Kooperationen mit Hochschulen

Medizinische Fakultät der Universität Hamburg / Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Die Verbindungen zwischen dem Institut und der Medizinischen Fakultät der Universität Hamburg (UHH) sind historisch gewachsen und eng. Seit Jahrzehnten unterhalten UKE und BNITM gemeinsame Professuren, die die wissenschaftliche Zusammenarbeit in Forschung und Lehre strukturell verankern. Die Kooperation umfasst Forschung zu Infektionskrankheiten, Immunologie und klinischer Versorgung. Gemeinsame Forschungsprojekte finden auch im Rahmen des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) und verschiedener DFG‑Verbundvorhaben statt. Eine assoziierte Abteilung des UKE am BNITM stärkt die Zusammenarbeit zusätzlich, ebenso wie die vom UKE betriebenen reisemedizinischen Angebote in den Räumen des Instituts.

Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften (MIN) der Universität Hamburg
Die Zusammenarbeit des Instituts mit der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften (MIN) der Universität Hamburg (UHH) ist ein zentraler Bestandteil der Forschungs- und Nachwuchsförderung am BNITM. Kooperationsprojekte, Lehrangebote und die Betreuung von Studierenden bilden die Grundlage einer engen wissenschaftlichen Partnerschaft. Drei Institutsleitungen wurden gemeinsam berufen, weitere Beschäftigte haben außerplanmäßige Professuren inne. Die wissenschaftlichen Beziehungen basieren auf abgestimmten Forschungs- und Verbundprojekten in verschiedenen Sektionen – die Sektion Implementation und das neue Centre for Computational Sciences bieten weitere Anknüpfungspunkte. Lehre für die Masterstudiengänge Biologie und Molecular Life Science erfolgt zu großen Teilen am BNITM, auch Masterarbeiten werden betreut.

Universität Erfurt
Seit 2021 kooperiert das BNITM mit der Universität Erfurt, insbesondere in den Bereichen Gesundheitskommunikation, Psychologie und empirische Sozialforschung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie wissenschaftliche Erkenntnisse so vermittelt und angewendet werden können, dass Infektionsschutz und globaler Gesundheitsschutz wirksam gestärkt werden. Die am BNITM angesiedelte Arbeitsgruppe Gesundheitskommunikation trägt als WHO‑Kooperationszentrum für Verhaltensforschung zur Förderung globaler Gesundheit dazu bei, evidenzbasierte Ansätze für Prävention und Gesundheitsverhalten zu entwickeln. Ein besonderer Fokus liegt auf ressourcenlimitierten Regionen und dem Zusammenspiel von Infektionsschutz und Klimafolgen.

Kwame Nkrumah University of Science and Technology (KNUST), Kumasi, Ghana
Seit 1997 betreibt das BNITM zusammen mit der Kwame Nkrumah University of Science and Technology (KNUST) in Kumasi, Ghana, und dem ghanaischen Gesundheitsministerium (MoH) das Kumasi Centre for Collaborative Research (KCCR), ein Forschungs- und Ausbildungszentrum auf dem Campus der KNUST. Grundlage ist ein Staatsvertrag zwischen der Republik Ghana und der Freien und Hansestadt Hamburg. Das Universitätskrankenhaus in Kumasi (Komfo Anokye Teaching Hospital) ist ein wichtiger eigenständiger Forschungspartner des BNITM für klinische Studien.
Netzwerke

Die Leibniz-Gemeinschaft
Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) ist eine der rund 100 Forschungseinrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft. Sie betreiben Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen — unter anderem in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam.

Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF)
Das BNITM koordiniert die Arbeit des Standortes Hamburg-Lübeck-Borstel-Riems im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF). Er widmet sich den Themen „Neu-auftretende Infektionskrankheiten“, „Malaria und vernachlässigte Tropenkrankheiten (NTDs)“, „HIV“, „Tuberkulose“ und „Neue Antibiotika“. An dem Standort sind neben dem BNITM die Universität Hamburg (UHH), das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), die Universität zu Lübeck, das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), das Leibniz-Institut für Virologie (LIV) und das Forschungszentrum Borstel beteiligt. Außerdem arbeiten Forschende in ihren Fachgebieten zusammen, etwa zu Themen wie „Infektionen im immungeschwächten Wirt“, „Hepatitis“, „Krankenhauskeime und Antibiotika-resistente Bakterien“ und „Neuen antiviralen Substanzen“. Überergeordnetes Ziel des DZIF ist die Translation, d.h., Ergebnisse aus der Grundlagenforschung möglichst zielgerichtet in die klinische Anwendung zu übertragen.

Leibniz Center Infection (LCI)
Das BNITM arbeitet im Leibniz Center Infection (LCI) eng mit dem Leibniz-Institut für Virologie (LIV) und dem Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum (FZB) zusammen. Die drei norddeutschen Institute ergänzen sich thematisch in der Erforschung weltweit bedeutender Infektionskrankheiten und entwickeln gemeinsame Projekte, Programme und Förderinitiativen. Das LCI betreibt eine Graduiertenschule und richtet jährlich ein internationales Symposium aus, um den wissenschaftlichen Austausch zu stärken. Der Verbund plant, die Zusammenarbeit mit dem UKE und weiteren Fakultäten der Universität Hamburg auszubauen, um seine interdisziplinäre Ausrichtung weiter zu entwickeln.

Zentrum für Strukturelle Systembiologie (CSSB)
Das Centre for Structural Systems Biology (CSSB) ist eine gemeinsame Initiative von neun Forschungseinrichtungen. Seit 2017 verfügt es über ein eigenes Forschungsgebäude auf dem DESY‑Campus in Hamburg‑Bahrenfeld. Zu den Hamburger Partnern gehören neben dem BNITM die Universität Hamburg, das Leibniz‑Institut für Virologie, die EMBL‑Einheit in Hamburg, DESY und das Universitätsklinikum Hamburg‑Eppendorf. Das CSSB erforscht die molekularen Mechanismen von Infektionen – also wie Krankheitserreger aufgebaut sind, wie sie sich im Infektionsverlauf in der Wirtszelle verändern und wie sie mit Zellstrukturen und Abwehrmechanismen interagieren. Dafür nutzt es struktur- und molekularbiologische Methoden, bildgebende Verfahren sowie systembiologische Ansätze. Durch die Lage auf dem DESY‑Campus stehen modernste Strahlungsquellen wie PETRA III und der European XFEL zur Verfügung, die hochauflösende Analysen von Molekülen und komplexen biologischen Strukturen ermöglichen.

Leibniz INFECTIONS
Das BNITM ist Gründungsmitglied des Forschungsverbunds „INFECTIONS“ und arbeitet darin seit 2015 eng mit Partnern aus verschiedenen Disziplinen zusammen. Der Verbund greift neue Herausforderungen durch Infektionskrankheiten auf – von neu auftretenden Erregern über Antibiotikaresistenzen bis zu Klimawandel und globaler Mobilität. Er stärkt die Kooperation über Fachgrenzen hinweg und schafft dafür verlässliche Strukturen für Austausch und gemeinsame Forschung. Im Zentrum stehen Frühwarnsysteme und Risikoabschätzungen, teils auch im Dialog mit der Öffentlichkeit. So sollen Ausbrüche früher erkannt, die Ausbreitung von Erregern gebremst und Maßnahmen im One‑Health‑Sinn für Mensch und Tier besser abgestimmt werden.

