Kooperationen mit Hochschulen

Das Bild zeigt das Logo des Uniklinikums Hamburgs. Zu sehen ist ein blaues Rechteck, bei dem rechts unten die Buchstaben U und K in weiß und ein blaues E außerhalb des blauen Rechtecks stehen, sodass sich der Schriftzug UKE ergibt. Unter dem blauen Rechteck steht Hamburg.

Medizinische Fakultät der Universität Hamburg / Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

Die Verbindungen zwischen dem Institut und der Medizinischen Fakultät der Universität Hamburg (UHH) sind historisch gewachsen und eng. Seit Jahrzehnten unterhalten UKE und BNITM gemeinsame Professuren, die die wissenschaftliche Zusammenarbeit in Forschung und Lehre strukturell verankern. Die Kooperation umfasst Forschung zu Infektionskrankheiten, Immunologie und klinischer Versorgung. Gemeinsame Forschungsprojekte finden auch im Rahmen des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) und verschiedener DFG‑Verbundvorhaben statt. Eine assoziierte Abteilung des UKE am BNITM stärkt die Zusammenarbeit zusätzlich, ebenso wie die vom UKE betriebenen reisemedizinischen Angebote in den Räumen des Instituts.

Das Logo Uni Hamburg: Ein rotes Quadrat mit weißer Inschrift und weißem Hamburg-Wappen.

Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften (MIN) der Universität Hamburg

Die Zusammenarbeit des Instituts mit der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften (MIN) der Universität Hamburg (UHH) ist ein zentraler Bestandteil der Forschungs- und Nachwuchsförderung am BNITM. Kooperationsprojekte, Lehrangebote und die Betreuung von Studierenden bilden die Grundlage einer engen wissenschaftlichen Partnerschaft. Drei Institutsleitungen wurden gemeinsam berufen, weitere Beschäftigte haben außerplanmäßige Professuren inne. Die wissenschaftlichen Beziehungen basieren auf abgestimmten Forschungs- und Verbundprojekten in verschiedenen Sektionen – die Sektion Implementation und das neue Centre for Computational Sciences bieten weitere Anknüpfungspunkte. Lehre für die Masterstudiengänge Biologie und Molecular Life Science erfolgt zu großen Teilen am BNITM, auch Masterarbeiten werden betreut.

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Universität Erfurt

Seit 2021 kooperiert das BNITM mit der Universität Erfurt, insbesondere in den Bereichen Gesundheitskommunikation, Psychologie und empirische Sozialforschung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie wissenschaftliche Erkenntnisse so vermittelt und angewendet werden können, dass Infektionsschutz und globaler Gesundheitsschutz wirksam gestärkt werden. Die am BNITM angesiedelte Arbeitsgruppe Gesundheitskommunikation trägt als WHO‑Kooperationszentrum für Verhaltensforschung zur Förderung globaler Gesundheit dazu bei, evidenzbasierte Ansätze für Prävention und Gesundheitsverhalten zu entwickeln. Ein besonderer Fokus liegt auf ressourcenlimitierten Regionen und dem Zusammenspiel von Infektionsschutz und Klimafolgen.

Das Logo der KNUST: Insgesamt sieht man sechs Elemente: einen Banner, einen goldenen Stuhl, einen Adler mit ausgebreiteten Flügeln, grüne Blätter, einen Messschieber und eine Feuerschale. Unten steht auf einem Banner der Slogan Nyansapo wosane no badwenma (eng. The knot of Wisdom is untied only by the wise). Darüber ist der goldene Stuhl zu sehen, auf dem ein goldener Adler mit ausgebreiteten Flügeln sitzt. Hinter den Flügeln des Adlers ranken sich grüne Blätter. Umrandet werden die Blätter von dem antiken Messchieber, der von oben bis zum Stuhl greift. An der Spitze des Messschiebers ist ein schwarzer Feuertopf zu sehen, aus dem ein rotes Feuer empor steigt.

