Tierexperimentelle Forschung am BNITM

„Eingriffe oder Behandlungen zu Versuchszwecken an Tieren, wenn sie mit Schmerzen, Leiden oder Schäden für diese Tiere verbunden sein können“ werden laut deutschem Tierschutzgesetz als Tierversuche definiert.

Illustration: Warum sind Tierversuche notwendig? Fünf Punkte sind genannt: Krankheiten erforschen, Medikamente prüfen,Schutz von Mensch & Tier, Körperfunktion erforschen, Lehre.Quelle: tierversuche-verstehen.de

 

Das BNITM widmet sich der Forschung, Lehre, Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie der Beratung und Versorgung auf dem Gebiet tropentypischer Erkrankungen und neu auftretender Infektionskrankheiten. Dabei stehen parasitäre Erkrankungen wie Malaria, Leishmaniosen oder Wurminfektionen sowie durch Arboviren und hämorrhagische Fieberviren verursachte Infektionen als auch die Entwicklung neuer Diagnostika im Vordergrund. Die Grundlagenforschung ermöglicht es uns, neue Erkenntnisse über die komplexe Biologie von Krankheitserregern und der Prozesse zu erhalten, die im Körper des Wirts ablaufen. Dies ist eine absolute Grundvoraussetzung um potentielle Medikamente und Therapien zu entwickeln oder zu verbessern.

Das BNITM unterstützt die Erforschung von 3D-Organoid-Modellen und strebt den Einsatz von Alternativmethoden in den eigenen Laboratorien an.

Alternative Methoden, die diese komplexen biologischen Interaktionen immitieren, stehen bislang leider nur sehr limitiert zur Verfügung. Daher besteht in einigen Bereichen unserer Forschung noch eine Notwendigkeit um tierexperimentelle Arbeiten durchzuführen.

Anwendungsgebiete tierexemperimenteller Arbeiten

 

Grafik, die zeigt, in welchen Anwendungsgebieten Tierversuche stattfinden: Gifttigkeit, Immunologie, Forschung Erbmaterial, Chirurgie, Veterinärmedizin, NeurowissenschaftQuelle: www.tierversuche-verstehen.de / DFG

In Deutschland werden Tierversuche in den Bereichen der Prüfung der Toxikologie, der Immunologie, der Erforschung des Erbmaterials, der Chirurgie, der Veterinärmedizin und der Neurowissenschaften eingesetzt. Tierversuche, um biologische Waffen, Munition als auch anderes militärisches Gerät zu entwickeln und zu erproben, sind nicht erlaubt. Ebenso wie Tierversuche zur Entwicklung von Tabakerzeugnissen, Waschmitteln und Kosmetika.

Am BNITM werden Tierversuche hauptsächlich im Bereich der immunologischen und translationalen Infektionsforschung eingesetzt und nur in geringem Umfang für andere experimentelle Zwecke (Routineproduktion, Ausbildung).

Tortendiagramm Versuchszwecke tierexperimenteller Arbeiten am BNITM 2021: Immunoloige, Infektionskrankheiten des Menschen, Routineproduktion, Ausbildung.
Bereiche tierexperimenteller Arbeiten am BNITM im Jahr 2021.
©BNITM

Belastungsgrade für Tiere in der Forschung


„Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“ Dies ist der zentrale Grundsatz des §1 des Deutschen Tierschutzgesetzes.

Dennoch sind gewisse Ausnahmen dieses Grundsatzes in §7 des Deutschen Tierschutzgesetzes zugelassen. Dazu müssen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Versuchszwecke ethisch vertreten können und somit darlegen, dass sie die zu erwartenden Schmerzen, Schäden, Leiden so wenig belastend wie möglich vornehmen.

Sogenannte Belastungsgrade helfen dabei, die geplanten Versuche hinsichtlich Schmerzen, Leiden oder Schäden vorausschauend zu beurteilen und somit die Suche nach weniger belastenden Alternativen zu erleichtern.

Eine ausführliche Beschreibung der Belastungsgrade finden Sie auf der Website der Initiative "Tierversuche verstehen" unter den FAQs (12. Punkt)

Am BNITM finden hauptsächlich Versuche statt, die als gering belastend eingestuft werden. Dabei sind keine wesentlichen Beeinträchtigungen des Wohlergehens der Versuchstiere zu erwarten. Geringe Schmerzen, Leiden oder Ängste werden, wenn überhaupt, nur kurzzeitig verursacht. Versuche, bei denen mittelschwere Belastungen zu erwarten sind, finden nur in einem geringen Maße und Versuche mit schwere Belastungen finden überhaupt nicht statt. 

Die Grafik zeigt die vier Belastungsgrade auf, die das Tierschutzgesetzt bei Tierversuchen unterscheidet.©tierversuche-verstehen.de
Die Illustration zeigt welchen Belastungen Tiere 2020 ausgesetzt waren:67 % leichte,24 % mittelschwere, 4 % schwere, 6 % Tod oder Vollnarkose.
Versuchstierzahlen 2019 des BMEL.
©tierversuche-verstehen.de