Kooperationen

Das Institut unterhält zahlreiche nationale und internationale Kooperationen. Die Weltkarte gibt Ihnen einen Überblick über aktuelle Projekte. Genaueres zu den Kooperationen der einzelnen wissenschaftlichen Einheiten finden Sie z.T. auch auf den Seiten der jeweiligen Forschungsgruppen.

Im Folgenden sind zusätzlich die wichtigsten Netzwerke und institutionellen Kooperationen aufgeführt.

Netzwerke

Netzwerke

Die Leibniz-Gemeinschaft

Das Bernhard-Nocht-Institut ist ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 91 selbständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen - u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 18.600 Personen, darunter 9.500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,7 Milliarden Euro.

www.leibniz-gemeinschaft.de

Leibniz Center Infection (LCI)

Leibniz Center Infection (LCI)

Natürliche Partner des BNITM für eine Zusammenarbeit in der Infektions­forschung sind die beiden anderen infektionsbiologisch ausgerichteten Leibniz-Institute im Raum Hamburg, das Heinrich-Pette-Institut – Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie (HPI) und das Forschungszentrum Borstel – Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften (FZB). Die drei Institute ergänzen sich thematisch in hervorragender Weise in der Erforschung der weltweit bedeutendsten Infektionskrankheiten und haben sich zum Leibniz Center Infection (LCI) zusammen­geschlossen. Ein Kollegium bestehend aus den leitenden Wissenschaftlern der Institute lenkt das LCI.

Neben regelmäßigen Konsultationen veranstaltet das LCI gemeinsam internationale Symposien und fördert institutsübergreifende Forschungskooperationen, die bereits zu einer Reihe gemeinsamer Publikationen geführt haben. Das BNITM hat zudem eine Leibniz Graduate School „Infections“ initiiert, die gemeinsam von den drei Leibniz-Instituten betrieben wird. Sechs LCI-Stipendiaten/-innen und weitere Doktoranden/-innen der drei Institute nehmen an dem dreijährigen Doktorandenprogramm teil. Zudem sind alle drei LCI-Institute im Leibniz-Forschungsverbund "INFECTIONS´21" vertreten. Gemeinsam mit weiteren Leibniz-Instituten und anderen Partnern widmet sich dieser Verbund der Bekämpfung von Infektionskrankheiten im 21. Jahrhundert.

Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Das BNITM koordiniert die Arbeit des Standorts Hamburg-Lübeck-Borstel-Riems im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), an dem mit UHH, UKE, der Universität zu Lübeck, dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), HPI, FZB und BNITM sieben universitäre bzw. außer¬universitäre Forschungseinrichtungen beteiligt sind. Der Beitrag des Standorts gilt dem Thema „Global and Emerging Infections“. Übergeordnetes Ziel des DZIF ist die Translation, d.h. die Orientierung der Forschung am praktischen Bedarf und die rasche Überführung von Forschungsergebnissen in die Anwendung.

Die Struktur des DZIF sieht vor, dass die Aspekte der Laborforschung, Epidemiologie und der klinischen Forschung in der Regel an drei unterschiedlichen Standorten bearbeitet werden. Ausnahme ist die Tuberkulose, für die alle drei Aspekte im FZB vereint werden. Daneben ist der Standort Hamburg-Lübeck-Borstel-Riems strukturell bei den Themen "Neu auftretende Infektionen", "Malaria", "Afrikanische Partnerstandorte" und "Neue Antiinfektiva" vertreten und führt darüber hinaus Projekte zu diesen Themen sowie zu HIV/AIDS und zu Infektionen im immungeschwächten Wirt durch.

ZENTRUM FÜR STRUKTURELLE SYSTEMBIOLOGIE (CSSB)

ZENTRUM FÜR STRUKTURELLE SYSTEMBIOLOGIE (CSSB)

Das CSSB widmet sich der Infektionsbiologie und Medizin unter Anwendung von struktur- und molekularbiologischen Methoden und bildgebenden Verfahren in Verbindung mit systembiologischen Ansätzen. Unser Ziel ist das Enträtseln der zugrunde liegenden Mechanismen wichtiger pathogener Prozesse, um bessere Behandlungsmöglichkeiten gegen bakterielle und virale Krankheitserreger zu finden. Hierfür nutzen wir die weltweit einzigartigen Forschungsinfrastrukturen auf dem DESY Campus. Das CSSB ist eine gemeinsame Initiative von neun Norddeutschen Forschungspartnern, und zwar dreier Universitäten und sechs Forschungsinstitutionen. Unser Bestreben ist die Etablierung eines international führenden Forschungszentrums in der Metropole Hamburg.

