Strategie 2025

Forschen für globale Gesundheit

  • Das BNITM will einen wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung und Kontrolle von Infektionen zu leisten

  • Innovative Ausbildung ist ein Schlüssel für die künftige Forschungszusammenarbeit

  • Tropenkrankheiten werden auf der Basis neuester Forschungsergebnisse behandelt

  • Moderne Techniken in klinischen Studien bringen neue Erkenntnisse zu Tropenkrankheiten

Infektionen sind weltweit eine Hauptursache für Krankheit und Tod. Insbesondere in den Ländern des globalen Südens können sie zu Behinderung, Stigmatisierung und Armut führen. Wir sind bestrebt, mit unserer Forschung einen wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung und Kontrolle von Infektionen zu leisten. Um dieses Ziel zu erreichen, stellen wir den Menschen in den Fokus unserer Forschung und passen unsere Forschungsstrategie regelmäßig an die neuen technologischen Entwicklungen an. Zum einen nutzen wir neueste Innovationen, um Infektionen und Immunantworten im Menschen zu untersuchen. Zum anderen nehmen wir die Umwelt und die gesellschaftlichen Bedingungen als wichtige Faktoren für weltweites Wohlergehen in den Blick.

Drei strategische Themenfelder

Globale und lokale Epidemien beherrschen

Bekämpfung hochinfektiöser Erreger in ressourcenarmen Regionen

  • Experimentelle Forschung zu hämorrhagischen Fieberviren im BSL4-Labor
  • Entwicklung von effizienten Impfstoffen gegen potentielle Ausbruchserreger
  • Diagnostik der nächsten Generation mit hochspezifischen und -empfindlichen Verfahren
  • Effiziente klinische Studien auch in Ausbruchssituationen
  • Infektionsepidemiologische Analyse und Modellierung von Ausbrüchen
  • Aufbau mobiler Labore für schnellstmögliche Reaktion auf Ausbrüche
  • Entwicklung digitaler Surveillance-Technologien
  • Ausbildung von Personal zur Kontrolle von Epidemien

Strukturen und Interaktionen von Erregern beherrschen

Integrative Techniken zur Erforschung von Pathogenen und Infektionen

  • Systembiologie von Krankheitserregern mit modernster Technologie am Centre for Structural Systems Biology (CSSB)
  • Darstellung von Erreger-Strukturen in höchster Auflösung
  • Abbildung molekularer Strukturen lebender Pathogene
  • Funktionsuntersuchungen von Erregern mit modernen molekulargenetischen Methoden
  • Systematische Analyse der Interaktion von Pathogenen und Wirtszellen
  • Experimentelle Untersuchungen von Moskitos und anderen Infektionsüberträgern (Vektoren)
  • Systemgenetik von Erreger, Wirt und Vektor

Armutsbedingte und vernachlässigte Krankheiten bekämpfen

Innovative Krankheitskontrolle mit interdisziplinären Ansätzen

  • Wissenschaftliche Untersuchung und Optimierung von Bekämpfungsprogrammen
  • Entwicklung robuster Diagnostik zur Anwendung unter ressourcenarme Bedingungen
  • Infektionsepidemiologie in vernachlässigten und abgelegenen Gegenden
  • Integrative Epidemiologie unter Einbeziehung aller Einflussfaktoren (One Health)
  • Testung neuer Wirkstoffe gegen Tropenkrankheiten in kontrollierten klinischen Studien
  • Entwicklung innovativer Werkzeuge zur Bekämpfung von Krankheiten
  • Kartierung und Untersuchung von Krankheitsvektoren in endemischen Ländern

Acht Ziele für die tropenmedizinische Forschung der Zukunft

Erreger erforschen

Wie funktionieren Erreger?

System-, Zell- und Strukturbiologie mit modernster Technologie 

In der Grundlagenforschung an tropischen Erregern verfolgt das BNITM ein ganzheitliches Forschungskonzept. Im Fokus stehen sowohl die Erreger selbst als auch ihre Interaktionen mit dem Wirtsorganismus auf atomarer, molekularer, zellulärer und systemischer Ebene. Die sich rasant entwickelnden biochemischen und bioinformatischen Methoden eröffnen dabei neue, vielver- sprechende Wege. Zeitgleiche Untersuchungen einer Vielzahl von Einzelelementen sind möglich (Genom-, Transkriptom-, Proteom-, Metabolomanalysen), deren computergestützte Zusammenführung und Modulierung (Systembiologie) sowie experimentelle Überprüfung (z.B. durch Änderung des Erreger-Genoms). Der Infektionsprozess kann im Ganzen aufgeklärt und damit der Bogen von der Untersuchung kleinster molekularer Strukturen bis hin zu innovativer klinischer Forschung gespannt werden.

