Mitteilung

Daten nutzen, Forschung voranbringen: BNITM ist jetzt Mitglied der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI)

Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) ist ab sofort offiziell Mitglied der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). Die NFDI e. V. ist ein bundesweites Netzwerk, das Forschungsdaten systematisch erschließt, vernetzt und langfristig nutzbar macht. Mit der Mitgliedschaft stärkt das BNITM seine Rolle in der datengetriebenen Infektions- und Global-Health-Forschung und setzt sich für eine nachhaltige Nutzung von Forschungsdaten ein.

Zu sehen ist eine männliche Person im Profil, die neben Servern steht und auf diese zeigt.
©BNITM | Dino Schachten

Die NFDI ist eine Initiative von Bund und Ländern, die seit 2020 den systematischen Aufbau einer nationalen Dateninfrastruktur vorantreibt. Ihr Ziel: Forschungsdaten aus Wissenschaft und Forschung langfristig sichern, vernetzen und nach den FAIR-Prinzipien (Findable - auffindbar, Accessible - zugänglich, Interoperable - kompatibel, Reusable - wiederverwendbar) zugänglich machen. Bislang sind Forschungsdaten oft dezentral, projektbezogen oder nur zeitlich begrenzt verfügbar. Die NFDI schafft hier Abhilfe, indem sie einen dauerhaften digitalen Wissensspeicher aufbaut.

Daten als gemeinsames Gut

Dr. Jan Strauss, Forschungsdatenmanager am BNITM, sieht in der Mitgliedschaft große Chancen: 

„Die NFDI ist mehr als eine Infrastruktur. Sie ist eine Gemeinschaft, die Daten als öffentliches Gut begreift. Für uns bedeutet das: Wir können unsere Forschungsdaten besser vernetzen, schneller teilen und langfristig nutzbar machen. Das ist besonders in der globalen Infektionsforschung entscheidend, wo Daten über Ländergrenzen hinweg erhoben werden und in Echtzeit verfügbar sein müssen. Die NFDI unterstützt uns dabei, diese Herausforderungen erfolgreich anzugehen: durch geeignete Werkzeuge ebenso wie durch engen fachlichen Austausch zwischen den Mitgliedsorganisationen.“

Auf dem Foto ist ein junger Mann mit kurzen braunen Haaren und einer Brille zu sehen. Er trägt ein helles Hemd und ein schwarzes Jacket.
Jan Strauss   ©BNITM | Dino Schachten

Als Deutschlands führende Einrichtung für Tropenmedizin und neu auftretende Infektionskrankheiten verfügt das BNITM über einzigartige Expertise in datenintensiven Forschungsfeldern. Dazu gehören klinische und epidemiologische Daten, genomische Analysen, Biodiversitäts- und Vektordaten sowie Daten aus multinationalen Forschungsverbünden. Diese Kompetenzen können nun direkt in die NFDI einfließen und tragen dazu bei, sensible Gesundheitsdaten sicher, standardisiert und nachnutzbar zu machen. Gleichzeitig profitiert das BNITM vom Wissenstransfer und den Basisdiensten der NFDI, etwa bei der Entwicklung von Tools für Datenmanagement, Schulungen oder der Vernetzung mit Fachkonsortien der NFDI wie NFDI4Health.

Warum Nachnutzung von Forschungsdaten so wichtig ist

Forschungsdaten zu generieren, ist aufwendig und kostet Zeit, Ressourcen und Geld. Umso wichtiger ist es, diese wertvollen Daten nicht nur einmalig zu nutzen, sondern sie langfristig für weitere Analysen und Forschungsfragen zugänglich zu machen. Durch die Nachnutzung von Daten lassen sich neue Erkenntnisse gewinnen, ohne zusätzliche Studien durchführen zu müssen. Das spart nicht nur Kosten, sondern beschleunigt auch den wissenschaftlichen Fortschritt.

Doch damit das gelingt, müssen Daten erst einmal auffindbar sein. Hier setzt die NFDI an: Sie schafft die Infrastruktur, um Forschungsdaten nach den FAIR-Prinzipien zu organisieren, damit sie auffindbar, zugänglich, interoperabel und wiederverwendbar sind. Dafür müssen Daten gut beschrieben werden, etwa durch standardisierte Metadaten, die Inhalt, Herkunft und Nutzungsbedingungen klar dokumentieren. Nur so können Wissenschaftler:innen auf bestehende Daten zurückgreifen, sie kombinieren und für neue Fragestellungen nutzen.

Ein weiterer entscheidender Aspekt ist die Maschinenlesbarkeit der Daten. Wenn Daten strukturiert und in offenen Formaten vorliegen, können sie nicht nur von Forschenden, sondern auch von Künstlicher Intelligenz (KI) genutzt werden. Hochwertige Forschungsdaten sind beispielsweise ideale Trainingsgrundlagen für KI-Modelle, etwa um Krankheitsmuster zu erkennen oder -ausbrüche vorherzusagen. Gleichzeitig muss der Datenschutz stets gewährleistet sein: Sensible Gesundheitsdaten erfordern besondere Sorgfalt, etwa durch Anonymisierung, sichere Speicherung und klare Regelungen zur Nutzung.

Für das BNITM bedeutet die Mitgliedschaft in der NFDI: Die Daten aus jahrzehntelanger tropenmedizinischer Forschung werden nicht nur gesichert, sondern auch so aufbereitet, dass sie für zukünftige Generationen von Forschenden – und für KI-Anwendungen – nutzbar sind. So tragen sie zu neuen Durchbrüchen bei, ohne dass die gleichen Daten immer wieder neu erhoben werden müssen.

Was das BNITM in die NFDI einbringt

Mit der Mitgliedschaft in der NFDI bringt das BNITM seine Expertise aktiv in die Weiterentwicklung des nationalen Forschungsdatenmanagements ein. Besonders relevant sind dabei folgende Bereiche:

  • Standardisierung von Metadaten für Infektions-, Gesundheits- und Public-Health-Forschung,
  • Verknüpfung von Grundlagenforschung, klinischer Forschung und Public Health im Datenraum,
  • internationale Anschlussfähigkeit, insbesondere mit Partnerinstitutionen in Afrika, Asien und Lateinamerika,
  • und schnelle wissenschaftliche Reaktionsfähigkeit bei zukünftigen Gesundheitskrisen.

Das Institut wird sich aktiv in Gremien, Arbeitsgruppen und strategischen Entwicklungsformaten einbringen. Damit positioniert sich das BNITM als aktiver Gestalter einer zukunftsweisenden Dateninfrastruktur für die deutsche Wissenschaftslandschaft. 

Nach aktueller Bund-Länder-Vereinbarung, die durch die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz im Juli 2026 beschlossen wurde, fördern Bund und Länder die NFDI bis 2038 weiter. Über 300 Institutionen, darunter Universitäten, Forschungszentren, Fachgesellschaften und außeruniversitäre Einrichtungen, arbeiten in der NFDI zusammen. Sie engagieren sich in 26 fachspezifischen Konsortien und sechs Querschnittssektionen, um Dateninfrastrukturen disziplinübergreifend zu gestalten und internationale Kooperationen zu stärken.

Ansprechperson

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Presse- & Öffentlichkeitsarbeit

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