PIER PLUS
PIER PLUS fördert und stärkt die Zusammenarbeit und Vernetzung der Hochschulen und außeruniversitären Forschungsinstitute in Hamburg. Die Partner in PIER PLUS arbeiten dafür in sechs Profilen zusammen, die an aktuellen Forschungsfragen und -themen ausgerichtet sind, und koordinieren sich in fünf gemeinsamen Handlungsfeldern.
Kooperationen mit anderen Forschungseinrichtungen
Kooperationen in Deutschland

Robert Koch-Institut
In einer Kooperationsvereinbarung stimmten BNITM und RKI 2009 ihre Versorgungsleistungen ab: Das RKI übernimmt vor allem Themen zu einheimischen Erkrankungen, das BNITM vor allem Infektionen aus anderen Teilen der Welt. So bearbeiten Beschäftigte beider Institute importierte oder außergewöhnliche Krankheitsfälle gemeinsam und veröffentlichen ausgewählte Fallberichte; dazu zählten unter anderem importierte Dengue‑ und Zika‑Fälle. Als Nationales Referenzzentrum für tropische Infektionserreger arbeitet das BNITM hierfür eng mit dem RKI zusammen. Darüber hinaus unterstützen BNITM und RKI die Umsetzung des Global Health Protection Programme des BMG, etwa in Ausbildungsprojekten, bei der Organisation mobiler Laboratorien und über eine schnell einsetzbare Expertengruppe, die bei Ausbrüchen betroffene Länder berät.

Bundeswehrkrankenhaus Hamburg
Der Fachbereich Tropenmedizin des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg (FbTropMed) ist seit 2006 Kooperationspartner des BNITM und des Centre of Tropical Medicine (Bernhard-Nocht Institut für Tropenmedizin gemeinsam mit der I. Medizinischen Klink des Universitätsklinikums Eppendorf). Mitarbeiter:innen des FbTropMed sind in der klinischen Versorgung stationärer und ambulanter Patient:innen sowie in gemeinsamen Forschungsprojekten tätig. So kann sich Fachpersonal des Sanitätsdienstes der Bundeswehr für weltweite Einsätze in Übung halten, aus- und weiterbilden und erforderliche Fachexpertise im Bereich Tropen- und Infektionsmedizin erwerben. Aus der Kooperation sind bisher mehr als 100 gemeinsame Publikationen hervorgegangen; außerdem arbeiteten die Partner während der Ebola‑Epidemie 2014–2016 eng zusammen.
Kooperationen in Afrika
Das Institut unterhält zahlreiche mit Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen auf dem afrikanischen Kontinent. Unsere Forschung soll ausschließlich humanen und friedlichen Zwecken dienen. Daher sichern wir uns gegen die missbräuchliche Anwendung unserer Forschung ab. Zudem wahren wir uneingeschränkt die Rechte von Ländern und Patientinnen und Patienten an ihren biologischen Ressourcen. Negative Auswirkungen unserer Forschung auf Menschen, Gesellschaft und Umwelt vermeiden oder minimieren wir. Mit unserem Wirken verpflichten wir uns dabei den UN Sustainable Development Goals.

Kumasi Centre for Collaborative Research, Kumasi, Ghana
Das Kumasi Centre for Collaborative Research in Tropical Medicine (KCCR) ist eine internationale Forschungs- und Ausbildungsplattform in Kumasi, Ghana. Es wir gemeinsam betrieben von der Kwame Nkrumah University of Science and Technology (KNUST), dem BNITM und dem ghanaischen Gesundheitsministerium.
BNITM und KCCR arbeiten in mehreren institutsübergreifenden Forschungsgruppen zusammen und setzen kooperative Projekte mit ghanaischen und internationalen Partnern um. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt auf Malaria, Tuberkulose, Salmonellosen und weiteren bakteriellen beziehungsweise parasitären Erkrankungen, auf Antimikrobieller Resistenz (AMR) sowie auf One Health und Schlangenbissen.
Das KCCR verfügt über moderne Büro‑ und Laborflächen einschließlich BSL‑3‑Laboren und einem BSL‑3‑Insektarium.

