FAQ zu Malaria
Haftungsausschluss
Die Inhalte dieser Website dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung dar. Sie ersetzen nicht die individuelle Beratung durch eine qualifizierte medizinische Fachperson.
Es wird keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der bereitgestellten Informationen übernommen. Die Anwendung der Inhalte erfolgt auf eigene Verantwortung. Bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden wenden Sie sich bitte stets an eine Ärztin, einen Arzt oder anderes qualifiziertes Fachpersonal.
1. Was ist Malaria?
Malaria ist eine Infektionskrankheit, die durch einzellige Parasiten der Gattung Plasmodium verursacht wird. Für den Menschen sind vor allem Plasmodium falciparum (Malaria tropica), P. vivax, P. ovale, P. malariae und P. knowlesi relevant.
Nach dem aktuellen World Malaria Report der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab es 2024 weltweit rund 250 Millionen Erkrankungen und mehr als 600.000 Todesfälle, etwa drei Viertel davon waren Kinder unter fünf Jahren.
2. Wie wird Malaria übertragen?
Die Übertragung erfolgt durch weibliche Stechmücken der Art Anopheles: Wenn eine Mücke einen infizierten Menschen sticht, kann sie die Parasiten aufnehmen und nach einer Entwicklung des Parasiten in der Mücke bei einem weiteren Stich auf einen gesunden Menschen übertragen.
Malaria wird nicht direkt von Mensch zu Mensch übertragen (nicht über Kontakte, Luft, Nahrungsmittel). In seltenen Fällen kann Malaria über Bluttransfusionen, Organtransplantationen oder von der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen werden.
3. Wo kommt Malaria vor?
Malaria ist in vielen tropischen und subtropischen Regionen der Welt verbreitet, insbesondere in Afrika südlich der Sahara. Weitere betroffene Regionen sind Teile Süd- und Südostasiens, Ozeaniens sowie Lateinamerikas.
Die Verbreitung hängt stark von den Lebensbedingungen der Anopheles-Mücken ab (Temperatur, Feuchtigkeit, Brutplätze).
Alle Länder in Europa sind derzeit als malariafrei zertifiziert.
Vereinzelt werden in Deutschland etwa 500-600 importierte Fälle pro Jahr beobachtet und gemeldet. Lokale Übertragungen sind sehr selten, aber unter bestimmten Bedingungen grundsätzlich möglich.
Hinweis für Reisende:
Wer in Malariagebiete fährt, sollte sich vorab reisemedizinisch über das individuelle Risiko, empfohlene Schutzmaßnahmen und gegebenenfalls eine medikamentöse Prophylaxe informieren.
4. Was sind die Symptome von Malaria?
Symptome beginnen typischerweise 7 bis 30 Tage nach der Infektion, können aber je nach Erregerart auch deutlich später auftreten.
Hauptsymptome sind:
Fieber (oft schubweise)
Schüttelfrost
Kopf- und Gliederschmerzen
Müdigkeit / Schwäche
Übelkeit und Erbrechen
Durchfall
Bei Malaria tropica kann es zu schweren Verläufen kommen. Dazu zählen zerebrale Malaria mit Krampfanfällen und Bewusstseinsstörungen bis zum Koma, schwere Anämie, Atemnot (respiratorische Insuffizienz), Nierenversagen sowie Stoffwechselentgleisungen. Bei Kindern unter fünf Jahren treten häufiger schwere neurologische Komplikationen (zerebrale Beteiligung). Unbehandelt kann die Erkrankung schnell lebensbedrohlich werden.
5. Wie wird Malaria diagnostiziert?
Der Nachweis erfolgt durch den direkten Nachweis der Parasiten im Blut, zum Beispiel mittels Mikroskopie (Blutausstrich, „dicker Tropfen“) oder durch Schnelltests (Antigen-Nachweis).
Molekularbiologische Verfahren (z. B. PCR) können ergänzend eingesetzt werden, etwa zur genauen Bestimmung der Erregerart.
Da die Symptome unspezifisch sind, ist bei Fieber nach einem Aufenthalt in einem Malariagebiet immer eine rasche labordiagnostische Abklärung erforderlich.