Arbeit im Hochsicherheitslabor - Forschung mit hochpathogenen Erregern ermöglicht bessere Ausbruchsbekämpfung ©BNITM

Das BNITM wird die notwendigerweise auf spezielle Themengebiete fokussierte Forschung seiner international anerkannten Arbeitsgruppen weiter stärken und zusätzlich systemisch-orientierte Teams einrichten. Diese Forschungsanstrengungen zielen auf innovative Ansatzpunkte zur Bekämpfung von Tropenerkrankungen. Einzigartige Infrastrukturen erlauben es, mit Erregern der höchsten Sicherheitsstufe zu experimentieren, die geeigneten Tiermodelle für hochgefährliche Krankheiten zu etablieren sowie Überträgermücken zu züchten und Infektionsexperimente durchzuführen. Auf dieser Grundlage kann das BNITM innovative Grundlagenforschung auf höchstem Niveau betreiben.

Die Expansion des BNITM in das Centre for Structural Systems Biology (CSSB) auf dem DESY-Campus bietet den Zugang zu den weltweit besten Bildgebungsverfahren. Sie ermöglichen bislang kaum vorstellbare Forschungsprojekte zur Aufklärung von einzelnen, molekularen Strukturen der Erreger bis hin zu komplexen, molekularen Interaktionen zwischen Wirt und Pathogen.

Enge Kooperationen mit Partnerinstitutionen in Endemiegebieten erlauben die Untersuchung gut charakterisierter klinischer Materialien. Dadurch werden die Voraussetzungen geschaffen, Studien nicht nur im Labor und in Tierversuchen durchzuführen, sondern sie auch unter klinischen Bedingungen in Bezug auf ihre Relevanz zu überprüfen. Die enge Interaktion zwischen den Forschungseinheiten im Institut wird dazu beitragen, fundamentale Erkenntnisse über die Grundlagen des Infektionsprozesses zu ge- winnen. So wird ein tiefergehendes Verständnis von Erkrankungen möglich, um neue Wege der Krankheitsvorbeugung und -bekämpfung zu eröffnen.

Infektionen verstehen

Wie und warum kommt es zu Infektionen?

Infektionen mit tropischen Erregern analysieren und modellieren

Schon jetzt trägt die epidemiologische und infektionsimmunologische Forschung am BNITM entscheidend zum Verständnis und zur Bekämpfung von weltweit vorkommenden Infektions- krankheiten bei. Für die Analyse von Daten aus ressourcenarmen Regionen werden am BNITM spezielle statistische und immunologische Methoden entwickelt, vorgehalten und angewendet. Die am Institut seit Langem existierende entomologische Forschung an Überträgermücken wird durch eine eigene Arbeitsgruppe mit W2-Professur und durch ein Hochsicherheits-Insektarium vertreten. Hier arbeiten Forscher(innen) an den Mechanismen der Übertragung von Pathogenen wie Dengue- oder Zika-Viren durch Stechmücken.

Ganzheitliche Betrachtung als nachhaltige Ansatz - Ein erweiterter One Health-Ansatz nutzt vielfältige datenquellend, um die Bedingungen von Infektionskrankheiten und von Gesundheit in ressourcenarmen Regionen zu analysieren.

Ziel ist es, Faktoren, die Einfluss auf tropische Infektionen haben, noch detaillierter zu verstehen. Dies umfasst einerseits die Bedingungen der Erregerübertragung, insbesondere durch Stechmücken. Andererseits stehen die Risikofaktoren des Menschen im Fokus, insbesondere Genetik und Epigenetik sowie gesellschaftliche Determinanten einschließlich Ernährung und Verhalten. Zusätzlich wird am BNITM die Reaktion des Immunsystems auf den eingedrungenen Erreger untersucht. Ziel dieses interdisziplinären Ansatzes ist es, alle bedeutenden Umgebungsdaten zu Infektionsrisiken in tropischen Ländern unter realen Bedingungen zu erheben und integrativ zu analysieren.