Université d‘Antananarivo, Madagaskar
Das BNITM kooperiert seit 2009 mit der Universität von Antananarivo. Seit dem Start des ersten Projekts im April 2010 wurden überwiegend epidemiologische Studien zu Malaria, Chikungunya- und Dengue-Fieber, Rickettsiosen, StaphylokokkenInfektionen sowie Schistosomiasis durchgeführt. Zudem wurde eine multizentrische Studie zu Sepsis bei Kindern in Madagascar initiiert und unterstützt. Neben wissenschaftlich motivierten Feldstudien lag ein Schwerpunkt darauf, Laborinfrastruktur aufzubauen und madagassische Wissenschaftler:innen auszubilden und weiterzubilden.

Irrua Specialist Teaching Hospital (ISTH), Irrua, Nigeria
Die BNITM‑Abteilung Virologie arbeitet seit 2007 mit dem Irrua Specialist Teaching Hospital (ISTH) in Nigeria zusammen. Es untersteht dem nigerianischen Bundesministerium für Gesundheit. Das ISTH liegt in einer Region, in der Lassa‑Fieber endemisch ist. Die Partner betreiben dort eine molekulare Diagnostik und testen über 4.500 Proben pro Jahr; etwa zehn Prozent fallen Lassa‑Virus‑positiv aus. Gemeinsam bearbeiten Teams von BNITM und ISTH Forschungsfragen zu Diagnostik, Krankheitsmechanismen, klinischem Verlauf, Immunreaktionen und Viruspersistenz bei Überlebenden. Zusätzlich verfolgen sie die Ausbreitung des Virus während der Ausbruchssaison mit Sequenzierung in Echtzeit und führen klinische Studien mit der BNITM‑Abteilung Klinische Forschung durch. Programme mit CEPI (Coalition for Epidemic Preparedness Innovations) ergänzen die Zusammenarbeit, etwa zu serologischen Tests und epidemiologischen Studien; die Aktivitäten laufen in enger Abstimmung mit der WHO und dem Nigeria Centre for Disease Control (NCDC).