Institutionelle Kooperationen mit Hochschulen

Institutionelle Kooperationen mit Hochschulen

Medizinische Fakultät der Universität Hamburg / Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

Medizinische Fakultät der Universität Hamburg / Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

Die Verbindungen zwischen dem Institut und der Medizinischen Fakultät der Universität Hamburg (UHH) sind historisch gewachsen und eng. Bereits seit ihrer Gründung 1920 widmet die Medizinische Fakultät der UHH einen Lehrstuhl der Tropenmedizin, erster Lehrstuhlinhaber und Dekan der Fakultät war Bernhard Nocht. Seit 1993 ist die Zahl der tropenmedizinischen Lehrstühle an der Medizinischen Fakultät auf drei C4-Professuren erhöht, bislang waren sie der Parasitologie, Immunologie und Klinischen Forschung zugeordnet. Derzeit wird die Professur für Immunologie durch eine Änderung der Denomination als W3-Professur für Epidemiologie besetzt. Darüber hinaus sind aktuell zwei weitere Mitarbeiter(innen) des BNITM außerplanmäßige Professor(inn)en und vier Mitarbeiter(innen) des Instituts Privatdozent(inn)en mit Lehrveranstaltungen in der Medizinischen Fakultät. Ein Kooperationsvertrag zwischen dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und BNITM besteht seit 1998. Zu dem Sonderforschungsbereich 841 „Leberentzündung - Infektion, Immunregulation und Konsequenzen“ des UKE trägt das BNITM seit 2009 zwei Projekte zur Leberbeteiligung bei Malaria bzw. Amöbiasis bei.

Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften (MIN) der Universität Hamburg

Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften (MIN) der Universität Hamburg

Die Zusammenarbeit des Instituts mit der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften (MIN) der Universität Hamburg (UHH) hat sich in den letzten Jahren grundlegend intensiviert. Dies war dringend erforderlich, weil seit Jahren über 80% der Doktorand(inn)en des Instituts in den MIN-Fächern, überwiegend der Biologie promovieren. Zunächst wurde 2014 ein neuer Kooperationsvertrag mit der UHH geschlossen. Ein besonderer Meilenstein war zudem 2014 die gemeinsame Einrichtung und Ausstattung einer W3-Professur "Zelluläre Parasitologie" (Gilberger), die sowohl BNITM und MIN-Fakultät verbindet, als auch für beide Einrichtungen eine Brücke zum "Zentrum für strukturelle Systembiologie" (CSSB) am Deutschen Elektronensynchrotron (DESY) bildet. Darüber hinaus setzte sich die inzwischen äußerst enge Zusammenarbeit 2015/2016 mit Besetzung der W2-Professuren für Arbovirologie (Schmidt Chanasit) und Medizinische Entomologie (Schnettler) fort.

Ohnehin ist eine Mitarbeiterin des BNITM außerplanmäßige Professorin (Prof. Dr. I. Bruchhaus) und zwei Mitarbeiter(innen) des BNITM sind Privatdozent(inn)en an der MIN-Fakultät der UHH. Ein Großteil der Lehre in der Zell- und Molekularbiologie des Masterstudiengangs Biologie wird in mehrwöchigen Kursen und Modulen am BNITM abgehalten.

Kwame Nkrumah University of Science and Technology, Kumasi, Ghana

Kwame Nkrumah University of Science and Technology, Kumasi, Ghana

Auf der Grundlage eines Staatsvertrags betreibt das BNITM zusammen mit der Kwame Nkrumah University of Science and Technology (KNUST) in Kumasi, Ghana, und dem ghanaischen Gesundheitsministerium (MoH) das Kumasi Centre for Collaborative Research (KCCR), ein Forschungs-und Ausbildungszentrum auf dem Campus der KNUST. Als Leiter der AG für "Medizin in den Tropen" im BNITM und wissenschaftlicher Direktor des KCCR lehrt Dr. Ellis Owusu-Dabo in der Medizinischen Fakultät der KNUST. Er ist unlängst zum außerplanmäßigen Professor der KNUST ernannt worden. Das Universitätskrankenhaus in Kumasi (Komfo Anokye Teaching Hospital) ist ein wichtiger eigenständiger Forschungspartner des BNITM für klinische Studien.

