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Neue Junior Research Group zu Lassafieber

Till Omansen erhält begehrte Leibniz-Förderung

Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) bekommt die Möglichkeit, eine weitere Nachwuchsgruppe einzurichten. Dr. Till Omansen aus der Abteilung Klinische Forschung hat den Zuschlag für Mittel aus dem Leibniz-Förderungsprogramm zum Aufbau einer eigenständigen Junior Research Group erhalten. Ziel ist die Erforschung der Pathophysiologie des Lassafiebers. Die neue transnationale Gruppe wird sowohl in der Abteilung Klinische Forschung als auch in der Abteilung Virologie des BNITM angesiedelt sein.

Für das Lassafieber, eine Viruserkrankung, die ausschließlich in West-Afrika vorkommt, gibt es bisher weder eine zuverlässige medikamentöse Therapie noch einen Impfstoff. Das hochpathogene Virus führt bei einigen Infizierten zu akutem Nierenversagen und hämorrhagischen Verläufen mit inneren Blutungen. Zusätzlich können lebensbedrohliche neurologische Zustände wie Epilepsie auftreten. Mit der neuen Gruppe plant Omansen, insbesondere die schweren neurologischen Verlaufsformen des Lassafiebers zu erforschen. Dazu wird er sowohl klinische Feldstudien in West-Afrika als auch Laborexperimente im Hochsicherheitslaboratorium am BNITM durchführen.

In Nigeria sollen Patient:innen mit schweren neurologischen Verlaufsformen mit Hilfe der Elektroenzephalographie (EEG) untersucht werden, um Auffälligkeiten der Hirnströme und die Lokalisation der beteiligten Hirnregionen zu bestimmen. Darüber hinaus sollen Personen, die an Lassafieber verstorben sind, obduziert werden, um die genaue Todesursache und insbesondere mögliche Veränderungen am Gehirn zu ermitteln. Parallel finden am BNITM zahlreiche Laborexperimente statt, um die molekularen Pathomechanismen besser zu verstehen. Auf diese Weise wollen die Forschenden herausfinden, welche Faktoren zu schweren Verlaufsformen führen können.

„Nur wenn es uns gelingt, die Pathophysiologie des Lassafiebers besser zu verstehen, können wir zielgerichtete Behandlungsmethoden und geeignete Medikamente entwickeln“, erklärt Omansen.

Das Projekt „Neuropathology of Lassa fever“ wird in den kommenden Jahren mit rund 300.000 Euro gefördert. Es ist sehr gut in die bestehenden Aktivitäten des BNITM integriert und baut auf der langjährigen Zusammenarbeit der Abteilung Virologie mit dem Irrua Teaching Hospital in Nigeria auf. Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft lobt in seiner Begründung insbesondere Omansens Verbindung aus exzellenter tropenmedizinischer Grundlagenforschung und klinischer Tätigkeit als Mediziner.


HINTERGRUNDINFORMATIONEN:

Über das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin
Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) ist Deutschlands größte Einrichtung für Forschung, Versorgung und Lehre auf dem Gebiet tropentypischer und neu auftretender Infektionskrankheiten. Aktuelle Forschungsschwerpunkte bilden Malaria, hämorrhagische Fieberviren, Immunologie, Epidemiologie und Klinik tropischer Infektionen sowie die Mechanismen der Übertragung von Viren durch Stechmücken. Für den Umgang mit hochpathogenen Viren und infizierten Insekten verfügt das Institut über Laboratorien der höchsten biologischen Sicherheitsstufe (BSL4) und ein Sicherheits-Insektarium (BSL3). Das BNITM umfasst das nationale Referenzzentrum für den Nachweis aller tropischen Infektionserreger und das WHO-Kooperationszentrum für Arboviren und hämorrhagische Fieberviren. Gemeinsam mit dem ghanaischen Gesundheitsministerium und der Universität von Kumasi betreibt es ein modernes Forschungs-und Ausbildungszentrum im westafrikanischen Regenwald, das auch externen Arbeitsgruppen zur Verfügung steht.

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