Kurzmitteilung

Mitentdecker des Marburg-Virus Dr. Günther Müller wird 100 Jahre alt

BNITM würdigt Pionier der Elektronenmikroskopie

Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) gratuliert seinem ehemaligen Mitarbeiter Dr. Günther Müller zu seinem 100. Geburtstag. Er gilt als Mitentdecker des Marburg-Virus und hat mit seiner Arbeit an Elektronenmikroskopen die Erforschung hämorrhagischer Fieberviren wie Marburg- und Ebola-Viren sowie von Pocken-Viren mitgeprägt.

Schwarz-Weiß-Foto von Dr. Günther-Müller im weißen Laborkittel. Er schaut freundlich in die Kamera und kratzt sich mit der rechten Hand am Hinterkopf.
©BNITM Archiv

Als Mitarbeiter der Abteilung Virologie war Müller hauptsächlich für die Elektronenmikroskopie verantwortlich. Zunächst hatte man darauf gesetzt, den Erreger in den Organen infizierter Meerschweinchen zu suchen – ohne Erfolg. Daraufhin bekam das Bernhard-Nocht-Institut Blutproben infizierter Patient:innen und Tiere zur Verfügung gestellt. Diese untersuchte Müller unter dem Elektronenmikroskop.

Eine elektronenmikroskopische Aufnahme des Marburg-Virus: In schwarz-weiß sind zwei stäbchenförmige Viren zu sehen, die an einem Ende gebogen sind.
Elektronenmikroskopische (EM) Aufnahme des Marburg-Virus   ©BNITM

Im November 1967 sah er einen Bildschirm voller fadenförmiger Partikel mit ausgeprägter Feinstruktur. Sie stellten zweifelsfrei eine unbekannte Virusart dar. Müller hatte damit nicht nur als erster das Marburg-Virus dargestellt, sondern mit ihm eine ganze Virusfamilie: die Filoviren, zu denen später auch das sehr ähnliche Ebola-Virus gezählt wurde.

„Mit seiner Neugier und Innovationsfreude hat Dr. Günther Müller Großes für das  BNITM geleistet“, sagt Prof. Dr. Jürgen May, Vorstandsvorsitzender des BNITM. „Sein Beitrag zur Entdeckung des Marburg-Virus wirkt bis heute in Forschung und Diagnostik fort.“

Bis ins hohe Alter blieb Müller dem Institut verbunden. 2017, 60 Jahre nach Entdeckung des Marburg-Virus, hielt er bei einem wissenschaftlichen Symposium im historischen Hörsaal einen Vortrag zum damaligen Erfolg. Im vergangenen Oktober war er Gast beim Senatsempfang anlässlich des 125-jährigen Institutsjubiläums und sprach im Vorfeld auch mit der Presse über seine Zeit am Institut. Müllers Arbeit steht beispielhaft für die enge Verbindung von technischer Entwicklung, klinischer Beobachtung und Grundlagenforschung, die die Tropenvirologie am BNITM bis heute prägt.

Das Foto zeigt Dr. Günther Müller 2025 beim Senatsempfang anl. des 125-jährigen Institutsjubiläums im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses im Publikum. Neben ihm Kollegin Prof. Petra Emmerich.
Dr. Günther Müller am 1. Oktober 2025 beim Senatsempfang anlässlich des 125-jährigen Institutsjubiläums im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses. Zu seiner Linken Kollegin Prof. Dr. Petra Emmerich.   ©BNITM | Dino Schachten

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