Kwame Nkrumah University of Science and Technology (KNUST), Kumasi, Ghana

Seit 1997 betreibt das BNITM zusammen mit der Kwame Nkrumah University of Science and Technology (KNUST) in Kumasi, Ghana, und dem ghanaischen Gesundheitsministerium (MoH) das Kumasi Centre for Collaborative Research (KCCR), ein Forschungs- und Ausbildungszentrum auf dem Campus der KNUST. Grundlage ist ein Staatsvertrag zwischen der Republik Ghana und der Freien und Hansestadt Hamburg. Das Universitätskrankenhaus in Kumasi (Komfo Anokye Teaching Hospital) ist ein wichtiger eigenständiger Forschungspartner des BNITM für klinische Studien.

Netzwerke

Das Logo der Leibniz Gemeinschaft mit der Original-Unterschrift von Gottfried Wilhelm Leibniz

Die Leibniz-Gemeinschaft

Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) ist eine der rund 100 Forschungseinrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft. Sie betreiben Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen — unter anderem in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. 

Logo DZIF

Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF)

Das BNITM koordiniert die Arbeit des Standortes Hamburg-Lübeck-Borstel-Riems im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF). Er widmet sich den Themen „Neu-auftretende Infektionskrankheiten“, „Malaria und vernachlässigte Tropenkrankheiten (NTDs)“, „HIV“, „Tuberkulose“ und „Neue Antibiotika“. An dem Standort sind neben dem BNITM die Universität Hamburg (UHH), das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), die Universität zu Lübeck, das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), das Leibniz-Institut für Virologie (LIV) und das Forschungszentrum Borstel beteiligt. Außerdem arbeiten Forschende in ihren Fachgebieten zusammen, etwa zu Themen wie „Infektionen im immungeschwächten Wirt“, „Hepatitis“, „Krankenhauskeime und Antibiotika-resistente Bakterien“ und „Neuen antiviralen Substanzen“. Überergeordnetes Ziel des DZIF ist die Translation, d.h., Ergebnisse aus der Grundlagenforschung möglichst zielgerichtet in die klinische Anwendung zu übertragen.

Logo LCI

Leibniz Center Infection (LCI)

Das BNITM arbeitet im Leibniz Center Infection (LCI) eng mit dem Leibniz-Institut für Virologie (LIV) und dem Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum (FZB) zusammen. Die drei norddeutschen Institute ergänzen sich thematisch in der Erforschung weltweit bedeutender Infektionskrankheiten und entwickeln gemeinsame Projekte, Programme und Förderinitiativen. Das LCI betreibt eine Graduiertenschule und richtet jährlich ein internationales Symposium aus, um den wissenschaftlichen Austausch zu stärken. Der Verbund plant, die Zusammenarbeit mit dem UKE und weiteren Fakultäten der Universität Hamburg auszubauen, um seine interdisziplinäre Ausrichtung weiter zu entwickeln.

Logo CSSB

Zentrum für Strukturelle Systembiologie (CSSB)

Das Centre for Structural Systems Biology (CSSB) ist eine gemeinsame Initiative von neun Forschungseinrichtungen. Es verfügt seit 2017 über ein eigenes Forschungsgebäude auf dem DESY‑Campus in Hamburg‑Bahrenfeld. Zu den Hamburger Partnern gehören neben dem BNITM die Universität Hamburg, das Leibniz‑Institut für Virologie, die EMBL‑Einheit in Hamburg, DESY und das Universitätsklinikum Hamburg‑Eppendorf. Das CSSB untersucht zentrale Fragen der Infektionsbiologie und nutzt dafür struktur- und molekularbiologische Methoden, bildgebende Verfahren sowie systembiologische Ansätze. Durch die Lage auf dem DESY‑Campus stehen modernste Strahlungsquellen wie PETRA III und der European XFEL zur Verfügung, die hochauflösende Analysen von Molekülen und komplexen biologischen Strukturen ermöglichen.

