Leishmaniose
Erforschung immunmodulatorischer Therapien
Mit einer geschätzten Anzahl von jährlich 1.4 Millionen neuen Fällen gehört die Leishmaniose zu einer der wichtigsten parasitären Infektionskrankheiten weltweit, die von protozoischen Erregern der Gattung Leishmania verursacht wird. Die Übertragung erfolgt über den Stich der weiblichen Sandmücke. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO, 2018) treten Leishmaniosen in 98 tropischen und subtropischen Ländern endemisch auf, wobei schätzungsweise etwa 350 Millionen Menschen akut von dieser armuts-assoziierten Krankheit bedroht sind. Aufgrund der Globalisierung gewinnt die Leishmaniose jedoch auch immer mehr Bedeutung in anderen Regionen der Welt, wie z.B. dem Mittelmeerraum und Zentraleuropa.
Abhängig von der infizierenden Leishmania Spezies und dem Immunstatus des Wirts variieren die klinischen Symptome von kutanen über mukokutanen Formen, bis hin zu fatalen viszeralen Leishmaniosen. Aktuell sind keine Impfstoffe gegen die Leishmaniose erhältlich und bereits existierende Therapeutika weisen eine Reihe an Nachteilen und Risiken auf. Die kutane Leishmaniose ist dabei die häufigste Form der Erkrankung. Sie verursacht meist selbstheilende Hautläsionen, die zu entstellenden Narben führen und somit häufig eine Stigmatisierung der Patienten zur Folge hat.
Am BNITM wird das Mausmodell der kutanen Leishmaniose genutzt, um zum einen die Parasit-Wirt-Interaktion immunologisch zu verstehen, als auch um neue immunstimulatorische Behandlungsoptionen zu etablieren. Das Mausmodel zeigt den klinischen Verlauf der Krankheit, wie er beim Patienten beobachtet wird und ist daher aktuell die verlässlichste Wahl für komplexe immunologische Studien als auch für Studien zur Wirksamkeit von immunstimulatorischen Arzneimitteln. Den Mäusen werden dabei (vergleichbar zum Stich der Sandmücke) Leishmania Parasiten ins Ohr injiziert, was nach einigen Tagen an der Einstichstelle zu kleinen bis großen, teils läsionsartigen Schwellungen führt, welche jedoch genau wie beim Menschen von selber heilen. Die Belastung der Tiere wird dabei als gering eingestuft.
In der Leishmanioseforschung am BNITM zeichnen sich inzwischen wegweisende Methoden ab, die für ausgewählte Fragestellungen vielversprechende und innovative Alternativen zum Tiermodell eröffnen.
Weiterführende Informationen erhalten Sie in folgender Publikation:
https://journals.asm.org/doi/10.1128/AAC.00161-20
Möglichkeiten zu alternativen Methoden finden Sie unter Alternativmethoden am BNITM

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