Um den aktuellen Herausforderungen der Tropenmedizin gerecht zu werden, hält das BNITM ein breites, modernes Methodenspektrum vor. Dies umfasst neueste Techniken der Immunologie (im Wirt und Überträger) und der Vektorkompetenzanalyse genauso wie die digitalisierte Erhebung und Auswertung von Daten – von modernen Modellierungstechniken über den Umgang mit hoch- dimensionalen Daten (Big Data) bis hin zur Analyse hochauflösender Satellitendaten. Dies ermöglicht eine präzise Untersuchung von Infektionsdynamiken, insbesondere von Übertragungswegen und der Verbreitung antimikrobieller Medikamentenresistenzen (AMR) speziell in ressourcenarmen Regionen.

Zukünftig wird das BNITM seinen Einsatz für die am stärksten von Infektionskrankheiten betroffenen Bevölkerungsgruppen noch weiter intensivieren. Dafür sollen mithilfe leistungsstarker mobiler Labore in fernab gelegenen und vernachlässigten Landesteilen detaillierte Risikoanalysen durchgeführt werden. Diese Studien führt das Institut in enger, vertrauensvoller Partnerschaft mit Institutionen in den entsprechenden Regionen durch.

Krankheiten erklären

Wie werden Infizierte krank?

Vorgänge im Körper mit modernen Techniken untersuchen

Bei vielen Infektionen mit Tropenerregern ist nicht bekannt, warum sie oft ohne Symptome verlaufen und nur in bestimmten Fällen zu einer Erkrankung führen – manchmal mit schweren Folgen. Bisher sind die zugrundeliegenden Mechanismen der Pathophysiologie nur in Ansätzen verstanden. Daher ist es für das BNITM von besonderer Bedeutung, die Entstehung von Krankheiten nach dem Eindringen der Erreger in den Körper besser zu verstehen. Hierzu untersucht das BNITM die Interaktion von Erreger und Infiziertem(r) mit Methoden der klinischen Infektiologie, Immunologie sowie Zell- und Molekularbiologie.

Untersuchung einer Studienpatientin in Gabun . Moderne Techniken in klinischen Studien bringen neue Erkenntnisse zu Tropenkrankheiten ©BNITM

In Zukunft sollen die Vorgänge im infizierten Körper auf verschiedenen Ebenen unter möglichst realen Bedingungen analysiert werden. Dabei werden Immunreaktionen mit neuesten Techniken im Menschen oder, wenn nötig, in experimentellen Modellen untersucht. Infektionsbedingte Störungen der Abläufe in einer Zelle, einem Zellverband oder einem Organ werden mit aktuellen Methoden der Molekular- und Zellbiologie sowie klinischen Untersuchungsverfahren erfasst.

Ziel ist es, überschießende und abnormale Immunreaktionen und schwere Störungen der Zellphysiologie zu verstehen, die letztlich zum Versagen von Organen und zum Tod führen. Dieses Wissen ermöglicht es, Strategien zu entwickeln, die pathophysiologischen Kaskaden durch Blockaden zu unterbrechen und so den Tod zu verhindern.

Die Krankheitsmechanismen tropischer Infektionen sollen auf allen Ebenen – Zelle, Gewebe, Organ, Organismus – besser verstanden werden, um mögliche therapeutische Interventionen abzuleiten und zu testen. Langfristig sollen Interventionen, die sich in Modellen als wirksam herausstellen, auch am Menschen geprüft werden.

Krankheiten erkennen

Wer ist mit welchem Erreger infiziert?

Diagnostik der nächsten Generation mit hochspezifischen und -sensitiven Verfahren

Eine zuverlässige Infektionsdiagnostik ist Voraussetzung für hochwertige klinische und epidemiologische Studien und spielt eine herausragende Rolle bei der Bekämpfung und Elimination armutsbedingter und vernachlässigter Krankheiten. Das BNITM hält eine außergewöhnlich breite und in Deutschland einzigartige Palette tropenmedizinischer Infektionsdiagnostik bereit. Auch in Zukunft wird das Institut als Nationales Referenzzentrum für tropische Infektionserreger und WHO (World Health Organization)Collaborating Centre (WHO CC) for Arbovirus and Haemorrhagic Fever Reference and Research einen Schwerpunkt auf die Entwick- lung verbesserter Diagnostik legen. Zudem wird das BNITM wei- terhin qualitativ ausgezeichnete, ISO-akkreditierte Teste für den direkten und indirekten Erregernachweis bereithalten.