Logo

Leibniz INFECTIONS

Das BNITM ist Gründungsmitglied des Forschungsverbunds „INFECTIONS“, der im Dezember 2015 vertraglich vereinbart wurde. Ziel ist es, durch eine interdisziplinäre Forschung und Kommunikation neue Strategien und Methoden für Frühwarnsysteme, ein verbessertes Management von Ausbrüchen und eine optimierte Eindämmung der Erregerausbreitung zu entwickeln. Die übergeordnete Aufgabe des Verbunds ist es zudem, als Pilotprojekt eine erfolgreiche interdisziplinäre Kommunikations- und Kooperationsstruktur zu entwickeln. Dazu findet ein begleitendes externes Erfolgsmonitoring statt, das der Leibniz-Strategiefonds finanziert.

Logo PIER Plus

PIER PLUS

PIER PLUS fördert und stärkt die Zusammenarbeit und Vernetzung der Hochschulen und außeruniversitären Forschungsinstitute in Hamburg. Die Partner in PIER PLUS arbeiten dafür in sechs Profilen zusammen, die an aktuellen Forschungsfragen und -themen ausgerichtet sind, und koordinieren sich in fünf gemeinsamen Handlungsfeldern.

Kooperationen mit anderen Forschungseinrichtungen

Kooperationen in Deutschland

Logo des Robert-Koch-Instituts: Oben steht der Schriftzug Robert Koch Institut in blau. Darunter, im rechten Teil des Logos schlängeln sich zwei Linien umeinander, ähnlich eines beispielhaften DNA-Strange, wobei ein Teil der DNA in dunklem Blau unterlegt ist.

Robert Koch-Institut

In einer Kooperationsvereinbarung wurden 2009 die Versorgungsleistungen abgestimmt – auf Seiten des Robert Koch-Instituts (RKI) für die einheimischen Erkrankungen, auf Seiten des BNITM für Infektionen in anderen Teilen der Welt. So bearbeiten Mitarbeiter:innen des BNITM importierte oder außergewöhnliche Krankheitsfälle regelmäßig gemeinsam mit Kolleg:innen des RKI und publizieren besonders interessante Fälle. Beispiele waren ein Kryptosporidien-Ausbruch in Halle sowie importierte Dengue- und Zika-Fälle. Seit 2015 betraf die Kooperation insbesondere auch die Einarbeitung von Personal des RKI in die Arbeit in Hochsicherheitslaboratorien im BNITM. Ebenfalls seit 2015 arbeiten BNITM und RKI sowie die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Rahmen des Global Health-Programms des Bundesministeriums für Gesundheit eng in Projekten zur epidemiologischen Ausbildung, Organisation von mobilen diagnostischen Laboratorien sowie in einer Expertengruppe („Schnell einsetzbare Expertengruppe bei Gesundheitsgefährdungen“) zusammen, die bei Ausbrüchen zur Beratung umgehend betroffene Länder bereisen soll.

Logo Bundeswehrkrankenhaus Hamburg: zu sehen ist ein Wappen, dass diagonal mit einem roten Streifen durchsetzt ist. Oben links sieht man einen schwarzen Äskulapstab vor schwarzem Bundeswehrkreuz. Auf dem roten, diagonalem Streifen das Stadtwappen Hamburgs, drei antike Türmer auf einer antiken Stadtmauer mit Tor. Unten rechts sieht man ein drittes Logo, das sich auf einem blau-lila Hintergrund absetzt. Zu sehen ist ein Hut, der auf einem Wanderstock und einer Reisetasche gestapelt ist. Der Hut und der Wanderstock sind mit einer grünen Linie umrandet.

Bundeswehrkrankenhaus Hamburg

Der Fachbereich Tropenmedizin des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg (FbTropMed) ist seit 2006 Kooperationspartner des BNITM und des Centre of Tropical Medicine (Bernhard-Nocht Institut für Tropenmedizin gemeinsam mit der I. Medizinischen Klink des Universitätsklinikums Eppendorf). Mehr als ein Dutzend Mitarbeiter:innen des FbTropMed sind in der klinischen Versorgung stationärer und ambulanter Patient:innen sowie in gemeinsamen Forschungsprojekten tätig. So kann sich Fachpersonal des Sanitätsdienstes der Bundeswehr für weltweite Einsätze in Übung halten, aus- und weiterbilden und erforderliche Fachexpertise im Bereich Tropen- und Infektionsmedizin erwerben. Die Kooperation hat große Synergiewirkung, beispielsweise bisher mehr als 100 gemeinsame Publikationen oder die effektive Zusammenarbeit in der Bekämpfung der Ebola-Epidemie 2015.