Institutionelle Kooperationen mit anderen Einrichtungen im In- und Ausland

Institutionelle Kooperationen mit anderen Einrichtungen im In- und Ausland

Leibniz Center Infection (LCI)

Leibniz Center Infection (LCI)

Natürliche Partner des BNITM für eine intensive Zusammenarbeit in der Infektionsforschung sind die beiden weiteren infektionsbiologisch ausgerichteten Leibniz-Institute im Raum Hamburg, das Heinrich-Pette-Institut – Leibniz-Institut für experimentelle Virologie (HPI) – und das Forschungszentrum Borstel – Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften (FZB). BNITM, HPI und FZB ergänzen sich thematisch in hervorragender Weise in der Erforschung der weltweit bedeutenden Infektionskrankheiten HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria und haben sich zum Leibniz Center Infection (LCI) zusammengeschlossen. Ziel des Zusammenschlusses ist es, die in Deutschland einzigartige Ansammlung von Instituten zur Erforschung weltweit bedeutender Infektionen weiter auszubauen und insbesondere durch Stärkung dieses Themas im UKE, in der MIN-Fakultät und in verschiedenen weiteren Fakultäten der UHH noch stärker interdisziplinär zu bearbeiten. Koordiniert wird der Verbund durch ein Gremium der Leiter(innen) der Institute. Neben regelmäßigen Konsultationen im Leitungsgremium werden zweijährlich gemeinsame Klausuren sowie methodische Workshops veranstaltet. Alle drei Einrichtungen arbeiten auch im Rahmen des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) eng auf Projektebene zusammen. Darüber hinaus organisiert das LCI jedes Jahr im historischen Hörsaal des BNITM ein internationales Symposium, das einem aktuellen Thema der Infektionsforschung gewidmet ist, 2015 den "Emerging Infections" und 2016 den Impfungen. Das Thema für 2017 lautet "Evolution & Infection". Im Rahmen des LCI wird auch eine Institutsübergreifende Graduiertenschule (Leibniz Graduate School "Infections") geführt. Darin werden Promovierende gefördert, die ihre Arbeiten in Zusammenarbeit zwischen jeweils zwei Gruppen unterschiedlicher Institute durchführen und damit konkret die Kooperation stärken.

Robert Koch-Institut

Robert Koch-Institut

In einer Kooperationsvereinbarung wurden 2009 die Versorgungsleistungen abgestimmt – auf Seiten des Robert Koch Instituts (RKI) für die einheimischen Erkrankungen, auf Seiten des BNITM für Infektionen in anderen Teilen der Welt. So bearbeiten Mitarbeiter(innen) des BNITM importierte oder außergewöhnliche Krankheitsfälle regelmäßig gemeinsam mit Kollegen(inn)en des RKI und publizieren besonders interessante Fälle. Beispiele waren ein Kryptosporidien-Ausbruch in Halle sowie importierte Dengue- und Zika-Fälle. Seit 2015 betraf die Kooperation insbesondere auch die Einarbeitung von Personal des RKI in die Arbeit in Hochsicherheitslaboratorien im BNITM. Ebenfalls seit 2015 arbeiten BNITM und RKI sowie die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Rahmen des Global Health-Programms des Bundesministeriums für Gesundheit eng in Projekten zur epidemiologischen Ausbildung, Organisation von mobilen diagnostischen Laboratorien sowie in einer Expertengruppe ("Schnell einsetzbare Expertengruppe bei Gesundheitsgefährdungen") zusammen, die bei Ausbrüchen zur Beratung umgehend betroffene Länder bereisen soll.

Bundeswehr

Bundeswehr

Der Fachbereich Tropenmedizin des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg ist seit 2005 im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung mit bis zu 18 Mitarbeiter(innen) in Räumen des BNITM untergebracht. Gegenstand der Kooperation sind Inübunghaltung und Weiterbildung von Internist(inn)en, Mikrobiolog(inn)en, Epidemiolog(inn)en und anderem Fachpersonal der Bundeswehr für Einsätze in den Tropen sowie gemeinsame Forschungsprojekte, die 2013-2015 zu insgesamt 31 gemeinsamen Publikationen führten. Die Zusammenarbeit hat große Synergiewirkung und erlaubt erhebliche Einsparungen, da vermieden wird, dass die Bundeswehr spezifische tropenmedizinische Expertise gesondert aufbauen muss. 2015 erlebte eine besonders intensive Zusammenarbeit hinsichtlich der Beteiligung an der Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Westafrika.

