Alexander Debrah neuer Direktor des KCCR in Ghana
Prof. Alexander Yaw Debrah übernimmt die wissenschaftliche Leitung des Kumasi Centre for Collaborative Research in Tropical Medicine (KCCR) in Ghana. Die Forschungsplattform wird gemeinsam von der Kwame Nkrumah University of Science and Technology (KNUST), dem ghanaischen Gesundheitsministerium und dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) betrieben. Prof. Debrah übernimmt zum 1. August die Position von Prof. Richard Odame Phillips. Er tritt das Amt zu einem Zeitpunkt an, zu dem das KCCR seine Rolle als global vernetzte Forschungseinrichtung weiter ausbaut.

Das KCCR ist ein international renommiertes Zentrum für Infektionsforschung in Kumasi/ Ghana. Hier entstehen Erkenntnisse zu Erkrankungen wie Malaria, viralen und bakteriellen Infektionen, Sepsis, Filariosen, Antibiotikaresistenzen, vernachlässigten Tropenkrankheiten und vielen mehr. Sie betreffen weltweit Millionen Menschen. Die Forschenden des KCCR verbinden moderne Laboranalytik mit klinischer Forschung und Feldstudien. Dafür arbeiten sie eng mit Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen in verschiedenen Regionen zusammen. Gleichzeitig ist das Zentrum in ein dichtes Netzwerk internationaler Kooperationen eingebunden, das Universitäten, Forschungseinrichtungen und Gesundheitsorganisationen umfasst.
Prof. Debrah ist dem KCCR seit seinen Anfängen verbunden. Er hat dort eine eigene Forschungsgruppe aufgebaut und die wissenschaftliche Entwicklung des Standorts über viele Jahre mitgeprägt. Zudem ist er eng in die Lehre und Betreuung von Studierenden der KNUST eingebunden. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf parasitären Wurmerkrankungen, insbesondere auf der Flussblindheit. Für seine Beiträge zur globalen Gesundheit wurde er unter anderem mit dem EDCTP Dr. Pascoal Mocumbi Prize ausgezeichnet. In einem kompetitiven Auswahlverfahren überzeugte er den Beirat unter anderem durch seine Vision einer anwendungsnahen Gesundheitsforschung mit direktem Nutzen für Patientinnen und Patienten, seine Verankerung an der KNUST sowie sein Engagement für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.
Unter der Leitung seines Vorgängers Prof. Phillips ist das KCCR in den vergangenen zehn Jahren stark gewachsen. Die Zahl der Mitarbeitenden verdoppelte sich von 179 auf 368. Neue Forschungsgebäude wurden errichtet, weitere moderne Labore aufgebaut, die Infrastruktur für klinische Studien wurde erweitert. Die Postgraduierten-Ausbildung wurde erheblich ausgebaut: Die Zahl der Master-Absolvent:innen stieg in diesem Zeitraum von 40 auf 116, die der Promovierten von 20 auf 50. Mehrere Wissenschaftler:innen des KCCR erhielten hochrangige akademische Beförderungen und Führungspositionen auf nationaler und internationaler Ebene. Auch die Zahl der eingeworbenen Forschungsprojekte verdoppelte sich von 35 im Jahr 2017 auf 72 im Jahr 2026. Die Zahl der jährlichen Veröffentlichungen stieg noch stärker an, von 44 auf 113. Das Zentrum erhielt mehrere bedeutende Auszeichnungen, darunter den „Presidential Award for Distinguished Service“ für seine Rolle bei der Bewältigung der COVID-19-Pandemie in Ghana.
Vor allem aber sind die Aufgaben der wissenschaftlichen Leitung anspruchsvoller geworden: Sie muss die wissenschaftsstrategische Ausrichtung steuern, Forschung mit Gesundheitsversorgung verknüpfen und das Zentrum national und international vertreten in einem politisch sensiblen Umfeld, in dem das KCCR merklich an Bedeutung gewonnen hat.