Kooperationen in Afrika

Das Institut unterhält zahlreiche nationale und internationale Kooperationen in Afrika. Unsere Forschung soll ausschließlich humanen und friedlichen Zwecken dienen. Daher sichern wir uns gegen die missbräuchliche Anwendung unserer Forschung ab. Zudem wahren wir uneingeschränkt die Rechte von Ländern und Patientinnen und Patienten an ihren biologischen Ressourcen. Negative Auswirkungen unserer Forschung auf Menschen, Gesellschaft und Umwelt vermeiden oder minimieren wir. Mit unserem Wirken verpflichten wir uns dabei den UN Sustainable Development Goals.

Das rechteckige Logo des KCCR setzt sich zusammen aus roten und schwarzen Rauten. Sie sind angeordnet wie Blätter und Streben nach oben.

Kumasi Centre for Collaborative Research, Kumasi, Ghana

Das Kumasi Centre for Collaborative Research in Tropical Medicine (KCCR) wurde 1997 als Joint Venture zwischen dem ghanaischen Gesundheitsministerium (MoH), der Kwame Nkrumah University of Science and Technology (KNUST) in Kumasi, Ghana, und dem BNITM gegründet. Grundlage ist ein Staatsvertrag zwischen der Republik Ghana und der Freien und Hansestadt Hamburg. Das moderne Forschungs- und Ausbildungszentrum auf dem Campus der KNUST wurde mit Mitteln der Volkswagenstiftung, staatlichen Institutionen und der Vereinigung der Freunde des Tropeninstituts Hamburg e.V. errichtet. Das KCCR versteht sich als internationale Plattform für biomedizinische Forschung. Es steht Forschenden nationaler und internationaler Institutionen offen. 

Die enge Kooperation zwischen dem KCCR und dem BNITM erzielte bereits große Erfolge in der Grundlagen- und anwendungsorientierten Forschung zu tropentypischen Krankheiten. Ziel der Kooperation ist es zudem, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern: So wird ein Beitrag geleistet, die wissenschaftlichen und technischen Ressourcen bei der Krankheitsbekämpfung zu verbessern und die multinationale wissenschaftliche Zusammenarbeit bei der Diagnose, Behandlung und dem Management von Tropenkrankheiten zu fördern. Im November 2022 feierte das KCCR mit einem großen Festakt sein 25jähriges Bestehen.

Ein ausführliches Institutsporträt finden Sie hier.

Logo Antananaviro

Université d‘Antananarivo, Madagaskar

Das BNITM kooperiert seit 2009 mit der Universität von Antananarivo. Die Kooperation geht auf eine Initiative des Dekans der dortigen Medizinischen Fakultät, Prof. Raphael Rakotozandrindrainy, zurück. Im Sommer 2009 verbrachte er auf Einladung von Prof. Fleischer fünf Wochen als Gastwissenschaftler am BNITM. Seit dem Start des ersten Projekts im April 2010 wurden überwiegend epidemiologische Studien zu Malaria, Chikungunya- und Dengue-Fieber, Rickettsiosen, StaphylokokkenInfektionen sowie Schistosomiasis durchgeführt. Zudem wurde die Implementierung einer multizentrischen Studie zu Sepsis bei Kindern in Madagascar initiiert und unterstützt. Neben wissenschaftlich motivierten Feldstudien waren der Aufbau einer Laborinfrastruktur sowie das Training madagassischer Wissenschaftler:innen von besonderer Bedeutung.

Die Kooperationsvereinbarung für die nächste Phase (drei Jahre) wurde am 27. Februar 2019 durch den Präsidenten der Université d'Antananarivo Prof. Panja Ramanoelina und Prof. Jürgen May vom BNITM unterzeichnet.