Hochleistungsdiagnostik im Miniaturformat - Feldtaugliche Tests eröffnen Möglichkeiten der Erregererforschung vor Ort ©BNITM

Ziel ist es, die Bedeutung des BNITM als international gefragtes Referenzzentrum für die Diagnostik tropenmedizinisch relevanter und neu auftretender Erreger weiter auszubauen. Dazu werden zusätzliche Referenzaktivitäten am BNITM etabliert, wie etwa ein WHO Collaborating Centre for Malaria Reference and Research.Darüber hinaus plant das Institut, feldtaugliche Schnelltests für Tropenkrankheiten zu entwickeln, um Diagnostik und Forschung in den betroffenen Ländern zu verbessern. Neue Diagnostika für Infektionskrankheiten, insbesondere Point-of-Care-Teste (patientennahe feldtaugliche Tests) für ressourcenarme Regionen, sollen mittels klinischer Studien evaluiert werden. Gleichzeitig wird das BNITM neue, zum Teil auch digitale Ringversuche aufbauen, um die interne und externe Qualitätskontrolle von Diagnostik-Laboratorien für tropische Infektionserreger weiter zu verbessern.

Gerade in jüngster Vergangenheit haben Epidemien gezeigt, dass diagnostische Teste für neue Erreger in kürzester Zeit bereitstehen müssen. Daher sieht das BNITM vor, ein Baukastensystem zu erstellen, mit dem die Entwicklung neuer Diagnostika in Zukunft auch für mehrere Erreger gleichzeitig möglich wird. Dazu entsteht in enger Zusammenarbeit von klinischer Forschung, Epidemiologie und Diagnostik eine umfassende Biobank mit sehr gut charakterisierten Referenzproben.

Bekämpfung verbessern

Wie können Bekämpfungsmaßnahmen am wirksamsten angewendet werden?

Innovative Maßnahmen und Implementationsforschung mit interdisziplinären Ansätzen

Für viele tropische Infektionserkrankungen gibt es bereits Impfstoffe, Medikamente oder andere Möglichkeiten der Bekämpfung. Trotzdem erreichen diese Maßnahmen oft nicht die betroffenen Menschen und die Anzahl der Erkrankungen wird nicht so stark vermindert wie erwartet. Warum solche Maßnahmen unter realen Bedingungen häufig versagen, hat komplexe, zum Teil nicht verstandene Ursachen. Dieser Fragestellung widmet sich eine relativ junge Disziplin, die Implementationsforschung, die auch von der World Health Organization (WHO) als Schlüssel zur Entwicklung und Umsetzung wirksamer Bekämpfungsstrategien gesehen wird.

Internationaler Workshop am BNITM - Interdisziplinäre Kooperationen sind die Basis für die zukünftige Implementationsforschung @BNITM

Am BNITM soll die Implementationsforschung daher als zukunftsweisender, neuer Forschungszweig aufgebaut werden. Mit wissenschaftlicher Methodik wird untersucht, wie Infektionskrankheiten in ressourcenarmen Gegenden mit etablierten oder neu entwickelten Interventionen wirkungsvoller bekämpft werden können. Damit möchte das BNITM einen relevanten Beitrag leisten, armutsbedingte Krankheiten zu eliminieren.

In der Implementationsforschung werden Studien zur Optimierung der Infektionsbekämpfung durchgeführt, die auf der Ebene exponierter oder erkrankter Menschen, aber auch der Wirtstiere und der Überträger (z.B. Stechmücken) ansetzt. Unter Berücksichtigung von Traditionen und Kultur der jeweiligen Region sollen die Maßnahmen möglichst in bereits vorhandene Gesundheitsstrukturen integriert werden, um somit eine erhöhte Akzeptanz zu erreichen. Ziel ist es, innovative Methoden der Infektions-Surveillance zu entwickeln, die auch in ressourcenarmen Gegenden funktionieren und eine Grundlage effektiver Bekämpfungspro- gramme darstellen. Mobile Labore und lokale Infrastrukturen sollen aufgebaut werden, die – auch im Fall von Epidemien – Diagnostik und Forschung in fernab gelegenen Regionen ermöglichen.