„Die Stärke des KCCR liegt in der Verbindung von exzellenter Wissenschaft, langfristigen Partnerschaften und einer engen Anbindung an das ghanaische Gesundheitssystem,” sagt Prof. Jürgen May, Vorstandsvorsitzender des BNITM. „Wir danken Prof. Richard Odame Phillips sehr herzlich für seine Verdienste um das KCCR: In die zehn Jahre seiner Amtszeit fallen unter anderem die COVID-19-Pandemie, das 25-jährige Institutsjubiläum und das starke Wachstum des Zentrums. All dies hat er mit großer Umsicht gestaltet und das Institut sicher durch diese Zeit navigiert. Prof. Alexander Yaw Debrah hat einen großen Teil dieses Wegs als Wissenschaftler und Forschungsgruppenleiter mitzurückgelegt. Er bringt wissenschaftliche Exzellenz und eine tiefe Verankerung am Standort mit.”


Prof. Alexander Yaw Debrah sagt: „Mein Ziel ist es, das KCCR als innovationsgetriebenes Zentrum weiter zu stärken, das wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Lösungen für Gesundheitsprobleme übersetzt. Dafür setze ich auf starke Partnerschaften, verlässliche Strukturen und ein Umfeld, in dem sich Talente entwickeln können. Gerade die Förderung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und gute Arbeitsbedingungen helfen dabei, Wissen aufzubauen, Fachkräfte zu halten und die Forschung am Standort zu sichern. So können wir langfristig dazu beitragen, Gesundheitssysteme zu stärken und die Krankheitslast für betroffene Menschen zu verringern.”
Künftig wird es darum gehen, die bestehenden Kooperationen zu vertiefen und das Institut unter erschwerten Förderbedingungen strategisch weiterzuentwickeln. Kürzungen in wichtigen internationalen Programmen verschärfen den Wettbewerb um Mittel und machen verlässliche Partnerschaften umso wichtiger. Zugleich bleibt die ungleiche Verteilung von Ressourcen in der globalen Forschung eine Herausforderung.
Das KCCR ist ein Joint Venture von KNUST, ghanaischem Gesundheitsministeriums und BNITM. Es basiert auf einem 1997 geschlossenen Staatsvertrag mit der Freien und Hansestadt Hamburg. Das BNITM trägt die Grundfinanzierung und ist mit mehreren gemeinsamen Forschungsgruppen vor Ort vertreten. Zudem bringt es sich über den Beirat in die strategische Ausrichtung ein. Wichtige Infrastruktur, darunter Gebäude und Labore, wurde mit Unterstützung der VolkswagenStiftung, der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GiZ) GmbH und des Global Health Protection Programme (GHPP) aufgebaut. Das KCCR hat in den letzten zehn Jahren Forschungsförderung von mindestens 50 Fördereinrichtungen erhalten.
Über das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM)
Das BNITM ist Deutschlands größte Einrichtung für Forschung, Versorgung und Lehre auf dem Gebiet tropentypischer und neu auftretender Infektionskrankheiten. Aktuelle thematische Schwerpunkte bilden Malaria, hämorrhagische Fieberviren, vernachlässigte Tropenerkrankungen (NTDs), Immunologie, Epidemiologie und die Klinik tropischer Infektionen, Implementation sowie die Mechanismen der Übertragung von Viren durch Stechmücken. Für den Umgang mit hochpathogenen Viren und infizierten Insekten verfügt das Institut über Laboratorien der höchsten biologischen Sicherheitsstufe (BSL4) und ein Sicherheits-Insektarium (BSL3). In zahlreichen Ländern des Globalen Südens unterstützt das BNITM beim Aufbau von (mobilen) Laborkapazitäten.
Ansprechperson
Prof. Dr. Jürgen May (Chair)
Vorstandsvorsitzender
Telefon : +49 40 285380-260
E-Mail : chair@bnitm.de
Julia Rauner
Presse- & Öffentlichkeitsarbeit
Telefon : +49 40 285380-264
E-Mail : presse@bnitm.de
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