Logo Irrua Specialist Teaching Hospital (ISTH): zu sehen ist ein rundes Logo, mit einem äußeren, blauen Ring mit weißer Schrift Irrua Specialist Teaching Hospital. Unten setzt sich ein kleiner Teil in gelb mit brauner Schrift Irrua ab. Der innere Kreis ist in grün gehalten, in der Mitte ist ein äkulapstab, links ein Wurm der aus dem Boden ragt, links liegt eine umgekippte Mülltonne mit gelben Boden.

Irrua Specialist Teaching Hospital (ISTH), Irrua, Nigeria

Vor dem jüngsten Ebola-Ausbruch konzentrierte sich die Arbeit der Abteilung Virologie auf Untersuchungen des Lassa-Virus und des Lassa-Fiebers. Da das KCCR in Ghana außerhalb des Endemiegebiets für Lassa-Fieber liegt, baute die Abteilung eine intensive Zusammenarbeit mit dem Irrua Specialist Teaching Hospital (ISTH) in Irrua, Nigeria, auf. Dort werden zahlreiche Patient:innen mit Lassa-Fieber behandelt. Auf der Basis eines Kooperationsvertrags wurde 2008 ein Labor für die molekulare Lassa-Virus-Diagnostik etabliert. Seitdem werden jedes Jahr mehr als 1.000 Patientenproben getestet. Ca. 10% davon sind Lassa-Virus-positiv. Für die Durchführung von Forschungsprojekten zu Pathogenese und Immunologie des Lassa-Fiebers wurde 2014 ein neuer Labortrakt errichtet und mit modernen Geräten ausgestattet. Mitarbeitende der Abteilung Virologie sind mindestens zweimal jährlich vor Ort, um neue Methoden einzuführen, Projekte durchzuführen und lokale Mitarbeiter:innen zu trainieren. Die Aktivitäten in Nigeria werden durch das Auswärtige Amt, die Deutsche Forschungsemeinschaft (DFG) und die Europäische Union unterstützt.

Logo Centre de Recherches Médicales de Lambaréné (cermel): Links ist ein grüner Punkt mit einem, ebenfalls in Grün gehaltenem C drumherum. Daneben steht der Schriftzug cermel in grau.

Centre de Recherches Médicales de Lambaréné, Gabun

Das Centre de Recherches Médicales de Lambaréné  (CERMEL) in Gabun ist seit 2018 ein langjähriger Kooperationspartner des BNITM. Es ist eine unabhängige Forschungseinrichtung, mit Forschungsschwerpunkten in der Malariaforschung, der multiresistenten Tuberkulose und Wurminfektionen (Filarienforschung). Seit der Coronavirus-Pandemie zählt auch die COVID-19-Forschung zum Schwerpunkt des afrikanischen Partners.

Seit 2021 leitet Prof. Ghyslain Mombo-Ngoma die AG Drug Implementation am BNITM. Zuvor führte Prof. Mombo-Ngoma die Abteilung für Klinische Operationen am CERMEL; eine Funktion, die er weiterhin innehält. Diese institutionelle Doppelaffiliation macht ihn zu einem wichtigen Partner für kommende Forschungsaktivitäten und stärkt sowohl den Bereich der Implementierungsforschung am BNITM, als auch die Verbindungen zwischen BNITM und CERMEL.


Kooperationen in Lateinamerika

Fundação Oswaldo Cruz (FIOCRUZ), Rio de Janeiro, Brasilien

Mit der brasilianischen Fundação Oswaldo Cruz (FIOCRUZ) verbindet das BNITM eine jahrzehntelange Zusammenarbeit. In den 1970er Jahren hat das BNITM im FIOCRUZ-Institut von Rio de Janeiro die Elektronenmikroskopie installiert und entsprechend Personal eingearbeitet. 2011 wurde der jüngste Kooperationsvertrag geschlossen, der kürzlich erneuert wurde. Aktuell konzentriert sich die Zusammenarbeit auf die Etablierung einer Surveillance von Stechmücken im Großraum Rio de Janeiro entsprechend dem CuliMo-Programm in Deutschland.