Für die Implementationsforschung sind langfristige Partnerschaften mit Institutionen in Schlüsselregionen und Netzwerken zur gemeinsamen Forschung sowie zum Transfer von Technologie und Wissen unerlässlich. Ebenso entscheidend ist die Vertiefung der bereits bestehenden Zusammenarbeit mit der WHO sowie anderen internationalen Organisationen und Instituten, die eine Rolle in der globalen Ausbruchsbekämpfung spielen.

Ziel des BNITM ist es, zusammen mit Partnern in Deutschland einen international sichtbaren Forschungsstandort für die Implementationsforschung aufzubauen, von dem richtungsweisende Initiativen zur Kontrolle und Elimination von Tropenkrankheiten ausgehen.

Wirkstoffe entwickeln

Welche Medikamente und Impfstoffe sind am besten?

Neue Medikamente und Impfungen für Tropenkrankheiten kontrolliert prüfen

Für die Bekämpfung und Beherrschung von Epidemien sowie vernachlässigter Krankheiten werden neuartige Interventionen und Wirkstoffe dringend benötigt. Ziel ist es daher, die klinische Forschung und dafür benötigte Infrastrukturen am BNITM und den afrikanischen Partnerinstitutionen auszubauen.

Die Entwicklung von Medikamenten und Impfungen - Das BNITM ist an verschiedenen Phasen der Werkstoffentwicklung, von der Grundlagenforschung bis zur Analyse, wie Medikamente optimal eingesetzt werden, intensiv beteiligt.

Zu diesem Zweck wird am BNITM ein entsprechendes Studienzentrum als Plattform etabliert. Hier sollen nach höchsten Qualitätsstandards klinische Forschung und Studien mit nationalen und internationalen Partnern durchgeführt werden. Das BNITM plant, vor allem die Forschungsaktivitäten in den Tropen zu erweitern. Wissenschaftlicher Fokus in dem Bereich wird die Medikamenten- entwicklung und Präventionsforschung zu Malaria sowie vernachlässigten Tropenkrankheiten sein. Zusätzlich entsteht ein klinischer Forschungsschwerpunkt im Bereich tropenrelevanter Viruserkrankungen. Die internationalen Forschungskollaborationen im Bereich Tropen- und Reisemedizin sollen intensiviert werden.

Die Reisemedizin gewinnt vor dem Hintergrund des zunehmenden internationalen Reiseverkehrs, vor allem auch in tropische Länder, immer mehr an Bedeutung. Ziel ist es, das BNITM als führendes Zentrum für die klinische Entwicklung evidenzbasierter reisemedizinischer Interventionen (Impfstoffe, Medikamente, Präventionsmaßnahmen) zu etablieren. Zur weiteren Profilbildung soll daher eine Professur für Reisemedizin eingerichtet werden.

Kapazitäten schaffen

Wie können die Voraussetzungen für Forschung in den Tropen geschaffen werden?

Moderne Ausbildung mit innovativen Techniken

Eine interdisziplinäre Ausbildung, Nachwuchsentwicklung und Weiterbildung von Studierenden, Wissenschaftler(inne)n, Ärzt(inn)en und anderem medizinischen Fachpersonal im Bereich der klinischen Tropenmedizin versteht das BNITM als zentrales Anliegen. Dabei gehören die enge Vernetzung zwischen Wissenschaft, Lehre und Krankenversorgung im Institut, die Erfahrungen in den Programmen zum Aufbau von Kapazitäten in den Ländern des globalen Südens sowie ein etabliertes Partnernetzwerk in diesen Ländern seit Langem zu den Stärken des BNITM.

Simulation von Szenarien mit 3D-Technik - Innovative Ausbildung ist ein Schlüssel für die künftige Forschungszusammenarbeit

Eine fundierte Ausbildung des einheimischen Personals in der Forschung und im Gesundheitswesen in den einkommensschwachen Ländern ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche und nachhaltige Verbesserung der Gesundheitsversorgung und von Forschungsstrukturen. In diesem Kontext hat sich das BNITM zum Ziel gesetzt, seine führende Stellung im Bereich Kapazitätsaufbau in der klinischen Tropenmedizin und Infektionsforschung auszubauen.

