jahres ernennt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Abteilung Virologie zum dritten Mal in Folge zum "WHO Collaborating Centre for Arbovirus and Haemorrhagic Fever Reference and Research".

  • Neues Institutslogo eingeführt

    Das Akronym BNI wird zu BNITM verlängert, um Verwechslungen mit dem Begriff des „Bureau of National Investigation“ zu vermeiden, der mit BNI abgekürzt wird und in Ghana den Geheimdienst bezeichnet. Das neue Akronym wird mit großen Lettern in das Logo des Instituts aufgenommen.

     

     

    Forschung in Madagaskar

    Verlängerung des seit 2008 bestehenden wissenschaftlichen Kooperationsvertrags mit der Universität Antananarivo, Madagaskar, und Einweihung einer Krankenstation im madagassischen Hochland.

    Neue Arbeitsgruppen am Institut

    Dr. Ellis Owusu-Dabo wird Leiter einer Arbeitsgruppe des BNITM am KCCR in Ghana, die Besonderheiten nicht übertragbarer Erkrankungen, sog. Zivilisationskrankheiten, in den Tropen untersuchen soll. Dr. Tobias Spielmann gründet eine Arbeitsgruppe, die sich der Zellbiologie von Malaria-Parasiten widmet, und Priv.-Doz. Dr. Jonas Schmidt-Chanasit wird mit seiner neuen Arbeitsgruppe Viren untersuchen, die durch Mücken oder andere Arthropoden übertragen werden, sog. Arboviren.

    Hochsicherheitslabor in Betrieb genommen

    Das neue Hochsicherheitslabor (Biosafety Level 4-, BSL4-Labor) nimmt den Betrieb auf. Die Abteilung Virologie beginnt eine einjährige Testphase, bevor gentechnisch veränderte Viren der höchsten biologischen Risikogruppe im Institut untersucht werden können.

  • Forschung in Uganda gewürdigt

    Prof. em. Dr. Rolf Garms wird vom Gesundheitsminister der Republik Uganda mit dem „Outstanding Achievement Award“ für essentielle Beiträge zur Ausrottung der Flussblindheit in Uganda geehrt. Als Flussblindheit bezeichnet man die Erblindung in Folge einer Infektion mit bestimmten Fadenwürmern (Onchozerkarien), die in Afrika und Amerika von Kriebelmücken übertragen werden.

    Ebola-Virus-Epidemie in Westafrika

    Im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation wird das erste European Mobile Laboratory (EMLab) kurz nach Beginn der Ebola-Epidemie in Guinea eingesetzt. Wenige Monate später folgen die beiden weiteren EMlabs, ihr Einsatz wird zwei Jahre dauern. Sie werden von der Abteilung Virologie des BNITM koordiniert und mit Fachleuten aus dem BNITM und Instituten mehrerer EU-Staaten betrieben. Die Labors werden einen wesentlichen Beitrag zur Diagnostik der letztlich 28.000 Ebola-Fälle leisten. (Foto: © EMLab)

  • Neues Borna-Virus entdeckt

    Nach Auftreten tödlicher Gehirnentzündungen bei drei Züchtern von Bunthörnchen innerhalb von drei Jahren in Sachsen-Anhalt gelingt es Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des BNITM und des Friedrich-Loeffler-Instituts, als Ursache ein neuartiges Bornavirus nachzuweisen, das offenbar bei engem Kontakt von den Tieren auf Menschen übertragen wird. Das Robert Koch-Institut und die Veterinär- und Gesundheitsbehörden des Landes werden alarmiert. (Foto: © Hans Hillewaert / CC BY-SA 4.0)

    Bundesgesundheitsminister dankt Ebola-Helfern

    Bundesminister Hermann Gröhe und Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt besuchen das Institut, um sich persönlich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des BNITM für ihre zahlreichen Einsätze im Ebola-Krisengebiet und für zuverlässige Diagnostik von Proben aus aller Welt zu bedanken.

  • Zika-Virus-Epidemie in Amerika

    Als WHO Collaborating Centre für Arbovirus-Infektionen untersucht die virologische Diagnostik des Instituts Anfang des Jahres bis zu 100 Proben aus Brasilien täglich, zusätzlich zu den ohnehin zahlreichen Proben von Reisenden aus Deutschland und anderen europäischen Ländern. Ende 2015 hat das brasilianische Gesundheitsministerium einen auffälligen Anstieg von Geburtsschäden verzeichnet, die in einem zeitlichen Zusammenhang mit einer Epidemie von Infektionen mit dem Zika-Virus stehen. Im Februar 2016 ruft die Weltgesundheitsorganisation den internationalen Gesundheitsnotstand (public health emergency of international concern) aus. Später wird die Infektion als Ursache der Geburtsschäden wissenschaftlich nachgewiesen.

    Politische Besuche im Institut

    Im Januar empfängt der Vorstand den Bundestagsabgeordneten Stephan Albani, im Februar informiert sich der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft Prof. Matthias Kleiner über die Arbeit des Instituts und im Oktober besucht Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz das Institut.

