Wir übernehmen Verantwortung

Die Genehmigung zur Durchführung eines Tierversuches ist ein komplexer Prozess. Zunächst verfassen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen entsprechenden Antrag, in dem verschieden Aspekte berücksichtigt werden müssen. Dazu gehören detaillierte Fragestellung, Zielsetzung, Erkenntnisgewinn, genaue Beschreibung der Eingriffe, Belastungseinschätzungen, biometrisch und statistisch abgesicherte Anzahl der im Versuch eingesetzten Tiere als auch mögliche  Auswirkungen auf die Umwelt ausführlich erläutert werden.

Qualifikation und Sachkunde

Im deutschen Tierschutzgesetz ist genau festgelegt, welchen Personen es erlaubt ist, Tierversuche durchzuführen (§9 Abs. 1 Satz 1 TSchG). Neben dem Nachweis über ein abgeschlossenes Hochschulstudium der Medizin, Tiermedizin oder der Naturwissenschaften sind zusätzliche amtlich anerkannte Sachkundenachweise erforderlich, die die Personen in Spezialkursen erwerben müssen. Diese Qualifikationen sind Voraussetzung, um überhaupt die Genehmigung eines Tierversuchs von den zuständigen Behörden zu erhalten. Des Weiteren müssen alle an Tierversuchen beteiligten Personen jährliche Fort- und Weiterbildungen nachweisen.

Genehmigungsvoraussetzungen und Kontrollbehörden

Es ist ein Schema zu sehen eines Genehmigungsverfahrens mit den jweiligen beteiligten Istanzen wie Antragsteller, Behörde, Tierschutzkommission, Tierschutzbeauftragte

Auch eine ethische Bewertung und der Nachweis, dass im Sinne des 3R Prinzips (Replace, Reduce, Refine) gehandelt wird, sind in Tierversuchsanträgen ein essentieller Bestandteil. Nach eingehender Beratung und schriftlicher Stellungnahme durch den Tierschutzbeauftragten wird der Antrag an die zuständige Behörde weitergeleitet. Dort erfolgt in Zusammenarbeit mit einer unabhängigen Tierschutzkommission nach §15 TschG die eingehende Überprüfung des beantragten Versuchsvorhabens. Wird das Versuchsvorhaben befürwortet, erfolgt eine zeitlich befristete, jederzeit wiederrufbare Genehmigung durch die Behörde.


Die genauen Details und rechtlichen Grundlagen zu den Genehmigungsvoraussetzungen finden Sie auf der Webseite von "Tierversuche verstehen" unter Recht sowie den FAQ.

Das 3R-Prinizp

1959 prägten die beiden britischen Forscher William Russell und Rex Burch das ethische Prinzip der 3R Richtlinie in ihrem Buch “The Principlesof Humane Experimental Technique”. Die 3R´s stehen dabei für Replace = Vermeiden, Reduce = Verringern und Refine = Verbessern.

Jeder tierexperimentell tätige Wissenschaftler:innen ist sich der Verantwortung bewusst, diese Handlungsgrundsätze die zum Wohlergehen der Versuchstiere beitragen konsequent umzusetzen.

Bei der Planung und Durchführung von Tierversuchen werden irgend möglich diese gänzlich vermieden und durch Alternativen ersetzt, die Anzahl der Versuchstiere auf ein Minimum reduziert und/oder die eingesetzten Versuchsmethoden ständig verbessert, um das Wohlbefinden der Tiere zu fördern und ihr Leid auf ein unerlässliches Maß zu verringern.

Weitere Informationen zu den 3R Richtlinie finden sie auf der Webseite der Initiative "Tierversuche verstehen".

 

Eine Grafik, die das 3R-Prinzip veranschauchlicht: Replace, Reduce, Refine.Quelle: tierversuche-verstehen.de / Deutsches Zentrum zum Schutz von Versuchstieren