FAQ zum Q-Fieber

1. Was ist das Q-Fieber?

Das Q-Fieber (von englisch Query-Fever) ist eine Krankheit, die durch eine Infektion mit dem Bakterium Coxiella burnetii verursacht wird. Es handelt sich um eine Zoonose, das heißt, um eine von Tieren auf Menschen übertragbare Krankheit.

2. Wo kommt es vor?

Coxiella burnetii-Bakterien kommen weltweit vor, mit Ausnahme von Neuseeland und der Antarktis. Das Q-Fieber ist selten, in Deutschland wurden in den letzten 20 Jahren zwischen 50 und 400 Fälle jährlich gemeldet. Die Erkrankung betrifft in erster Linie Schafe, Ziegen und Rinder, seltener können auch andere Haussäugetiere einschließlich Katzen und Hunde infiziert werden. Die meisten Ausbrüche werden auf dem Land registriert, z.B. in Schäfereien.

3. Wie wird Coxiella burnetii übertragen?

Die Infektion erfolgt typischerweise durch Einatmen einer sporenähnlichen Form des Bakteriums, z.B. in kontaminiertem Staub, Heu oder auf Wolle. Dort kann der Erreger jahrelang überleben und infektiös bleiben. Eine Übertragung ist auch durch Kontakt mit Milch, Urin, Kot, Vaginalsekret oder Sperma infizierter Tiere möglich. In seltenen Fällen wird die Krankheit durch Zecken übertragen. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung kommt nur in Ausnahmefällen vor.

4. Welche Symptome treten auf?

Symptome bei Menschen

Die Inkubationszeit beträgt 9 bis 40 Tage. Etwa die Hälfte der Infektionen verläuft symptomlos oder mild. Es kann aber auch zu grippeähnlichen Beschwerden kommen wie plötzlich einsetzendes Fieber, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Husten, Brustschmerzen, seltener Magen-Darm-Symptome. Das meist leichte Fieber hält etwa sieben bis vierzehn Tage an.

Gelegentlich kommt es zu schweren akuten Verläufen mit Lungen- oder Leberentzündung. Selten kann die Erkrankung chronisch verlaufen, zum Beispiel als Q-Fieber-Endokarditis (Herzklappenentzündung). Besonders gefährdet sind Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen (z.B. Immunsupprimierte und Menschen mit künstlichen Herzklappen oder Gefäßprothesen).

Symptome bei Tieren

Bei Rindern und Schafen verläuft das Q-Fieber meist ohne deutliche Symptome. Wenn, dann zeigt sich die Infektion durch Fressunlust, Fehlgeburten, Fehlbildungen, Euterentzündungen und Unfruchtbarkeit.

Nachgefärbte rasterelektronenmikroskopische Aufnahme einer geplatzten Zelle mit Coxiellen: Eine rötlich-orange Zellöffnung, darin viele kleinere hellgrüne Kugeln.
Nachgefärbte rasterelektronenmikroskopische Aufnahme einer geplatzten Zelle mit Coxiellen   ©cdc

5. Was tue ich bei Verdacht auf Q-Fieber?

Da die Symptome in der überwiegenden Mehrheit der Fälle unspezifisch sind, ist ein klinischer Verdacht ohne räumlichen und zeitlichen Zusammenhang zu einem bestehenden Ausbruch schwierig. Wenn Sie oder Ihre Angehörigen glauben, möglicherweise an Q-Fieber erkrankt zu sein, wenden Sie sich bitte an Ihre Hausarztpraxis oder das zuständige Gesundheitsamt Ihrer Region. Das Q-Fieber lässt sich mit Hilfe einer Blutprobe diagnostizieren (Antikörpertest). Bei einem Nachweis von Q-Fieber kann die Erkrankung gezielt behandelt werden.

6. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Eine akute Q-Fieber-Erkrankung kann mit Antibiotika wie Doxycyclin, Co-trimoxazol oder Chinolonen behandelt werden. Bei chronischen Formen wird die Therapie über mindestens ein Jahr gegeben, manchmal kombiniert mit dem ebenfalls wirksamen Malariamittel Hydroxychloroquin.

7. Wie kann ich mich schützen?

In Deutschland ist keine Impfung gegen den Erreger zugelassen. Meiden Sie zwischen Frühjahr und Herbst Tierherden mit Jungtieren. Fassen Sie keine Tiere an. Waschen Sie sich die Hände.

Kontakt

  • Prof. Dr. med.  Dennis Tappe
  • Research Group Leader
  • Telefon: +49 40 285380-499
  • Fax: +49 40 285380-252
  • E-Mail: tappe@bnitm.de