Université d‘Antananarivo, Madagaskar

Université d‘Antananarivo, Madagaskar

Das BNITM kooperiert seit 2009 mit der Universität von Antananarivo. Die Kooperation geht auf eine Initiative des Dekans der dortigen Medizinischen Fakultät, Prof. Raphael Rakotozandrindrainy, zurück, der im Sommer 2009 auf Einladung von Prof. Fleischer für fünf Wochen als Gastwissenschaftler am BNITM war. Seit der ersten Projektimplementierung im April 2010 wurden überwiegend epidemiologische Studien zu Malaria, Chikungunya- und Dengue-Fieber, Rickettsiosen, StaphylokokkenInfektionen sowie Schistosomiasis durchgeführt und die Implementierung einer multizentrischen Studie zu Sepsis bei Kindern in Madagascar initiiert und unterstützt. Neben wissenschaftlich motivierten Feldstudien waren der Aufbau einer Laborinfrastruktur sowie das Training madagassischer Wissenschaftler(innen) von besonderer Bedeutung. Ende 2016 beginnt ein multinationales Projekt zur Epidemiologie von Kryptosporidien-Infektionen, bei dem die Universität von Antananarivo ein wichtiger Kooperationspartner sein wird. Im Oktober 2016 ist die zweite Verlängerung der jeweils für drei Jahre gültigen Kooperationsvereinbarung zwischen der Université d’Antananarivo und dem BNITM geplant.

Fundação Oswaldo Cruz (FIOCRUZ), Rio de Janeiro, Brasilien

Fundação Oswaldo Cruz (FIOCRUZ), Rio de Janeiro, Brasilien

Mit der brasilianischen Fundação Oswaldo Cruz (FIOCRUZ) verbindet das BNITM eine jahrzehntelange Zusammenarbeit. In den 1970er Jahren hat das BNITM im FIOCRUZ-Institut von Rio de Janeiro die Elektronenmikroskopie installiert und entsprechend Personal eingearbeitet. 2011 wurde der jüngste Kooperationsvertrag geschlossen, der kürzlich erneuert wurde. Aktuell konzentriert sich die Zusammenarbeit auf die Etablierung einer Surveillance von Stechmücken im Großraum Rio de Janeiro entsprechend dem CuliMo-Programm in Deutschland.

Fundação de Medicina Tropical Dr. Heitor Dourado Vieira (FMT-HDV), Manaus, Brasilien

Fundação de Medicina Tropical Dr. Heitor Dourado Vieira (FMT-HDV), Manaus, Brasilien

Mit der langsam aber stetig abnehmenden weltweiten Prävalenz der Falciparum-Malaria rückt die Vivax-Malaria zunehmend in das Interesse der Wissenschaft. Da der Erreger Plasmodium vivax im Gegensatz zu P. falciparum nicht in vitro gezüchtet werden kann, ist für seine Erforschung eine enge Verbindung mit einem Forschungsinstitut in einem der Endemiegebiete unverzichtbar. Da P. vivax am Standort des KCCR wie in ganz Westafrika nicht vorkommt, wurde 2012 eine Kooperationsvereinbarung mit dem Tropeninstitut von Manaus geschlossen, das inmitten eines großen Endemiegebiets von P. vivax liegt. Nach einem anfänglichen Projekt zur genetischen Charakterisierung von klinischen P.-vivax-Isolaten wurde die Kooperationsvereinbarung allerdings zunächst nicht weiter mit Leben erfüllt. Sie bietet aber die Möglichkeit, jederzeit entsprechende Kooperationen wieder aufzunehmen.

Irrua Specialist Teaching Hospital (ISTH), Irrua, Nigeria

Irrua Specialist Teaching Hospital (ISTH), Irrua, Nigeria

Vor dem jüngsten Ebola-Ausbruch konzentrierte sich die Arbeit der Abt. Virologie auf Untersuchungen des Lassa-Virus und des Lassa-Fiebers. Da das KCCR in Ghana außerhalb des Endemiegebiets für Lassa-Fieber liegt, baute die Abteilung eine intensive Zusammenarbeit mit dem Irrua Specialist Teaching Hospital (ISTH) in Irrua, Nigeria, auf, in dem zahlreiche Patienten mit Lassa-Fieber behandelt werden. Auf der Basis eines Kooperations-vertrages wurde 2008 ein Labor für die molekulare Lassa-Virusdiagnostik etabliert. Seitdem werden jedes Jahr mehr als 1.000 Patientenproben getestet, von denen ca. 10% positiv für Lassa- Virus sind. Für die Durchführung von Forschungsprojekten zu Pathogenese und Immunologie des Lassa-Fiebers wurde 2014 ein neuer Labortrakt errichtet und mit modernen Geräten ausgestattet. Mitarbeiter(innen) der Abteilung Virologie sind mindestens zweimal jährlich vor Ort, um neue Methoden einzuführen, Projekte durchzuführen und lokale Mitarbeiter(innen) zu trainieren. Die Aktivitäten in Nigeria werden durch das Auswärtige Amt, die DFG und die Europäische Unionunterstützt.