Dafür werden bestehende internationale Fortbildungsprogramme zur Biosicherheit, Infektionsdiagnostik und Epidemiologie ausgebaut, einschließlich der bewährten BNITM-Computerlernplattform. Alle Lehrinhalte und Vortragsaufzeichnungen sollen auf der Computerlernplattform des BNITM online bereitgestellt werden und so ein Element des digitalisierten Lehrangebots bilden. Zudem etabliert das BNITM neue PhD- und Fellowship-Programme, um Studierenden und Wissenschaftler(inne)n aus den Partnerländern Zugang zur tropenmedizinischen Aus- und Weiterbildung zu erleichtern und ihre akademischen Perspektiven zu verbessern. Bereits bestehende Kurse zur medizinischen Weiterbildung werden an moderne Anforderungen angepasst und noch internationaler ausgerichtet.

Patientenversorgung verbessern

Wie können Patienten optimal behandelt werden?

Bestmögliche Krankenversorgung in der Tropen- und Reisemedizin

Mit zunehmender globaler Mobilität und Internationalisierung wird die Nachfrage nach Krankenversorgung in der Tropen- und Reisemedizin weiter steigen. Daher beabsichtigt das BNITM, seine anerkannte klinische Expertise in diesen Bereichen weiter auszu- bauen. Dies erfolgt u.a. in enger Kooperation mit der Sektion Tropenmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) in den Fachbereichen Patientenmanagement und Management hochansteckender Erkrankungen. Weiterhin plant das BNITM die Erweiterung des Konsiliardienstes zur überregionalen Beratung von Ärzt(inn)en auf dem Gebiet der klinischen Tropenmedizin. Zudem sollen Spezialambulanzen innerhalb der Tropenmedizin aufgebaut werden.

Ärztliche Beratung - Tropenkrankheiten werden auf der Basis neuester Forschungsergebnisse behandelt @BNITM

Die Weiterentwicklung der Reise- und Migrationsmedizin stellt einen wesentlichen Schwerpunkt der klinischen Ausrichtung dar. Um die exzellente Versorgung der Patient(inn)en in der Tropen- und Reisemedizin immer auf dem neuesten Stand zu halten, wird die enge Kooperation von Klinik und klinischer Forschung am BNITM ein zentrales Anliegen bleiben. Es soll ein klinisches Referenzzentrum für Diagnostik, Therapie und Management von importierten Erkrankungen gegründet werden. Die bereits enge Kooperation mit dem UKE wird weiter verstärkt, um Hamburg zu einem Kristallisationspunkt für die umfassende klinische Versorgung von Patient(inn)en mit tropentypischen Erkrankungen auszubauen.

Unsere Leitlinien

Exzellent forschen

Eine Hauptaufgabe des BNITM ist es, qualifizierte Forschung auf dem Gebiet der Tropenmedizin durchzuführen. Dies soll durch wissenschaftliche Veranstaltungen, Lehre, Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie Beratung und Versorgung auf den Gebieten der Infektions- und Tropenmedizin unterstützt werden.

Dazu verfolgen wir einen integrativen Ansatz und sehen in Kooperationen einen zentralen Baustein für unseren Forschungserfolg. Zudem setzen wir auf kontinuierliche interne und externe Qualitätskontrolle und passen unsere Forschungsschwerpunkte und -methoden regelmäßig an.

Fortlaufende Optimierung unserer Infrastruktur, Systeme, Prozesse und Qualität ist für uns dabei selbstverständlich. Dafür gestalten wir bürokratische Abläufe so schlank und flexibel wie möglich.

Wissen teilen und anwenden

Unsere wissenschaftlichen Daten und Ergebnisse sind öffentlich, transparent und kostenfrei zugänglich. Aus unserer Sicht birgt das die Chance, ihr Potenzial optimal auszuschöpfen. Zudem stehen wir im Austausch mit der Wirtschaft, um das von uns generierte Wissen bestmöglich zu nutzen und in sinnvolle Anwendungen zu bringen.