Fundação de Medicina Tropical Dr. Heitor Dourado Vieira (FMT-HDV), Manaus, Brasilien

Mit der langsam aber stetig abnehmenden weltweiten Prävalenz der Falciparum-Malaria rückt die Vivax-Malaria zunehmend in das Interesse der Wissenschaft. Der Erreger Plasmodium vivax kann im Gegensatz zu P. falciparum nicht in vitro gezüchtet werden. Daher ist für seine Erforschung eine enge Verbindung mit einem Forschungsinstitut in einem der Endemiegebiete unverzichtbar. Da P. vivax am Standort des KCCR wie in ganz Westafrika nicht vorkommt, wurde 2012 eine Kooperationsvereinbarung mit dem Tropeninstitut von Manaus geschlossen, das inmitten eines großen Endemiegebiets von P. vivax liegt. Nach einem anfänglichen Projekt zur genetischen Charakterisierung von klinischen P.-vivax-Isolaten wurde die Kooperationsvereinbarung allerdings zunächst nicht weiter mit Leben gefüllt. Sie bietet aber die Möglichkeit, jederzeit entsprechende Kooperationen wieder aufzunehmen.

German-Costa Rican Center for Climate Adaptation and Infectious Diseases (GC-ADAPT)

Das Hauptziel des German-Costa Rican Centre for Climate Adaptation and Infectious Diseases GC-ADAPT ist es, eine langfristige, nachhaltige, internationale und interdisziplinäre Struktur zur Erforschung von Infektionskrankheiten unter verschiedenen klimatischen Bedingungen als Anpassungsmaßnahme an den Klimawandel zu etablieren. Die Integration von Klimadaten in die Überwachung und Erforschung von klimasensitiven Infektionskrankheiten und AMR wird eine zentrale Rolle in dieser Forschungsstruktur spielen; Risiko- und Klimaanalysen für Infektionskrankheiten werden durchgeführt, um Präventions- und Anpassungspläne im Kontext des Klimawandels zu entwickeln.


Kooperationen in Europa

National Institute of Public Health und University of „Hasan Prishtina”, Kosovo

Kosovo gehört zu den europäischen Endemiegebieten des Krim-Kongo-Hämorrhagischen Fiebers (CCHF). Seit 2008 besteht eine enge Zusammenarbeit der Abteilung Virologie mit der Medizinischen Fakultät der Universität Prishtina und dem National Institute of Public Health (NIPH) zur Unterstützung diagnostischer Nachweismethoden von CCHFV. Die Zusammenarbeit wurde über die Förderung eines Projekts durch das Auswärtige Amt 2013 intensiviert und durch den Abschluss von Kooperationsvereinbarungen formalisiert. Unter Nutzung von Patientenproben aus dem Kosovo werden im BNITM molekulare und serologisch diagnostische Nachweisverfahren entwickelt. Die kosovarischen Partnerinstitutionen haben großes Interesse an der Nutzung der vom BNITM entwickelten Tests, da diese im Gegensatz zu kommerziellen Tests auch Antikörper tierischen Ursprungs anzeigen. Da CCHF nicht nur über Vektoren (Zecken), sondern auch durch Kontakt mit dem Blut infizierter Tiere (z.B. Kühe, Schafe, Ziegen) übertragen wird, besteht im Kosovo ein großes Interesse, durch den Einsatz der Tests auch das Infektionsrisiko beim Umgang mit Nutztieren und bei ihrer Schlachtung einzuschätzen.


Kooperationen in Asien

Vietnamese Military Medical University (VMMU), Hanoi, Vietnam

Im Jahr 2015 besuchte eine Delegation der Vietnamese Military Medical University (VMMU) aus Hanoi das BNITM und bot ihm an, bei der Diagnostik unklarer Meningoenzephalitiden und bei der Suche nach neuartigen Infektionserregern zusammenzuarbeiten. Hintergrund war offenbar die Ebola-Epidemie, die im Jahr zuvor in Westafrika ausgebrochen war und bei der sich das BNITM stark in der Diagnostik engagiert hatte. Da das Institut früher sehr gute Erfahrungen bei der Kooperation mit der Universität von Hue in Vietnam gemacht hatte, nahm es das Angebot an und unterzeichnete eine erste Kooperationsvereinbarung.