BNITM unterstützt das neue Virologie-Exzellenzzentrum der Ostafrikanischen Gemeinschaft am Uganda Virus Research Institute
Ein Meilenstein für die Gesundheitsversorgung in Ostafrika: Das Virologie-Exzellenzzentrum der East African Community (EAC) am Uganda Virus Research Institute (UVRI) in Entebbe ist offiziell eröffnet. Das Zentrum stärkt die Fähigkeiten der ostafrikanischen Länder, hochpathogene Erreger wie Ebola- und Dengue-Viren schnell zu erkennen und zu bekämpfen. Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) war an der Planung des neuen Exzellenzzentrums beteiligt und wird weiterhin beratend unterstützen.
Das neue Virologie-Exzellenzzentrum am UVRI ist das Herzstück der dritten Phase des EAC Mobile Lab Projektes, die von 2025 bis 2028 läuft. Das Exzellenzzentrum wird als Organ der EAC als regionale Referenz- und Forschungsplattform für virologische Diagnostik und Ausbruchsbekämpfung dienen. Eine wichtige Aufgabe wird sein, die Regierungen und Gesundheitsämter der acht Partnerländer der EAC (Burundi, DR Kongo, Kenia, Ruanda, Somalia, Südsudan, Uganda und Tansania) bei Ausbrüchen zu beraten. Das neue Zentrum wird auch über Sicherheitslabore der Stufe 3 verfügen und die Qualitätssicherung der Diagnostik in den Partnerländern sicherstellen.
„Mit dem Virologie-Exzellenzzentrum schafft das EAC eine dauerhafte Struktur, die nicht nur bei Ausbrüchen hilft, sondern auch die Forschung und Zusammenarbeit in der Region vorantreibt und auf ein neues Level hebt“, sagt Dr. Florian Gehre, Leiter der Laborgruppe One Health Disease Control und Koordinator des Projekts EAC Mobile Lab am BNITM. „Das ist ein großer Schritt für die Gesundheitsversorgung in Ostafrika und wir sind stolz, dass das BNITM von Anfang an dabei war.“

BNITM: Der technische Motor hinter dem EAC Mobile Lab Projekt
Seit 2017 ist das BNITM der wichtigste Partner des EAC Mobile Lab Projektes. Vier Mitarbeiter:innen des Instituts arbeiten dauerhaft im EAC-Sekretariat in Arusha (Tansania), um das Projekt zu steuern. Das BNITM hat die genauen Anforderungen und technischen Details für die mobilen Labore festgelegt und bei der Auswahl und Beschaffung der mobilen Labore beraten. Ohne diese Labore wäre eine schnelle Reaktion auf Ausbrüche in entlegenen Gebieten nicht möglich. Das BNITM bildet in Hamburg und Ostafrika Laborteams aus, damit sie moderne Diagnoseverfahren sicher anwenden können. Besonders wichtig ist dabei die Ausbildung regionaler Trainer:innen, die vor Ort ihr Wissen an Gesundheitspersonal weitergeben. Das BNITM unterstützt das UVRI dabei, das neue Exzellenzzentrum in das bestehende Netzwerk der EAC-Gesundheitslabore zu integrieren und Standardverfahren für Diagnostik und Ausbruchsmanagement zu etablieren.

Für das BNITM ist das EAC Mobile Lab Projekt ein wichtiger Baustein seiner internationalen Arbeit.
„Wir zeigen damit, wie globale Gesundheit funktionieren kann: nicht als Einbahnstraße, sondern als Partnerschaft auf Augenhöhe“, sagt Prof. Jürgen May, Vorstandsvorsitzender des BNITM. „Unsere Arbeit geht weit über die Technik hinaus. Es geht darum, Vertrauen aufzubauen, Wissen zu teilen und die Länder in die Lage zu versetzen, eigenständig zu handeln. Das ist nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe.“
Über das EAC Mobile Lab Projekt
Das EAC Mobile Lab Projekt stärkt die Kapazitäten der ostafrikanischen Partnerstaaten zur Erkennung und Bekämpfung von hochpathogenen Erregern wie viralen hämorrhagischen Fieberviren (z. B. Ebola, Dengue) und anderen grenzüberschreitenden Infektionskrankheiten. Das Projekt ist in drei Phasen unterteilt: In der ersten Phase wurden neun mobile Labore in sechs Partnerstaaten eingerichtet, um Ausbrüche schnell zu erkennen. Die zweite Phase erweiterte das Netzwerk um mobile BSL-3-Containerlabore für die Überwachung von Antibiotikaresistenzen und bakteriellen Erregern. Die aktuelle dritte Phase, die bis 2028 läuft, umfasst neben der Eröffnung des EAC Virologie-Exzellenzzentrums am UVRI weitere Maßnahmen, darunter die Förderung der One-Health-Zusammenarbeit, die Aufrüstung der mobilen Labore zu One-Health-Laboren und die Unterstützung gemeinsamer Konferenzen zwischen human- und tiermedizinischen Laboren.
Finanziert wird das Projekt durch die KfW Entwicklungsbank im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit einem Gesamtvolumen von 12 Millionen Euro für die dritte Phase. Die Umsetzung erfolgt in Abstimmung mit dem BNITM. Die Mittel fließen in die Ausstattung der Labore, den Aufbau des Exzellenzzentrums sowie Schulungen und Maßnahmen für den Kapazitätsaufbau in den Partnerstaaten.
Ansprechperson
Dr. Florian Gehre
Abteilung Infektionsepidemiologie
E-Mail : gehre@bnitm.de
Dr. Anna Hein
Presse- & Öffentlichkeitsarbeit
Telefon : +49 40 285380-269
E-Mail : presse@bnitm.de