Cornelia Betsch wirkt am Positionspapier des Wissenschaftsrats zur Prävention mit
Der Wissenschaftsrat fordert einen Kurswechsel hin zu mehr Prävention im Gesundheitssystem. Prof. Dr. Cornelia Betsch war an der Erarbeitung des Positionspapiers in der Arbeitsgruppe „Prävention und Gesundheitsförderung“ beteiligt.
Der Wissenschaftsrat fordert in einem aktuellen Positionspapier einen grundlegenden Kurswechsel im deutschen Gesundheitssystem: Statt in erster Linie Krankheit zu behandeln, soll Prävention stärker in den Mittelpunkt rücken. Prof. Dr. Cornelia Betsch, Leiterin der Arbeitsgruppe Gesundheitskommunikation von Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) und Universität Erfurt, war als Mitglied der Arbeitsgruppe „Prävention und Gesundheitsförderung“ an der Erarbeitung des Papiers beteiligt und brachte insbesondere Expertise zu Gesundheitskommunikation, Gesundheitskompetenz und verhaltenswissenschaftlichen Aspekten ein.

Der Wissenschaftsrat empfiehlt unter anderem interdisziplinäre Präventionsforschung, bessere Datenzugänge, stärkere öffentliche Gesundheitsstrukturen sowie die Verankerung von Gesundheit als Ziel in allen Politikbereichen. Prävention soll zudem stärker in Ausbildung, Versorgung und gesellschaftliche Praxis integriert werden, um gesundheitliche Ungleichheiten zu reduzieren und die Nachhaltigkeit des Gesundheitssystems zu sichern.
Die Pressekonferenz zum neuen Positionspapier „Für Prävention handeln“ ist abrufbar auf dem YouTube-Kanal des Wissenschaftsrats.
Das BNITM begrüßt, dass der Wissenschaftsrat Prävention stärker ins Zentrum gesundheitspolitischer Debatten rückt. Das Positionspapier bezieht sich auf das deutsche Gesundheitssystem, greift jedoch Fragen auf, die weit über nationale Grenzen hinausgehen. Gesundheit entsteht nicht allein im Versorgungssystem. Sie wird geprägt durch Umweltveränderungen, globale Mobilität, soziale Ungleichheit und den Klimawandel. Aus Sicht der Tropenmedizin ist Prävention deshalb immer auch eine globale Aufgabe.
Die Arbeitsgruppe Gesundheitskommunikation an BNITM und Universität Erfurt untersucht, wie sich Menschen unter unterschiedlichen sozialen, kulturellen und ökologischen Bedingungen erreichen lassen. In Forschungsprojekten analysiert das Team, wie Gesundheits- und Risiko-Informationen verständlich, vertrauenswürdig und wirksam vermittelt werden, etwa im Kontext von Infektionskrankheiten, Impfentscheidungen oder klimabedingten Gesundheitsrisiken.
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