6. Wie wird Malaria behandelt?
Malaria ist gut behandelbar, wenn sie frühzeitig erkannt wird. Die Therapie erfolgt mit spezifischen Antimalariamitteln, deren Auswahl von der Erregerart und dem Schweregrad der Erkrankung abhängt.
Bei unkomplizierter Malaria kommen meist Kombinationstherapien zum Einsatz. Schwere Verläufe müssen stationär behandelt werden, in der Regel mit intravenösen Medikamenten.
7. Gibt es einen Impfstoff gegen Malaria?
Ja. In einigen Ländern sind inzwischen Impfstoffe gegen Malaria zugelassen und werden vor allem bei Kindern in Hochrisikogebieten eingesetzt. Für Reisende sind gegenwärtige Malaria-Impfstoffe nicht sinnvoll, da die Wirksamkeit für diesen Einsatz zu gering ist.
RTS,S/AS01 (Mosquirix)
Art: Proteinbasierter Impfstoff mit Wirkverstärker (Adjuvans) (kein Lebendimpfstoff)
Wie er wirkt: Trainiert das Immunsystem bestimmte Entwicklungsstadien des Parasiten zu erkennen und zu bekämpfen.
Vorteile: Kann das Risiko schwerer Krankheitsverläufe reduzieren. In Studien gute Wirksamkeit gegen symptomatische Malaria bei Kindern.
Besonderheiten / Einschränkungen: Der Schutz ist begrenzt und nimmt mit der Zeit ab. Mehrere Impfdosen sind erforderlich. Einsatz derzeit vor allem in ausgewählten Ländern Afrikas im Rahmen von Impfprogrammen.
R21/Matrix-M
Art: Proteinbasierter Impfstoff mit Wirkverstärker (Adjuvans) (kein Lebendimpfstoff)
Wie er wirkt: Verstärkt gezielt die Immunantwort gegen den Parasiten.
Vorteile: Kann das Risiko schwerer Krankheitsverläufe reduzieren. In Studien gute Wirksamkeit gegen symptomatische Malaria bei jungen Kindern.
Besonderheiten / Einschränkungen: Der Schutz ist begrenzt und nimmt mit der Zeit ab. Mehrere Impfdosen sind erforderlich. Einsatz derzeit vor allem in ausgewählten Ländern Afrikas im Rahmen von Impfprogrammen.
8. Wie kann man sich vor Malaria schützen?
Der wichtigste Schutz ist die Vermeidung von Mückenstichen, zum Beispiel durch:
Moskitonetze (idealerweise imprägniert)
Insektenschutzmittel
Lange, helle Kleidung
Aufenthalt in klimatisierten oder geschützten Räumen
Für Reisende kann zusätzlich eine medikamentöse Prophylaxe sinnvoll sein. Welche Maßnahmen empfohlen werden, hängt vom Reiseziel, von der Reisezeit und individuellen Risikofaktoren ab.
9. Weiterführende Informationen
Weltgesundheitsorganisation (WHO)
European Centre for Disease Prevention and Control
Malariaforschung am BNITM
Malaria ist ein zentraler Forschungsschwerpunkt am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM). Die Forschung reicht von der Aufklärung molekularer Strukturen und Mechanismen über klinische Fragestellungen bis hin zu Fragen der globalen Gesundheitsversorgung:
- Parasitenbiologie und Lebenszyklus von Plasmodium falciparum
- Immunantwort und Impfstoffentwicklung
- Klinische Forschung zu DiagnostikundTherapie
- Epidemiologie und Krankheitskontrolle
- Vektorforschung zu Anopheles-Mücken
- Datenanalyse und Modellierung: Nutzung von bioinformatischen und computergestützten Methoden zur Analyse großer Datensätze, zur Modellierung von Infektionsdynamiken und zur Vorhersage von Ausbreitungsmustern
Relevante Forschungsgruppen:
- Parasitologie / Malaria
- Infektionsepidemiologie
- Immunologie von Infektionskrankheiten
- Medizinische Entomologie
- Computational Sciences / Bioinformatik
- Prof. Dr. Jürgen May
- Head of Dept Infectious Diseases Epidemiology
- Telefon: +49 40 285380-402
- E-Mail: chair@bnitm.de
- BNITM Presse
- Telefon: +49 40 285380-264/269
- E-Mail: presse@bnitm.de