Ebola – Virologen reisen nach Guinea

Aktueller Stand & Hintergründe

Am 16. April 2014 hat eine Gruppe internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen wissenschaftlichen Artikel zum Ebola-Ausbruch in der Fachzeitschrift "New England Journal of Medicine" veröffentlicht. Der Artikel beschreibt, wie die Gruppe um Prof. Stephan Günther, Leiter der Abteilung Virologie am Bernhard-Nocht-Institut, den neuen Ebola-Stamm (Zaire Ebola-Virus) in Guinea identifiziert haben.

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Hamburg – Am 26. März 2014 sind sechs internationale Wissenschaftler im Rahmen des „European Mobile Laboratory for the detection of Pathogens up to risk group 4“ Projektes nach Guinea aufgebrochen, nachdem dort ein Ausbruch des Ebola-Virus gemeldet wurde. Das Team bestehend aus Wissenschaftlern des Bernhard-Nocht-Instituts, des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr (München), des Istituto Nazionale per le Malattie Infettive „L. Spallanzani“ (Rom) und des Laboratoire P4 - INSERM Jean Merieux (Lyon) reist im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO), um die Molekulardiagnostik des Ebolavirus am Ort des Ausbruchs zu etablieren. Sie unterstützen damit die Kontrolle des Ausbruchs durch die nationalen Gesundheitsbehörden und die WHO sowie das Patientenmanagement von Ärzte ohne Grenzen (MSF).

Das Bild zeigt das EMLab-Material am Flughafen München
Departure in Munich   ©EMLab
Das Bild zeigt eine Wagenkolonne beim Transport des EMLab Materials in Guinea
Transport of the team (WHO cars) and the Lab (3rd truck) from Conakry to Gueckedou   ©EMLab
Das Bild zeigt eine staubige Box des EMLab-Gepäcks
EMLab after arrival to Gueckdou   ©EMLab
Das Bild zeigt diverse Personen beim Transport des EMLab-Materials in Guinea
Transfer of the Lab into MSF isolation campus   ©EMLab
Das Bild zeigt den Aufbau des EmLab-Materials am Zielort.
Setup of the Lab in a tent next to the isolation ward   ©EMLab
Das Bild zeigt ein Paar Forscher bei der Probenbegutachtung.
Reception of samples   ©EMLab
Das Bild zeigt einen Forscher in einem aufgeblasenen Schutzanzug
Safe depacking of potentially contaminated material from the field by EMLab staff   ©EMLab
Das Bild zeigt Forscher an einer Glovebox in grüner Laborkleidung
Work in the lab: Inactivation of samples in the glove box   ©EMLab
Das Bild zeigt diverse Forscher in einer Laborsituation
Work in the lab: Setup PCR   ©EMLab
Das Bild zeigt diverse Forscher in einer Laborsituation
Work in the lab   ©EMLab

Fotos: ©EMLab

Das Epizentrum des Ausbruches liegt in den entlegenen Waldgebieten der südöstlichen Distrikte des Landes in der Grenzregion zu Sierra Leone und Liberia. Das Institut Pasteur in Lyon rechnet den Erreger dem Subtyp Zaïre zu, der eine besonders hohe Letalität aufweist.

Die Ebola-Erkrankung ist charakterisiert durch hohes Fieber, ausgeprägtes Krankheitsgefühl, wässrigen Durchfall sowie im weiteren Verlauf schwere innere und äußere Blutungen und Organversagen (virale hämorrhagische Fiebererkrankung). Eine spezifische Therapie oder eine prophylaktische Impfung existieren nicht. Die Infektion erfolgt durch engen Kontakt zu Erkrankten oder durch Verzehr infizierter Tiere wie Affen und Flughunde – letztere wurden als das natürliche Reservoir des Virus identifiziert.

Das Ebola-Virus war erstmals 1976 im Rahmen zweier Ausbrüche im Südsudan und in der Demokratischen Republik Kongo (früher Zaïre) beschrieben worden. „Bislang sind etwa ein Dutzend weitere Ausbrüche in Afrika aufgetreten. Eine weitere Ausbreitung erscheint wenig wahrscheinlich, außerhalb Afrikas traten bislang keine Fälle auf“, beruhigt Tropenmediziner Privat-Dozent Dr. Jakob Cramer. Das Auswärtige Amt rät vor Reisen in die betroffene Region ab (Region Macenta = Waldguinea, Grenzgebiete). Eine Gefahr für andere Reisende sei nicht zu sehen, so Cramer.

In Hamburg hat das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin eine langjährige Tradition zur Erforschung dieses Virus. Das Institut ist Referenzzentrum der WHO für virale hämorrhagische Fiebererkrankungen und hält Laboratorien mit entsprechenden Sicherheitsstandards vor. An der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf ist eine Isolierstation zur Versorgung von Verdachts-/Erkrankungsfällen etabliert.

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Die offizielle Pressemitteilung (englisch) vom 31.03.2014: PM-Ebola-EM-Lab-WHO.

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Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) ist Deutschlands größte Einrichtung für Forschung, Versorgung und Lehre auf dem Gebiet tropentypischer Erkrankungen und neu auftretender Infektionskrankheiten. Aktuelle Forschungsschwerpunkte bilden Malaria, hämorrhagische Fieberviren, Tuberkulose und Gewebewürmer. Für den Umgang mit hochpathogenen Viren und infizierten Insekten verfügt das Institut über Laboratorien der höchsten biologischen Sicherheitsstufe (BSL4) und ein Sicherheits-Insektarium (BSL3). Das BNITM umfasst das nationale Referenzzentrum für den Nachweis aller tropischen Infektionserreger. Gemeinsam mit dem ghanaischen Gesundheitsministerium und der Universität von Kumasi, Ghana, betreibt es ein modernes Forschungs- und Ausbildungszentrum im westafrikanischen Regenwald, das auch externen Arbeitsgruppen zur Verfügung steht. 

Websites:
www.emlab.eu
www0.bnitm.de

Prof. Dr. Stephan Günther: ein Forscher, der kurzes, graues Haar, einen kürzeren Bart und ein blaues Hemd trägt.
Leitung Abteilung Virologie

Prof. Dr. Stephan Günther

Telefon: +49 40 285380-547

Fax: +49 40 285380-459

E-Mail: guenther@bnitm.de

Presse- & Öffentlichkeitsarbeit

Julia Häberlein

Telefon: +49 40 285380-264

E-Mail: presse@bnitm.de

 

 

Leiter Klin. Studien & Bernhard-Nocht-Ambulanz UKE

Priv.-Doz. Dr. Jakob Cramer

Telefon: +49 40 285380-390

E-Mail: cramer@bnitm.de