Centre de Recherches Médicales de Lambaréné, Gabun
Das Centre de Recherches Médicales de Lambaréné (CERMEL) in Gabun ist seit 2018 ein enger Kooperationspartner des BNITM. CERMEL bietet in Zentralafrika eine moderne Infrastruktur für klinische Studien, Grundlagenforschung und Entomologie. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt der Zusammenarbeit auf Malaria und vernachlässigten Tropenerkrankungen; das Institut bringt dafür breite Erfahrung in Interventions- und Impfstudien ein. Darüber hinaus beteiligt sich CERMEL an Lehre und akademischer Weiterbildung in der Region und kooperiert mit Universitäten in der Republik Kongo, Kamerun und Benin sowie mit akademischen Partnern in Europa. Eine vom BNITM am CERMEL betriebene Arbeitsgruppe wird von Prof. Ghyslain Mombo‑Ngoma geleitet. Zusätzlich entsteht in einer ländlichen Region eine Forschungsstation mit medizinischem Zentrum als weitere Basis, insbesondere für Vorhaben der Implementationsforschung.
Kooperationen in Lateinamerika
Fundação Oswaldo Cruz (FIOCRUZ), Rio de Janeiro, Brasilien
Mit der brasilianischen Fundação Oswaldo Cruz (FIOCRUZ) verbindet das BNITM eine jahrzehntelange Zusammenarbeit. In den 1970er Jahren installierte das BNITM im FIOCRUZ-Institut von Rio de Janeiro die Elektronenmikroskopie und arbeitete entsprechend Personal ein. 2011 wurde der jüngste Kooperationsvertrag geschlossen, der kürzlich erneuert wurde. Aktuell konzentriert sich die Zusammenarbeit auf die Etablierung einer Surveillance von Stechmücken im Großraum Rio de Janeiro.
Fundação de Medicina Tropical Dr. Heitor Dourado Vieira (FMT-HDV), Manaus, Brasilien
Mit der langsam aber stetig abnehmenden weltweiten Prävalenz der Falciparum-Malaria rückt die Vivax-Malaria zunehmend in das Interesse der Wissenschaft. Der Erreger Plasmodium vivax kann im Gegensatz zu P. falciparum nicht in vitro gezüchtet werden. Daher ist für seine Erforschung eine enge Verbindung mit einem Forschungsinstitut in einem der Endemiegebiete unverzichtbar. Da P. vivax am Standort des KCCR wie in ganz Westafrika nicht vorkommt, wurde 2012 eine Kooperationsvereinbarung mit dem Tropeninstitut von Manaus geschlossen, das inmitten eines großen Endemiegebiets von P. vivax liegt. Nach einem anfänglichen Projekt zur genetischen Charakterisierung von klinischen P.-vivax-Isolaten wurde die Kooperationsvereinbarung allerdings zunächst nicht weiter mit Leben gefüllt. Sie bietet aber die Möglichkeit, jederzeit entsprechende Kooperationen wieder aufzunehmen.
German-Costa Rican Center for Climate Adaptation and Infectious Diseases (GC-ADAPT)
Das German-Costa Rican Centre for Climate Adaptation and Infectious Diseases GC-ADAPT erforscht, wie Klimabedingungen die Ausbreitung und Dynamik von Infektionskrankheiten beeinflussen. Dafür baut es eine dauerhafte internationale Forschungskooperation auf. Das Zentrum verknüpft Klimadaten mit der Überwachung und Forschung klimasensitiver Infektionen und antimikrobieller Resistenzen (AMR), um Risiken besser einzuschätzen und Präventions- und Anpassungspläne im Kontext des Klimawandels zu entwickeln.
Kooperationen in Europa
National Institute of Public Health und University of „Hasan Prishtina”, Kosovo
Kosovo gehört zu den europäischen Endemiegebieten des Krim-Kongo-Hämorrhagischen Fiebers (CCHF). Seit 2008 besteht eine enge Zusammenarbeit der Abteilung Virologie mit der Medizinischen Fakultät der Universität Prishtina und dem National Institute of Public Health (NIPH) zur Unterstützung diagnostischer Nachweismethoden von CCHFV. Die Zusammenarbeit wurde über die Förderung eines Projekts durch das Auswärtige Amt 2013 intensiviert und durch den Abschluss von Kooperationsvereinbarungen formalisiert. Unter Nutzung von Patientenproben aus dem Kosovo werden im BNITM molekulare und serologisch diagnostische Nachweisverfahren entwickelt. Die kosovarischen Partnerinstitutionen haben großes Interesse an der Nutzung der vom BNITM entwickelten Tests, da diese im Gegensatz zu kommerziellen Tests auch Antikörper tierischen Ursprungs anzeigen. Da CCHF nicht nur über Vektoren (Zecken), sondern auch durch Kontakt mit dem Blut infizierter Tiere (z.B. Kühe, Schafe, Ziegen) übertragen wird, besteht im Kosovo ein großes Interesse, durch den Einsatz der Tests auch das Infektionsrisiko beim Umgang mit Nutztieren und bei ihrer Schlachtung einzuschätzen.
Kooperationen in Asien
Vietnamese Military Medical University (VMMU), Hanoi, Vietnam
Im Jahr 2015 besuchte eine Delegation der Vietnamese Military Medical University (VMMU) aus Hanoi das BNITM und bot ihm an, bei der Diagnostik unklarer Meningoenzephalitiden und bei der Suche nach neuartigen Infektionserregern zusammenzuarbeiten. Hintergrund war offenbar die Ebola-Epidemie, die im Jahr zuvor in Westafrika ausgebrochen war und bei der sich das BNITM stark in der Diagnostik engagiert hatte. Da das Institut früher sehr gute Erfahrungen bei der Kooperation mit der Universität von Hue in Vietnam gemacht hatte, nahm es das Angebot an und unterzeichnete eine erste Kooperationsvereinbarung.