    Umstrukturierung der wissenschaftlichen Einheiten

    Zum 1. Oktober geht Prof. Bernhard Fleischer in den Ruhestand. Seine Professur für Immunologie wird in eine W3-Professur für Epidemiologie umgewidmet und die Sektionen „Parasitologie“ und „Virologie und Immunologie“ werden zur Sektion „Molekularbiologie und Immunologie“ zusammengelegt, während Klinische Forschung und Epidemiologie nunmehr eigenständige Sektionen bilden. Mit der Medizinischen Fakultät der Universität Hamburg werden die Berufungsverfahren für W3-Professuren für „Epidemiologie“ und „Klinische Forschung“ eingeleitet.

    Neue Geschäftsführerin

    Zum 15. Februar nimmt Birgit Müller die Arbeit als Geschäftsführerin und Vorstandsmitglied des Instituts auf.

    Evaluierung durch die Leibniz-Gemeinschaft

    Im zweiten Halbjahr 2016 findet die aufwendige siebenjährliche Evaluierung des Instituts durch die Leibniz-Gemeinschaft statt, die mit dem Besuch einer Gutachtergruppe im November abgeschlossen wird.

  • Evaluierung durch die Leibniz-Gemeinschaft erfolgreich abgeschlossen

    In seiner abschließenden Stellungnahme betont der Senat der Leibniz-Gemeinschaft, dass sich das Zusammenspiel von Laborforschung, patientenorientierter Forschung und bevölkerungsbasierter Forschung am Institut bewährt habe. Seit der letzten Evaluierung 2010 habe das BNITM sein Gesamtkonzept erfolgreich weiterentwickelt und werde auch die kommenden sieben Jahre weiter durch Bund und Länder gefördert.

    Virusforschung erneut durch die WHO ausgezeichnet

    Die Abteilung Virologie wird zum vierten Mal in Folge zum „WHO Collaborating Centre for Arbovirus and Haemorrhagic Fever Reference and Research“ ernannt.

    Eröffnung des CSSB

    Am 29. Juni 2017 wird das Centre for Structural Systems Biology (CSSB) auf dem Gelände des Deutschen Elektronensynchrotons (DESY) feierlich eröffnet. Das BNITM wird durch die Abteilung Zelluläre Parasitologie unter der Leitung von Prof. Tim Gilberger vertreten sein.

    20 Jahre KCCR

    An den Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen des Kumasi Centre for Collaborative Research (KCCR) nehmen neben dem Kanzler der Universität Kumasi und Vorstandsmitgliedern des BNITM u.a. der deutsche Botschafter in Ghana sowie hohe Vertreter der ghanaischen Regierung und des Königs der Ashanti teil.

    50-jähriges Jubiläum der Entdeckung des Marburg-Virus

    Mit einem wissenschaftlichen Symposium würdigt das Institut die Arbeit von Prof. Werner Slenczka (Universität Marburg) und Dr. Günther Müller (ehemaliger Mitarbeiter des BNITM), die 1967 das Marburg-Virus identifizierten, neun Jahre vor Entdeckung des nahe verwandten Ebola-Virus.

    EU-Kommissar besucht EMLab

    Christos Stylianides, EU-Kommissar für Humanitäre Hilfe und Krisenmanagement, informiert sich über die Arbeitsweise in einem European Mobile Laboratory (EMLab), das eine Mitarbeiterin des BNITM vorführt. Begleitet wird er von Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank sowie zahlreichen Pressevertretern. (Foto: © European Union , 2017 / Photo: Carmen Jaspersen)

    Aufbau mobiler Labordiagnostik in Ostafrika

    Um grenzüberschreitende Epidemien frühzeitig zu erkennen, betreut das Institut die Anschaffung und Inbetriebnahme von insgesamt 9 mobilen Laboratorien in sechs ostafrikanischen Ländern, sowie die Ausbildung des entsprechenden Laborpersonals.

  • Neuer Vorstand und neue Arbeitsgruppen am Institut

    Nachdem Prof. Rolf Horstmann Ende 2017 in den Ruhestand gegangen ist, hat Prof. Egbert Tannich seit Beginn des Jahres die Arbeit als Vorstandsvorsitzender des Instituts aufgenommen. Neben Geschäftsführerin Birgit Müller sind Prof. Jürgen May und Prof. Stephan Günther in den Vorstand gewechselt. Zudem gab es Umstrukturierungen bei den Forschungsgruppen: Prof. Egbert Tannich hat den Aufbau einer Abteilung „Infektionsdiagnostik“ übernommen und Prof. Michael Ramharter wurde auf die W3-Professur „Klinische Tropenmedizin“ am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf berufen und zieht mit seiner Abteilung „Klinische Forschung“ ans BNITM. Zusätzlich wurden neue eigenständige Arbeitsgruppen eingerichtet: Prof. Iris Bruchhaus leitet die AG „Protozoologie“, Prof. Hannelore Lotter die AG „Molekulare Infektionsimmunologie“ und Dr. Cesar Munoz-Fontela die AG „Virus Immunologie“.