Wir berichten auch allgemeinverständlich über unsere Forschung, beteiligen uns an öffentlichen Diskussionen und öffnen unser Haus mit verschiedenen Veranstaltungen für alle Bevölkerungsgruppen. Dabei betrachten wir unsere langjährige Geschichte und Bekanntheit als Chance und Verpflichtung zugleich.

Mitarbeiter(innen) und Studierende fördern

Um unsere ambitionierten Ziele erreichen zu können, brauchen wir herausragende und motivierte Mitarbeiter(innen). Daher geben wir jedem Mitarbeiter und jeder Mitarbeiterin durch spezifische Weiterbildung, individualisierte Betreuungsangebote und durch Sicherstellung relevanter Rahmenbedingungen die Möglichkeit, das eigene Potenzial voll auszuschöpfen. Wir bereiten unsere Studierenden und jungen Wissenschaftler(innen) bestmöglich auf ihre weitere Karriere vor. Dafür reflektieren und optimieren wir unser Führungsverständnis.

Gerade Mitarbeiter(innen) mit Familie stehen in der Wissenschaft häufig vor besonderen Herausforderungen, um Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren. Umso wichtiger ist es uns, am BNITM für bestmögliche, individuelle Lösungen zu sorgen. In der Überzeugung, dass Wissenschaft und Gesellschaft durch Vielfalt gewinnen, verpflichten wir uns dabei den Zielen der Gleichstellung, Diversität und Internationalisierung.

Ethische Standards setzen

Unsere Forschung soll ausschließlich humanen und friedlichen Zwecken dienen. Daher sichern wir uns gegen die missbräuchliche Anwendung unserer Forschung ab. Zudem wahren wir uneingeschränkt die Rechte von Ländern und Patient(inn)en an ihren biologischen Ressourcen. Negative Auswirkungen unserer Forschung auf Menschen, Gesellschaft und Umwelt vermeiden oder minimieren wir. Mit unserem Wirken verpflichten wir uns dabei den UN Sustainable Development Goals.

Miteinander Ziele erreichen

Unser Ziel ist klar umrissen: Wir möchten relevant und exzellent forschen. Dafür bauen wir auf die vertrauensvolle und zuverlässige Partnerschaft mit nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen und Organisationen. Unsere Zusammenarbeit richten wir auf einen nachhaltigen Erfolg zugunsten aller Beteiligten aus. Wir engagieren uns für ein starkes regionales Forschungsumfeld und rekrutieren in kompetitiven Verfahren exzellente Wissenschaftler(innen). Darüber hinaus schaffen wir zusätzliche Infrastrukturen und schärfen die Profile des Wissenschaftsstandorts Hamburg. Wir setzen auf ein globales Alumni-Netzwerk aus ehemaligen Mitarbeiter(inne)n und Teilnehmer(inne)n von BNITM-Fortbildungsveranstaltungen. Damit erleichtern wir Kooperationen und erhöhen die Sichtbarkeit des BNITM. Die kollegiale Zusammenarbeit am BNITM trägt maßgeblich zu unserem Erfolg bei. Wir fördern sie durch Wertschätzung der Kooperationen im Haus, schaffen Gelegenheiten für regelmäßigen wissenschaftlichen Austausch und entwickeln Ziele gemeinsam mit den Mitarbeiter(inne)n. Wir treten für eine zukunftsfähige bauliche Lösung ein, mit der das BNITM weiterhin als Einheit an einem Standort gewahrt wird.

Strategie im Wandel

 "Wir forschen in einer sich schnell ändernden Welt. Bevölkerungsentwicklung, Klimawandel und technischer Fortschritt beeinflussen unsere Arbeit maßgeblich und dauerhaft. Regelmäßige Anpassungen der Forschungsstrategie sind daher Grundvoraussetzung, um weiter erfolgreich unsere Ziele verfolgen zu können."

Arbeit, Ghana

Globale Gesundheit ist eine entscheidende Grundlage für wirtschaftliche Entwicklung, soziale Gerechtigkeit und Frieden. Dieses Wissen spornt uns an.

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Kontakt

Dr. Eleonora Schönherr

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Tel.: +49 40 42818-264
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Dr. Anneke Novak-Funk

Vorstandsreferentin

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