National Institute of Public Health und University of „Hasan Prishtina”, Kosovo

National Institute of Public Health und University of „Hasan Prishtina”, Kosovo

Kosovo gehört zu den europäischen Endemiegebieten des Krim-Kongo-Hämorrhagischen Fiebers (CCHF). Seit 2008 besteht eine enge Zusammenarbeit der Abteilung Virologie mit der Medizinischen Fakultät der Universität Pristhina und dem National Institute of Public Health (NIPH) zur Unterstützung diagnostischer Nachweismethoden von CCHFV. Die Zusammenarbeit wurde über die Förderung eines Projekts durch das Auswärtige Amt 2013 intensiviert und durch den Abschluss von Kooperationsvereinbarungen formalisiert. Unter Nutzung von Patientenproben aus dem Kosovo werden im BNITM molekulare und serologisch diagnostische Nachweisverfahren entwickelt. Die kosovarischen Partnerinstitutionen haben großes Interesse an der Nutzung der vom BNITM entwickelten Tests, da diese im Gegensatz zu kommerziellen Tests auch Antikörper tierischen Ursprungs anzeigen. Da CCHF nicht nur über Vektoren (Zecken), sondern auch durch Kontakt mit dem Blut infizierter Tiere (z.B. Kühe, Schafe, Ziegen) übertragen wird, besteht im Kosovo ein großes Interesse, durch den Einsatz der Tests auch das Infektionsrisiko beim Umgang mit Nutztieren und bei ihrer Schlachtung einzuschätzen.

Vietnamese Military Medical University (VMMU), Hanoi, Vietnam

Vietnamese Military Medical University (VMMU), Hanoi, Vietnam

Offenbar aufgrund des Engagements des BNITM während der jüngsten Ebola-Epidemie bot eine Delegation der Vietnamese Military Medical University (VMMU) aus Hanoi, Vietnam, während eines Besuchs 2015 eine Zusammenarbeit zur Diagnostik unklarer Meningoenzephalitiden und ggf. zur Suche nach neuartigen Infektionserregern an. Da das BNITM früher sehr gute Erfahrungen in einer Kooperation mit der Universität von Hue in Vietnam gemacht hatte, wurde das Angebot angenommen und eine erste Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

Leibniz-Forschungsverbünde

Leibniz-Forschungsverbünde

Das BNITM hat sich zwei interdisziplinären Forschungsverbünden der Leibniz-Gemeinschaft angeschlossen. Seit 01.01.2013 ist das Institut Verbundpartner im Leibnizforschungsverbund (LFV) Wirkstoffe und Biotechnologie. Mit 17 beteiligten Leibniz-Instituten wird eine breit angelegte Forschung an und zu Molekülen mit biologischer Wirkung gebündelt. Die Mitgliedschaft ist insbesondere für die Forschungstätigkeit der AG Clos relevant. Das BNITM ist zudem Gründungsmitglied des Forschungsverbunds „INFECTIONS´21“, der im Dezember 2015 vertraglich vereinbart wurde. Ziel ist es, durch eine interdisziplinäre Forschung und Kommunikation neue Strategien und Methoden für Frühwarnsysteme, ein verbessertes Management von Ausbrüchen und eine optimierte Eindämmung der Erregerausbreitung zu entwickeln. Die übergeordnete Aufgabe des Verbunds ist es zudem, als Pilotprojekt eine erfolgreiche interdisziplinäre Kommunikations- und Kooperationsstruktur zu entwickeln. Dazu findet ein begleitendes, externes Erfolgsmonitoring statt, das über den Leibniz-Strategiefonds finanziert wird.

Kontakt

BNITM

Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin

Bernhard-Nocht-Straße 74
D-20359 Hamburg

Tel.: +49 40 42818-0
(Telefonzentrale des Instituts)

Tel.: +49 40 312851
(für Patienten)

Fax: +49 40 42818-400
E-Mail: bni(at)bnitm.de