Wissen aus erster Hand: Rückblick auf die öffentlichen Infoveranstaltungen des BNITM
Auch 2025 öffnete das BNITM wieder seine Türen für alle, die sich für globale Gesundheit und Infektionsforschung interessieren. Die vier öffentlichen Infoveranstaltungen boten nicht nur spannende Einblicke in die aktuelle Forschung des Instituts, sondern beleuchteten – passend zum 125-jährigen Jubiläumsjahr des BNITM – jeweils auch die historische Entwicklung des jeweiligen Schwerpunktthemas. Von vernachlässigten Tropenkrankheiten über Malaria und Stechmücken-Forschung bis hin zu hämorrhagischen Fieberviren entstand so ein abwechslungsreicher Blick zurück und nach vorn. Alle Vorträge wurden aufgezeichnet und sind auf dem BNITM-YouTube-Kanal verfügbar. Wer die Veranstaltung verpasst hat oder einzelne Themen vertiefen möchte, kann die Beiträge dort jederzeit nachschauen.
Forschung zu Vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs)
30. Januar 2025 – World NTD Day
Den Auftakt bildete eine Abendveranstaltung zu vernachlässigten Tropenkrankheiten (neglected tropical diseases, NTDs). Dr. Jörg Blessmann (ehemaliger Forschungsgruppenleiter am BNITM) spannte einen Bogen von der Geschichte der NTD-Forschung am BNITM bis hin zu aktuellen Herausforderungen bei der Behandlung von Schlangenbissvergiftungen. Prof. Dr. Dennis Tappe (Leiter der AG Zoonosen) richtete den Blick auf die parasitären Wurmerkrankungen Echinokokkosen. Dr. Mirjam Groger (Leiterin eine Laborgruppe in der Abteilung Klinische Forschung des BNITM) berichtete aus ihrer klinischen Lepraforschung, die sie gemeinsam mit dem Ghana Health Service durchführt. Insgesamt bot der Abend einen umfassenden Überblick über ein Themenfeld, das häufig im Schatten anderer globaler Gesundheitsprobleme steht.
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Dr. Jörg Blessmann: Vernachlässigte Tropenkrankheiten
Prof. Dr. Dennis Tappe: Wurmerkrankungen Echinokokkosen
Dr. Mirjam Groger: Lepra in Afrika
Malaria-Forschung
24. April 2025 – Vorabend des Weltmalariatags
Die zweite Veranstaltung widmete sich der Malaria, einer der bedeutendsten Infektionskrankheiten weltweit. Dr. Nicole Gilberger (Abteilung Infektionsepidemiologie) gab einen historischen Überblick über die mehr als 120-jährige Malaria-Forschung am BNITM und zeigte, welche Entwicklungen das Institut in diesem Bereich geprägt haben. Anschließend erläuterte Dr. Tobias Spielmann (Leiter der AG Malaria-Zellbiologie), wie der Malariaparasit der Behandlung mit dem wichtigen Wirkstoff Artemisinin entkommt, und brachte dem Publikum seine zellbiologischen Untersuchungen näher. Prof. Dr. Rolf Horstmann (ehemaliger Vorstandsvorsitzender des BNITM) gab Einblick in humangenetische Studien und in das klinische Bild der Malariaerkrankung. Der Abend zeigte, welche Bedeutung die vielfältigen Forschungsansätze am BNITM für das Verständnis der Malaria haben.
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Dr. Nicole Gilberger: Geschichte der Malaria-Forschung
Dr. Tobias Spielmann: Der Malariaparasit und der Wirkstoff Artemisinin


Stechmücken-Forschung
4. September 2025
Anfang September stand die Stechmücken-Forschung im Mittelpunkt. Dr. Renke Lühken (Leiter der Nachwuchsgruppe Arbovirus-Ökologie und der Gruppe Vektorkontrolle) blickte auf mehr als ein Jahrhundert Forschung am BNITM zurück: Er zeichnete nach, wie sich das Verständnis über die Rolle von Stechmücken bei der Übertragung von Krankheiten seit 1912, Gründungsjahr der Abteilung Entomologie im damaligen Institut für Schiffs- und Tropenkrankheiten, entwickelt hat. Dr. Anna Heitmann (Laborgruppenleiterin in der Abteilung Arbovirologie und Entomologie und Leitung Arthropodenzucht) gab einen Einblick in ihre Arbeit im BSL-3-Insektarium und erläuterte, welche Viren einheimische und invasive Stechmückenarten in Deutschland übertragen können. Schließlich zeigte Kristopher Nolte (Doktorand in der Gruppe Vektorkontrolle), wie künstliche Intelligenz künftig dabei helfen kann, Stechmückenarten schneller zu bestimmen und weltweit Frühwarnsysteme zu verbessern. Der Abend machte deutlich, wie wichtig moderne Technologien und langfristige Forschung für die Kontrolle von Vektoren wie Stechmücken sind.
Links zu YouTube
Dr. Renke Lühken: Geschichte der Stechmücken-Forschung am BNITM
Dr. Anna Heitmann: Aktuelle Stechmücken-Forschung am BNITM
Kristopher Nolte: Bestimmung von Stechmückenarten mit KI
Forschung zu hämorrhagischen Fieberviren
11. November 2025
Zum Jahresende stand die Forschung zu Ebola-, Marburg-, Krim-Kongo- und Lassa-Viren im Fokus. Prof. Dr. Petra Emmerich (Laborgruppenleiterin in der Abteilung für Virologie) gab einen historischen Überblick über die Entdeckung und Erforschung der Marburg- und Ebolaviren seit 1967. Zudem berichtete sie von ihren Arbeiten zum Krim-Kongo-Virus im Westbalkan sowie von ihren langjährigen Erfahrungen in internationalen Biosicherheitsprojekten. Dr. Lisa Oestereich (Leiterin der Nachwuchsgruppe Lassa-Virus-Immunologie und Labormanagerin der BSL4-Labore) stellte das Arbeiten im BSL-4-Hochsicherheitslabor vor und erläuterte, wie die Forschenden dort Virus-Wirt-Interaktionen untersuchen und neue Medikamente testen. Dr. Till Omansen (Arzt sowie Leiter der Nachwuchsgruppe Lassa-Virus-Pathophysiologie) schilderte seine Einsätze in Westafrika und erklärte, wie klinische Forschung und medizinische Betreuung auf Isolationsstationen dazu beitragen können, die Behandlung schwerkranker Patient:innen zu verbessern. Der Abend verband wissenschaftliche Expertise mit persönlichen Erfahrungen aus internationalen Einsatzgebieten.
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Prof. Dr. Petra Emmerich: Geschichte des Marburg- und Ebola-Virus
Prof. Dr. Petra Emmerich: Krim-Kongo-Virus – Biosicherheitsprojekte
Dr. Lisa Oestereich: Lassa-Virus-Forschung
Dr. Till Omansen: Klinische Forschung am Lassafieber


Die Vorträge zum Nachschauen auf YouTube
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