Kurzmitteilung

EMLab Core Training 2026

BNITM und RKI schulen internationale Expertinnen und Experten für den Einsatz mobiler Labore in Ausbruchssituationen

Nach dem Erfolg von 2024 richten das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) in Hamburg und das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin erneut gemeinsam das European Mobile Laboratory (EMLab) Core Training aus. Das hochspezialisierte Programm bereitet Fachkräfte darauf vor, an vorderster Front zu diagnostizieren, wenn hochgefährliche Erreger wie hämorrhagische Fieberviren wie etwa Ebola zu gesundheitlichen Notlagen führen.

Das Foto zeigt eine Expertin in grünlichem Laborkittel und mit orangen Laborhandschuhen beim Notizen machen. Im Hintergrund orange Mobile-Lab-Kisten.
©BNITM

Das EMLab, koordiniert von Dr. Sophie Duraffour am BNITM, spielt gemeinsam mit seinem weltweiten Netzwerk von Freiwilligen eine zentrale Rolle dabei, die Welt besser auf Ausbrüche vorzubereiten und in Notlagen schneller zu reagieren. Mobile Laboreinheiten können kurzfristig in betroffene Regionen entsandt werden. Dort ermöglichen sie eine verlässliche Diagnostik direkt vor Ort – genau dort, wo Menschen sie am dringendsten brauchen.

Das Training findet in einer besonders relevanten Phase statt: In der Demokratischen Republik Kongo (DRC) und in Uganda weitet sich der aktuelle Ebola-Fieber-Ausbruch durch das Bundibugyo-Virus weiter aus.

Stärkung der internationalen Reaktionsfähigkeit

Während der einwöchigen Schulung üben die Teilnehmenden alle wichtigen Schritte eines Einsatzes: Sie diagnostizieren Humanproben im Feld, setzen Biosicherheits- und Bioprotektionsmaßnahmen praktisch um, sprechen mit Medien und weiteren Anspruchsgruppen, steuern Energieversorgung und Logistik und lösen technische Probleme unter realistischen Bedingungen. Die Trainerinnen und Trainer bilden mit den Inhalten die tatsächlichen Einsatzbedingungen von Laboren in ressourcenbegrenzten und hochdynamischen Umgebungen nach und greifen dabei auf mehr als zwölf Jahre Erfahrung in der Felddiagnostik zurück.

Über die reine Fachkompetenz hinaus fördert das Training, dass die Teilnehmenden institutionsübergreifend eng zusammenarbeiten und sich international vernetzen. Diese Fähigkeiten sind entscheidend, wenn bei Ausbruchssituationen viele Akteure über Ländergrenzen und Organisationen hinweg ihr Vorgehen rasch abstimmen müssen. Ein Team von acht Trainerinnen und Trainern aus dem EMLab-Netzwerk begleitet die Gruppen eng. Kolleginnen und Kollegen beider beteiligter Institutionen übernehmen in Rollenspielen zusätzliche Rollen und machen die Einsatzszenarien so besonders realitätsnah.

Die 13 Teilnehmenden – ausgewählte internationale Fachkräfte aus dem EMLab-Netzwerk – beginnen das Training am BNITM in Hamburg (28.–29. Juni), bevor sie für die abschließenden Module an das RKI in Berlin wechseln (29. Juni–3. Juli).

Das BNITM und das RKI danken allen Institutionen in Europa, die ihre Mitarbeitenden für den EMLab-Pool freistellen. Ein besonderer Dank gilt dem langjährigen Partner altona Diagnostics, der das Training mit RealStar® Filovirus Screen RT-PCR-Kits unterstützt. Zudem finanziert das Global Health Protection Programme (GHPP) (AfroLabNet3, CELESTA-2.0 (BNITM) und SMILE (RKI)) die Schulung. Frühere Fördermittel der Europäischen Kommission (EMLab-IMPACT) haben die EMLab-Kapazitäten zusätzlich gestärkt.

Training im Zentrum der Ausbruchsvorsorge

Das EMLab-Netzwerk ist eine zentrale Ressource für die internationale Ausbruchsvorsorge, und dieses Training trägt entscheidend dazu bei, diese Einsatzfähigkeit dauerhaft zu sichern. Als zertifizierte Kapazität im European Union Civil Protection Pool (ECPP) und Partner im WHO Global Outbreak Alert and Response Network (GOARN) stärkt EMLab mit jeder Trainingsrunde heute die Teams, die morgen im Einsatz rasch und wirksam reagieren sollen.

Das BNITM ist WHO-Kooperationszentrum für Arboviren und hämorrhagische Fieberviren, WHO-Kooperationszentrum für Verhaltensforschung zur Förderung globaler Gesundheit (BRIGHT) und beherbergt das Nationale Referenzzentrum für tropische Infektionserreger. Damit zählt es zu den führenden Einrichtungen für tropenmedizinische Infektionsforschung in Europa.

Das Robert Koch-Institut (RKI) ist das nationale Institut für öffentliche Gesundheit in Deutschland. Es ist verantwortlich für Surveillance, Prävention und Bekämpfung von Infektionskrankheiten und spielt eine zentrale Rolle in der nationalen und internationalen Ausbruchsvorsorge und -reaktion.

Gruppenfoto: Trainers und Trainees von BNITM und RKI auf orangen Kisten vorm BNITM sitzend
Trainers und Trainees von BNITM und RKI   ©BNITM | Dino Schachten

Ansprechperson

Dr. Sophie Duraffour

Research Group Leader

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Fax : +49 40 285380-941

E-Mail : duraffour@bnitm.de

Julia Rauner

Presse- & Öffentlichkeitsarbeit

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